Weihnachtsgeschenke von Tiffany
Inhalt
Ethan (Kendrick Sampson) will seiner Freundin Vanessa (Shay Mitchell) einen Heiratsantrag machen, doch nachdem er für den Passanten Gary (Ray Nicholson) den Ersthelfer gegeben hat, stellt er am Weihnachtsmorgen fest, dass die Päckchen von Tiffany bei dem Unfall aus Versehen ausgetauscht worden sein müssen. Er setzt alles daran, den Ring zurückzubekommen und lernt dabei Rachel (Zoey Deutch) kennen und plötzlich stellt sich die Frage, ob er wirklich der richtigen Frau einen Heiratsantrag machen wollte…
Kritik
Auch Streamingdienst Prime Video scheint immer mehr die Nische an Weihnachtsproduktionen zu erkennen, die ab November sehr gut beim Publikum ankommen. Nachdem es letztes Jahr beispielsweise die Serie "With Love" (wenn auch dem deutschen Publikum erst ab Valentinstag 2022 verfügbar) gab, gibt es dieses Jahr auch einige Filme, auch für den eigenen kostenlosen Streamingdienst Freevee produziert. Dazu gehört nun "Weihnachtsgeschenke von Tiffany", auf den ich speziell aufmerksam wurde, weil Zoey Deutch eine Hauptrolle übernommen hat. Für mich persönlich ist sie in den letzten Jahren eines DER frischen Gesichter in der Hollywoodbranche geworden, die auch von den Genres her sehr unterschiedlich besetzt wird. Sie kann Satire mit Beispielen wie "The Politician" und aus diesem Jahr "Not Okay" genauso wie Horror in "Zombieland 2: Doppelt hält besser" und schließlich auch Liebeskomödien wie in "Set It Up" oder jetzt eben den Weihnachtsfilm für Prime Video. Ihr gegenüber wurde mit Kendrick Sampson auch ein sehr bekanntes TV-Gesicht gecastet, der schon in "How to Get Away with Murder" oder "Insecure" zu sehen war. Also rein vom Papier hat "Weihnachtsgeschenke von Tiffany" vieles richtig gemacht.
Ich war im Vorfeld etwas besorgt, weil die Synopsis des Films auf einen etwas gekünstelten Handlungsverlauf hindeutete, aber die Sorge hatte sich doch früh erledigt, weil in die absurde Situation hinein, dass die Schachteln von Tiffany vertauscht worden sind, dennoch eine passende Lösung gefunden wurde, um die verschiedenen Paare zusammenzubringen, denn Ethan hat mit seiner Tochter Daisy (Leah Jeffries) eine sehr empathische Stütze, die sehr besorgt um Garys Zustand ist. So treffen Ethan und Rachel schließlich im Krankenhaus aufeinander und so nimmt alles seinen Lauf. Auch insgesamt würde ich dem Film einen guten Verlauf diagnostizieren wollen, weil Ethan und Rachel immer wieder in höchst unterschiedlichen Situationen aufeinandertreffen, während um sie herum aber genauso Chaos ausbricht. So ergibt sich eine doch flotte Handlung, in der schnell klar ist, dass eben diese beide zusammengehören, weil sie menschlich eine sehr gute Ergänzung zueinander darstellen. Wobei der Film sich aber auch bemüht, die jeweils anderen Partner ins Abseits zu drängen. Mit Gary ist das schnell geschafft, denn er wird als unzuverlässig und als Lügner inszeniert und spätestens die tiefgehende Abneigung von Terri (Jojo T. Gibbs) gegen ihn wäre Warnhinweis genug gewesen. Dieser Kerl wusste einfach zu lange, wie er immer noch so gerade eben die Charmeoffensive ausfahren konnte, ohne es aber wirklich zu meinen. Etwas anders sieht es mit Vanessa aus, die nicht so deutlich als 'Antagonistin' gezeichnet wird. Vielleicht ist sie nicht so bedingungslos unterstützend für Ethans Träume, aber letztlich sind vor allem ihre unterschiedlichen Lebensvorstellungen der Beziehungskiller, nicht aber Vanessas Verhalten per se.
Auch wenn der Weg für Ethan und Rachel so schon früh deutlich geebnet war, so haben mir zwischendurch doch die springenden Funken gefehlt. Dabei hat die Chemie zwischen den beiden Darstellern einwandfrei gestimmt. Es war vielleicht nicht Liebe auf den ersten Blick, aber eigentlich hat jedes weitere Gespräch die gemeinsame Ebene sofort vertieft. Das stimmte also alles von der Ausrichtung her. Mir haben dennoch die klaren romantischen Momente gefehlt, auch wenn der Moment am Pier schön war und nicht umsonst ist der Ort am Ende auch so von Bedeutung angefüllt gewesen. Aber vielleicht lag dieser Eindruck, dass die letzten 30% gefehlt haben, auch daran, dass der Film ein Faible für unbeholfene Momente hatte. Das ist mir speziell bei Ethan aufgefallen, der oft aus Unsicherheit heraus nicht wusste, was er sagen sollte und dann komisch die Schultern zuckte. Das hat natürlich in dem Moment nicht mit Sampsons schauspielerischer Leistung zu tun, weil es dem Drehbuch entspricht. Aber ich fand dieses generelle Verhalten für Ethan eher ungünstig gewählt, weil dargelegt wird, dass er Autor ist. Natürlich ist Worte in aller Ruhe ausformulieren und frei von der Leber wegreden wahrlich nicht dasselbe, aber in solchen Produktionen geht es nicht immer um eine realistische Darstellung und hier hätte es gepasst, Ethan viel wortgewandter zu charakterisieren. Zumal es am Ende auch geklappt hat, da hat man definitiv einen Ethan erlebt, der wusste, was er wollte. Selbst wenn das also vielleicht eine Entwicklung abbildet, war es für mich als Zuschauende doch manchmal irritierend, wie sehr er sich innerlich gewunden hat, wenn er aber gleichzeitig in der Lage war, Gary eine deftige Ansage zu machen. Dementsprechend glaube ich, dass Ethans Darstellung es mir etwas schwierig gemacht hat, während Deutch in meinen Augen ihrer Rachel all das mitgegeben konnte, was ich für so einen Film sehr passend finde: Romantik, Mitgefühl, genau richtig dosierte Naivität und Leidenschaft.
"Weihnachtsgeschenke von Tiffany" trägt zwar im deutschen Titel Weihnachten im Namen, dennoch sollte man es eher weiter auslegen und diesen Film eher als Liebesfilm bezeichnen. Wir bekommen New York in weihnachtlich geschmückter Stimmung, aber ansonsten ist es doch eher Beiwerk, was aber auch ganz passend war, weil Rachel Jüdin ist und damit gar nicht Weihnachten im christlichen Sinne begeht. Damit lohnt sich ein Blick weiter in den Nebencast und neben der bereits angesprochenen Terri, die diesem Film den benötigten Pfeffer gegeben hat, und von ihrer Freundin Sophia (Javicia Leslie) ergänzt wurde, die sogar ihr, der Sprüchequeen, immer noch einen mitgeben konnte, ist es vor allem Daisy, die man einfach in Herz schließen muss. Auch wenn es für mich ein Mysterium bleibt, warum in diesem Genre bei den alleinerziehenden Elternteilern oder bei den Witwen oder Witwern immer eine Tochter und nie ein Sohn dabei ist (ist das ein Zielgruppending oder dämlich genderstereotyp?), so passt Daisy mit ihrer Art sehr gut ins Szenario. Auch wenn sie mit Vanessa nicht unglücklich ist und freudig den Verlobungsring mit aussucht, so ist sie doch am Ende weiser als ihr Vater, weil sie zuerst erkennt, dass er mit der zweiten Heirat so eilig war, weil er dachte, dass das für Daisy für die Stabilität sein muss. Diese kam aber ohnehin sehr weise rüber (was bei einem frühen Elternverlust leider nicht ungewöhnlich ist) und sie hat ihren Vater genau richtig zum Aufwachen gebracht. Es war auch sehr passend, dass sie in Rachel eine Leidensgenossin gefunden hat, so dass sie auch eine wichtige Verbindung knüpfen konnten, die Ethan bei der Entscheidung auch noch einmal geholfen hat.
Fazit
"Weihnachtsgeschenke von Tiffany" ist eine nette Liebeskomödie mit New Yorker Weihnachtsflair, die eine gekünstelt wirkende Idee zum Glück auf eine natürliche Weise transportiert bekommen hat. Dennoch hätte dem Film noch etwas mehr Liebe gut getan, denn das Potenzial im Hauptcast war genau richtig, wurde vom Drehbuch aber nicht restlos ausgenutzt.
Lena Donth - myFanbase
12.12.2022
Diskussion zu diesem Film
Weitere Informationen
Originaltitel: Something from Tiffany'sVeröffentlichungsdatum (USA): 09.12.2022
Veröffentlichungsdatum (DE): 09.12.2022
Länge: 87 Minuten
Regisseur: Daryl Wein
Drehbuchautor: Tamara Chestna
Genre: Romance, Komödie
Darsteller/Charaktere
Kendrick Sampson
als Ethan Greene
Zoey Deutch
als Rachel Meyer
Shay Mitchell
als Vanessa
Ray Nicholson
als Gary Wilson
Leah Jeffries
als Daisy
Jojo T. Gibbs
als Terri Blake
Javicia Leslie
als Sophia
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