Das große Krabbeln
Sie kommen, sie essen, sie verschwinden.
Inhalt
Als Flik die Essensvorräte, die seine Ameisenkolonie für die gefährlichen Heuschrecken gesammelt hat, zunichte macht, muss er sich auf den Weg machen, um Hilfe zu suchen, die die Kolonie davor bewahrt, Hunger zu leiden und von den Heuschrecken angegriffen zu werden. Die ungewöhnlichen Helfer, die er findet, scheinen zunächst alles andere als fähig zu sein, die Ameisenkolonie zu retten, doch Fliks Erfindergeist und seine Verbissenheit geben ihnen zumindest eine Chance. Es gilt nun nur noch das Vertrauen seiner Kolonie wieder zu gewinnen und genug Essen für alle zu sammeln, bevor der erste Regen der Saison alles Essbare zunichte macht.
Kritik
Mit "Das große Krabbeln" hat Pixar einen Film geschaffen, der sich in die ganz, ganz kleine Welt der Ameisen und Insekten hineinwagt. Mit einer beispiellosen Kamerafahrt im Intro zum Film wird der Zuschauer langsam an die Größenverhältnisse im Reich der Ameisenkolonie von Flik herangeführt und findet sich so schnell zurecht. Der erwähnte Flik ist nicht der Beliebteste in der Kolonie, auch wenn er sich immer ganz besonders anstrengt, alles richtig zu machen. Seine Erfindungen sind ihm eine Hilfe, stellen jedoch gleichzeitig auch immer wieder ein Hindernis dar, wenn es darum geht, sich ins Gefüge der Kolonie einzufinden.
Wie von Pixar gewohnt, begegnet der Zuschauer schon von Beginn an sehr detailgetreu erschaffenen Charakteren, wie der kleinen Ameisenprinzessin Dot, die wider ihre royalen Aufgaben viel lieber Fliks Erfindungen ausprobiert. Als jedoch seine Ungestümtheit mit einer seiner Erfindungen dazu führt, dass die gesammelten Vorräte für die feindlichen Heuschrecken verloren gehen, zieht er los um Hilfe zu holen, während der Rest der Kolonie mit schwindenden Kräften wieder Nahrung sammelt.
Pixar schafft mit der Gegenüberstellung von Ameisen und Heuschrecken eine oft verwendete Balance der Arten, schreckt aber auch in keinster Weise davor zurück die Heuschrecken in ihrer kompletten Bosheit zu zeigen, weshalb dieser Animationsfilm vielleicht nicht für Kinder jeden Alters geeignet ist. Des Weiteren spricht der Film mit dem Zirkus, aus dessen Reihen Flik seine Hilfe bekommt, die Problematik der ersten Zirkusse an, in denen hauptsächlich Außenseiter und 'andersartige' ausgestellt wurden. Die Charaktere aus dem Zirkus sind zwar anders und passen nicht in die generellen Vorstellungen ihrer Art, aber dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, können sie Flik zur Seite stehen, wenn er sie am Meisten braucht.
Auch stellt seine Tollpatschigkeit in Kombination mit seinen Erfindungen immer wieder mehr Probleme dar als Lösungen, aber "Das große Krabbeln" vermittelt, dass es manchmal mehrere Anläufe benötigt, bevor eine Sache so funktioniert, wie sie funktionieren soll. Die Rückkehr der Heuschrecken zeigt dies abermals; die Ameisenkolonie scheint verloren und selbst Fliks neue Freunde und Helfer können nur wenig ausrichten. Zusammenhalt und Sturheit hingegen, sind Charakteristika die in aussichtslosen Lagen schon oft eine große Hilfe waren. Die absolute Verweigerung aufzugeben, bringt Flik an einen Punkt, an dem er über sich hinauswächst und die Möglichkeit schafft, die Heuschrecken auf Dauer loszuwerden, doch dafür muss er zunächst seine eigene Kolonie wieder von sich überzeugen. Einmal verlorenes Vertrauen ist jedoch nicht einfach wieder zurück zu gewinnen, auch das muss Flik auf seiner Reise durch die Grashalme und Maisfelder feststellen.
Zwischenzeitlich gibt es zwar immer wieder einzelne Handlungsstränge, die nicht absolut notwendig gewesen wären, ob in ihrer Ganzheit oder in Teilen. Dies wertet den Film aber nicht in großer Weise ab, sondern zeigt zusätzliche Aspekte im Leben von Insekten die für die Haupthandlung nicht essentiell sind, aber durchaus in die Welt der kleinen Krabbler passt.
Fazit
"Das große Krabbeln" entführt den Zuschauer in eine Welt, die die Meisten vermutlich am Liebsten loswerden würden: die Welt der Insekten und Ameisen ist jedoch ein sensibles Gefüge von Symbiosen, die auch eine einzelne Ameise wie Flik zu navigieren hat. Mit diesem Film hat Pixar eine etwas andere Perspektive geschaffen und einen Film produziert, der den Glauben an sich selbst und das einstehen für seine Fehler zum zentralen Punkt macht. Ein wundervoller Ausflug in die Welt der kleinen Lebewesen.
Jeanne Plaumann - myFanbase
19.09.2016
Diskussion zu diesem Film
Weitere Informationen
Originaltitel: A Bug's LifeVeröffentlichungsdatum (USA): 25.11.1998
Veröffentlichungsdatum (DE): 11.02.1999
Länge: 95 Minuten
Regisseur: John Lassete &, Andrew Stanton
Drehbuchautor: John Lasseter, Andrew Stanton & Joe Ranft
Genre: Kinder, Familie
Darsteller/Charaktere
David Foley
als Flik
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