Bewertung
Todd Strauss-Schulson

Harold & Kumar – Alle Jahre wieder

"Koreans have killed his mother and now his tree. Christmas is ruined."

Foto: Copyright: 2012 Warner Bros. Ent.
© 2012 Warner Bros. Ent.

Inhalt

Sechs Jahre sind vergangen seit Harolds (John Cho) und Kumars (Kal Penn) verrückten Abenteuern in Guantanamo Bay und seitdem ist viel passiert: Harold ist mittlerweile mit Maria (Paula Garcés) verheiratet und in die Vorstadt gezogen, wo ihn für Weihnachten Marias Familie inklusive ihres einschüchternden Vaters Carlos (Danny Trejo) erwartet. Kumar hingegen hat sich vor kurzem von Vanessa getrennt, die allerdings unverhofft von ihm schwanger geworden ist. Als Harold und Kumar nach Jahren per Zufall wieder aufeinandertreffen, nimmt das Chaos sogleich seinen Lauf, denn versehentlich fackeln die zwei Carlos' geliebten Weihnachtsbaum ab und müssen nun Ersatz finden...

Kritik

Nicht ganz sechs Jahre, aber immerhin schon drei lag "Harold & Kumar – Flucht aus Guantanamo" (2008) zurück, als sich Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg dazu entschlossen, ihre zwei sympathischen Helden Harold und Kumar in die dritte Runde zu schicken. Das ist zunächst einmal eine tolle Sache, denn sowohl "Harold & Kumar" (2004) als auch das besagte Sequel sind zwei Blödelkomödien, bei denen man sich – wenn man denn den entsprechenden Humor mitbringt – wirklich köstlich amüsieren kann. Doch dann stellten die Macher sich zwei kreative Hürden, die einfach nicht nötig gewesen wären: Erstens entschieden sie sich aus unerfindlichen Gründen dazu, einen Weihnachtsfilm rund um Harold und Kumar aufzuziehen, und zweitens – und diese Idee ist noch schlechter – drehten sie alles in 3D.

Denn zwei Dinge sind klar: Harold und Kumar eignen sich nicht wirklich für weihnachtliche Stimmung und noch weniger für 3D. Die Filme sind und sollen nie etwas anderes sein als abgedrehte Kifferkomödien und auch wenn das Streben nach neuen Ideen ein lobenswerter Ansatz ist, so ist er in diesem Falle ein unnötiger. Zumindest liefert das Fest der Liebe die Prämisse für den Film: Dank eines weggeschmissenen Joints fackeln Harold und Kumar den Weihnachtsbaum von Harolds Schwiegervater (herrlicher Cameoauftrit von Danny Trejo) ab und sind so gezwungen, zusammenzuarbeiten, um einen Ersatzbaum zu finden. Dabei merken die zwei Kumpels, die sich die vergangenen Jahre auseinander gelebt haben, wie sehr ihnen der jeweils andere eigentlich gefehlt hat und was sie alles an ihrer Freundschaft hatten. Und das ist es, was Hurwitz und Schlossberg in diesem Film thematisieren wollen: Das Leben verändert sich, man selbst verändert sich, aber wahre Freundschaft bleibt. Dabei treten die sonst üblichen ethnischen und politisch inkorrekten Witze, die in den ersten zwei Filmen immer sehr gut platziert waren, ein wenig in den Hintergrund, dafür aber darf Neil Patrick Harris mit seinem Partner David Burtka in einer sehr witzigen Szene auftrumpfen.

Insgesamt fehlt diesem dritten Teil jedoch irgendwie das Feuer. Die derben Einzeiler, die sich immer gerade noch über der Gürtellinie befanden und für so manche laute Lacher in Teil 1 und 2 sorgten, gibt es diesmal fast gar nicht mehr. Und auch, wenn es an abgedrehten Szenen nicht mangelt – unter anderem sehen sich Harold und Kumar im Drogenrausch als Knetfiguren, ein Waffelroboter rettet ihnen das Leben und sie schießen Santa Claus an –, so mag sich alles nicht so richtig in ein überzeugendes Ganzes zusammenfügen. Man hat mitunter das Gefühl, dass Harold und Kumar wirklich ein wenig alt und spießig geworden sind, so wie der Film es eigentlich karikieren will – dabei ist aber wohl tatsächlich ein wenig der humorvolle Funke der alten Filme verloren gegangen.

Fazit

"Harold & Kumar – Alle Jahre wieder" kommt an die zwei Vorgänger leider nicht heran und bleibt am Ende nur eine sehr durchschnittliche Komödie, die zwar mit einigen witzigen Ideen aufwarten kann, insgesamt aber nicht überzeugt. Abgesehen davon ist dies wahrscheinlich der unnötigste Einsatz der 3D-Technologie in der Geschichte des Films.

Maria Gruber - myFanbase
04.01.2013

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