Bewertung
Michael Keller

Vampires Anonymous

"Hallo, mein Name ist Vic und ich bin ein Vampir!"

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Inhalt

Vic Weller (Paul Popowich) ist ein Vampir und wird als solcher von ständigem Blutdurst getrieben. Nachdem er sich nicht beherrschen konnte und seine feste Freundin getötet hat, wendet er sich an die Anonymen Vampire. Da ein Test dieser Gruppe ergibt, dass Schafsblut der perfekte Ersatz für Vic ist, um keine Menschen mehr töten zu müssen, zieht er aufs Land. Der Entzug erweist sich jedoch als sehr schwer, denn das plötzliche, rapide Schafssterben weckt das Misstrauen der Leute und ruft eine Vampirjägerin (Michelle Stafford) auf den Plan. Zudem stapeln sich in Vics Keller auch bald wieder die menschlichen Opfer und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, verliebt er sich auch noch in Maggie (Nicole Forester).

Kritik

Die Grundidee, auf der dieser Film aufbaut, ist an sich wirklich nicht schlecht. Ein über 400 Jahre alter Vampir, der mittels eines 12-Stufen-Programms versucht, seine Sucht nach menschlichem Blut zu besiegen, bietet durchaus Potential für eine makaber-lustige Story. Leider reiht sich "Vampires Anonymous" jedoch in die Liste der Filme ein, die es nicht schaffen, ihr Potential zu nutzen und somit eine gute Idee verschwenden.

Zunächst einmal ist die Synchronisation wirklich furchtbar, da hat man sich offensichtlich wenig Mühe gegeben. Aber auch sonst erweist sich der Sound als ein großer Schwachpunkt des Films. Die Musik ist oftmals viel zu laut und zahlreiche Soundeffekte, die lustig oder gruselig klingen sollen, wirken deplaziert und wie von übermotivierten Amateuren in den Film geschnitten. Ganz nebenbei sieht man auch das eine oder andere Mal ein Mikrofon im Bild.

Die Story kann, wie bereits erwähnt, ebenfalls nicht überzeugen. Die Nebencharaktere sind völlig überzeichnet und gehen schnell auf die Nerven. So gibt es den dämlichen Kleinstadtpolizisten, der pausenlos durch die Gegend ballert und denkt, in die Luft geschossene Kugeln würden nie wieder runterkommen, dann noch den trotteligen und dauerbesoffenen Kumpeltypen, weiterhin die jugendlichen Hinterwäldler, die alles und jeden anpöbeln, und natürlich die degenerierten und perversen Farmer, die es mit ihren Tieren treiben. Mit diesen Nebencharakteren lässt sich ganz einfach kein vernünftiger Film gestalten.

Der Hauptcharakter Vic hat zwar den einen oder anderen witzigen Moment, doch wird sein Hintergrund völlig im Dunkeln gelassen und man hat nicht den Hauch einer Ahnung, wie er in den letzten 400 Jahren gelebt hat. Im Grunde wirkt er eher wie ein junger und unerfahrener Vampir, der ständig in Schwierigkeiten gerät. Es wäre besser gewesen, seinen Charakter dementsprechend anzulegen.

Fazit

"Vampires Anonymous" ist die schlechte Umsetzung einer guten Idee.

Maret Hosemann - myFanbase
28.02.2008

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