Bewertung
Stuart Beattie

Tomorrow, When the War Began

Wo warst DU, als sich alles für immer verändert hat?

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Inhalt

Sieben australische Teenager brechen zu einem Campingtrip in eine kaum bekannte Naturregion auf. Eines Nachts beobachten sie zahlreiche Flugzeuge am Himmel, denken sich aber nichts weiter dabei. Als sie jedoch in ihre Heimatstadt zurückkehren, müssen sie feststellen, dass ein Krieg ausgebrochen ist. Ausländische Invasoren haben den Ort besetzt und alle Einwohner interniert. Die sieben Kids müssen plötzlich mit allen Mitteln um ihre Freiheit kämpfen.

Kritik

Die Story dieses Films dürfte dem einen oder anderen kundigen Kinofan vage bekannt vorkommen, was kein Wunder ist, denn bei "Tomorrow, When the War Began" handelt es sich um eine Art moderne, australische Adaption des US-Kriegsfilms "Die rote Flut", der 1984 für Aufsehen sorgte und es wegen seiner vielen Gewaltszenen sogar ins Guinness-Buch der Rekorde schaffte. Diese umstrittene Ehre wird der australischen Version, die auf einer literarischen Vorlage basiert, jedoch nicht zuteil werden, da sie sich mehr in Richtung Popcorn-Kino orientiert.

Während es in "Die rote Flut" kubanische, nicaraguanische und sowjetische Truppen waren, die in die USA einfielen und eine Gruppe amerikanischer Teenager zwangen, zu Guerilla-Kämpfern zu werden, sind es in "Tomorrow, When the War Began" asiatische Invasoren, die aus dem Nichts heraus Australien besetzen. Sieben Teenager entgehen durch Zufall der Internierung und nehmen den Kampf gegen die schwer bewaffneten Eindringlinge auf.

"Tomorrow, When the War Began" ist im Vergleich zu der US-Vorlage aus den 1980er Jahren nicht nur weniger brutal, sondern auch mit Humor gespickt. Es gibt die einen oder anderen Gags, die zur Auflockerung der Stimmung beitragen und darauf hindeuten, dass sich der Film selbst nicht ganz so ernst nimmt. Allerdings wird genau dieser Eindruck durch einige emotional überfrachtete Szenen wieder ramponiert. Im Laufe des Films werden des Öfteren philosophische, religiöse und patriotische Fragen aufgeworfen, die in recht alberne und übertriebene Momente münden. Der Spagat zwischen Humor und Tragik ist nicht wirklich gelungen. Die Actionszenen wiederum sind in Ordnung, nicht überragend, aber für eine australische Produktion durchaus sehenswert. Außerdem gibt es zu Beginn des Films ein paar tolle Naturaufnahmen.

Dass sich die Zeiten seit "Die rote Flut" gewandelt haben und Australien nicht die USA ist, zeigt auch die Zusammensetzung der sieben Teenager. Sie sind zwar alle in Australien geboren, besitzen aber zum Teil Migrationshintergründe. Sie haben zudem alle klar definierte Rollen und werden einem bestimmten Milieu zugeordnet, wie man es aus Teeniefilmen kennt. Ellie (Caitlin Stasey) ist das mutige, zupackende Mädchen vom Land, das die Führungsrolle übernimmt. In Corrie (Rachel Hurd-Wood) hat sie eine beste Freundin, der sie alles anvertrauen kann. Corries Freund Kevin (Lincoln Lewis) ist der typische Sonnyboy, der sich im Angesicht der Gefahr zunächst als Feigling erweist, dann aber doch noch über sich hinauswächst. Homer (Deniz Akdeniz), dessen Familie aus Griechenland stammt, ist der typische Kleinstadtrebell, der für jeden Spass und für jedes Abenteuer zu haben ist. Lee (Chris Pang), der asiatische Wurzeln hat, ist dagegen der sensible Denker. Fiona (Phoebe Tonkin), die etwas verwöhnte Prinzessin, und Robyn (Ashleigh Cummings), die brave und religiöse Musterschülerin, komplettieren die Clique. Selbstverständlich gibt es mehrere romantische Verwicklungen, denn egal, wie schlimm es um die Welt steht, auf die Hormone von Teenagern ist immer Verlass.

All zu viel Logik darf man in der Handlung nicht erwarten, denn abgesehen davon, dass hier so unterschiedliche Kids einen gemeinsamen Campingsausflug machen, benötigen sie auch nur wenige Minuten, um zu perfekten Guerilla-Soldaten zu werden, die geschmeidig mit Maschinenpistolen umgehen können und Pläne entwickeln, um Dinge in die Luft zu sprengen.

Fazit

"Tomorrow, When the War Began", die australische Neuinterpretation von "Die rote Flut", ist letztlich eine recht kurzweilige, aber nicht immer überzeugende Mischung aus Kriegsfilm, Komödie, Teeniefilm und Drama. Da der Film in Australien ein großer Erfolg war, sind zwei Fortsetzungen bereits geplant.

Maret Hosemann - myFanbase
15.08.2011

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