Bewertung
Lars Klevberg

Polaroid

"Beware This Camera...Once You Take It, It Takes You."

Foto: Copyright: capelight pictures
© capelight pictures

Inhalt

Die schüchtere Teenagerin Bird Fitcher (Kathryn Prescott) arbeitet in einem Antiquitätenladen und bekommt eines Tages von ihrem Kollegen Tyler (Davi Santos) eine seltene Polaroidkamera geschenkt. Auf einer Party, die sie mit ihren Freunden Kasey (Samantha Logan), Devin (Keenan Tracey) und Mina (Priscilla Quintana) besucht, trifft sie auf ihren Schwarm Connor (Tyler Young) und die beiden verstehen sich auf Anhieb. Um den Abend festzuhalten, entscheiden sich Bird und ihre Freunde dazu, ein Foto mit Birds Polaroidkamera aufzunehmen.

Als Tyler auf brutale Weise stirbt und kurz darauf auch Schulkameradin Avery (Katie Stevens) einen tödlichen Unfall hat, nachdem sie ebenfalls Fotos von sich gemacht haben, fällt Bird auf den Fotos ein Schatten auf, der sich von Foto zu Foto bewegt. Als Bird ihren Freunden von ihrem Verdacht erzählt, dass die Fotos Schuld am Ableben ihrer Freunde sind, halten diese sie zuerst für verrückt, bis sie versuchen das Foto zu zerstören und sofort die schmerzhaften Konsequenzen zu spüren bekommen.

Gemeinsam versuchen die Freunde herauszufinden, woher die Kamera stammt, und stoßen dabei auf den Fall einer Teenagerin (Emily Power), die sich vor vielen Jahren, aufgrund von Mobbing, umgebracht hat und deren Vater (Rhys Bevan-John) sich an den Peinigern seiner Tochter gerächt hat, wobei er genau diese Kamera benutzt hat, um Fotos seiner Opfer zu machen. Die Seele des Mörders ist nun in der Polaroidkamera gefangen und hat Bird und ihre Freunde als seine neuen Opfer auserkoren.

Kritik

Die Grundidee des Films hat definitiv Potenzial und der Kurzfilm, auf dem dieser Streifen basiert, überzeugte mit seiner beklemmenden Atmosphäre. Doch dass aus einer guten Idee nicht immer auch ein guter Film wird, beweist "Polaroid", der sein Potenzial leider kaum nutzt.

Der Film beginnt mit einer Teenagerin (Madelaine Petsch), die jene titelgebende Polaroidkamera in den Sachen ihrer verstorbenen Mutter findet und auf brutale Weise herausfinden muss, dass die Kamera verflucht ist. Ihr Tod setzt den Ton für die restlichen Filmtode, die wenig blutig sind und meistens im Off passieren. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn wenigstens die gleiche unheimliche Atmosphäre aufkommen würde, die der Kurzfilm zu bieten hatte, aber davon ist nichts zu spüren. Stattdessen bekommen wir die typischen Jumpscares zu sehen, die zwar oftmals gut platziert sind und ihre Wirkung zeigen, aber sobald der Schreckmoment verflogen ist, kommt erneut Langeweile auf.

Die stereotypischen Charaktere sind allesamt austauschbar. Das ist nicht zwangsläufig schlimm, denn bei Filmen dieser Art fehlt oftmals die Zeit, um die Charaktere wirklich auszuarbeiten und Tiefe zu verleihen. Aber sie sollten wenigstens Sympathien wecken, damit man sich für ihr Schicksal interessiert und das ist hier nicht der Fall. Selbst Hauptcharakter Bird bleibt komplett farblos und uninteressant.

Die Schuld daran liegt aber eher am Drehbuch und weniger an den Schauspielern, die ihre Sache relativ ordentlich machen. Sicher nicht preisverdächtig, doch für einen Teeniehorrorfilm reicht es aus. Darsteller wie Grace Zabriskie, deren Charakter tatsächlich interessant wirkt, kommen leider viel zu kurz. Gegen Ende des Films bietet der Film noch einen Twist, der arg konstruiert wirkt und nur weitere Logiklöcher in die ohnehin schon dünne Storyline reißt.

Fazit

Kaum Atmosphäre, austauschbare Charaktere und jede Menge Logiklöcher. "Polaroid" ist ein farbloser Teeniehorrorfilm, der das Potenzial der Vorlage kaum nutzt und lediglich aufgrund ein paar gut platzierter Jumpscares und einem relativ talentierten Cast keine komplette Katastrophe ist.

Kevin Dave Surauf - myFanbase
02.02.2019

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