Bewertung
John Glen

James Bond 007 - Der Hauch des Todes

The new James Bond... living on the edge.

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Eine Routineübung auf Gibraltar gerät außer Kontrolle und zwei 00-Agenten müssen ihr Leben lassen. Nur James Bond (Timothy Dalton) überlebt und findet sich kurz darauf in Bratislava wieder, wo er den russischen Überläufer Koskov beschützen soll, der wiederum knapp einem Attentat entgeht. Der MI6 ist davon überzeugt, dass der KGB hinter dem Attentat steckt und sendet Bond aus, um dessen Vorgesetzten General Pushkin zu töten. Bond beginnt jedoch auf eigene Faust zu ermitteln und findet heraus, dass es sich bei der Attentäterin um eine Cellistin handelt, die auch noch Koskovs Geliebte ist...

Kritik

Nachdem die Ära Roger Moore nach 12 Jahren zu Ende ging, wollte man in Sachen Bond einen Neustart wagen. Ernster, bodenständiger und alles in allem - besser. Wenn einem das bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass man dasselbe, mit beträchtlichem Erfolg, nach der Ära Brosnan Brosnan versuchte. Auch wenn das Konzept im Film perfekt funktioniert, so konnte Timothy Dalton als James Bond die Fans letztlich nicht in seinen Bann ziehen. Nach nur zwei Filmen musste er den Dienst im Auftrag Ihrer Majestät quittieren. Schade, denn mit "Der Hauch des Todes" legt uns Regisseur John Glen einen astreinen James-Bond-Film vor, der die Herzen jedes James Bond-Fan höher schlagen lässt und heute so, mit Recht, zu den Perlen des Franchises zählt.

George Lazenby scheiterte bei dem Versuch, Sean Connery abzulösen. Roger Moore schaffte es nach ihm jedoch, dem Franchise seinen eigenen Stempel aufzudrücken und das immerhin in ganzen sieben Filmen. Eines war sicher, egal wer in die Fußstapfen von Roger Moore treten musste, der hatte sich mächtig ins Zeug zu legen. Timothy Dalton stand nun vor der schweren Aufgabe, eine neue Interpretation der Figur zu finden und dem Charakter gleichzeitig neues Leben einzuhauchen. Und das ist ihm auch meisterhaft gelungen. Immer mit einem smarten Spruch auf den Lippen ist Bond weiterhin ein typischer Weiberheld und Draufgänger. Insgesamt wirkt er aber ernster und fokussierter. Dies wird zusätzlich noch durch den bodenständigeren Plot verstärkt. Es geht um keinen größenwahnsinnigen Superschurken, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Im Mittelpunkt steht eine typische Agentengeschichte mit doppeltem Spiel, Verrat und, zumindest darauf kann man sich verlassen, den bösen Russen.

Weitere typische Bond-Elemente, die der Film aufleben lässt, wären zum Beispiel die tollen, wechselnden Schauplätze, die Spur der Verwüstung, die jeder James Bond grundsätzlich hinterlässt und natürlich eine schöne Frau an seiner Seite. Bei jener handelt es sich diesmal um Maryam D'Abo und leider auch um einen kleinen Schwachpunkt des Films. Als begabte Cellistin, verzweifelte Geliebte, knallharte Beschützerin und Love-Interest von Bond ist D'Abo leider überfordert und hinterlässt lediglich einen oberflächlichen Eindruck. Hinzu kommt, dass die Chemie zwischen ihr und Dalton nicht wirklich stimmt und es zusätzlich arg konstruiert wird, dass die Frau, die Bond auf der Suche nach ihrem eigentlichen Geliebten begleitet, sich sofort in ihren Beschützer verliebt. Es ist zugegebenermaßen nicht ganz unwahrscheinlich, wirkt in diesem Film aber schlichtweg fehl am Platz. Positiv zu erwähnen ist hingegen, dass die Suche nach dem Antagonisten einige Überraschungen parat hält.

Es ist genau dieses "Zurück zu den Wurzeln"-Gefühl, dass den Film sehenswert macht. Man orientiert sich mehr an der Vorlage von Ian Fleming, in der Bond ein Mann mit Ecken und Kanten ist. Er muss sich in diesem vielschichtigen Plot, genau wie der Zuschauer, zurechtfinden und sich beweisen. Auch wenn die Ära Dalton, wie wir heute wissen, nur zwei Filme andauerte, so löste er Roger Moore doch mit einem großen Knall ab.

Fazit

Neuer Bond, neues Glück! Mit "Der Hauch des Todes" wird Timothy Dalton erfolgreich als James Bond eingeführt und die Serie bekommt den Reboot, die sie gebraucht hat.

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Gabriel Knierim - myFanbase
10.09.2014

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