Dog Gone
Inhalt
Basierend auf einer wahren Geschichte geht es um den Studenten Fielding (Johnny Berchtold), der nach einer gescheiterten Beziehung sich einen neuen Freund fürs Leben sucht: Hund Gonker. Mit diesem zieht er nach dem Studienabschluss auch zurück in sein Elternhaus zu John (Rob Lowe) und Ginny Marshall (Kimberly Williams-Paisley), da er noch nicht weiß, wie seine Zukunft aussehen soll. Das belastet die eh schon schwierige Beziehung zwischen Vater und Sohn zusätzlich. Als der an einer Immunerkrankung leidende Gonker bei einem Spaziergang in den Wäldern verschwindet und der Countdown läuft, bis er wieder sein Medikament braucht, lässt die Familie alles stehen und liegen, um den geliebten Hund zu finden und es heilt auch bei ihnen einiges.
Kritik
Vor einem Jahr gab es Ruby in Form des Netflix-Films "Rettungshund Ruby", die die Herzen der Zuschauer*innen erobert hat; nun Vorhang auf für Gonker. Für "Dog Gone" ist das Vorbild eine wahre Geschichte. Wenn Geschichten auf wahren Fakten basierend verfilmt werden, dann steckt da oft eine tiefere Bedeutung hinter. Wer dann bei "Dog, Gone" selbst noch nicht verstanden hat, was die tiefere Bedeutung ist, der bekommt spätestens durch den Abspann deutliche Hinweise, da in Cast und Produktion alle Beteiligte mit ihren eigenen Hunden abgebildet worden sind. Es ist also eine tiefe Hommage für den besten Freund des Menschen und der Film zeigt auch anschaulich, wie viele Menschen über so ein Thema zusammenkommen, da es über die Bedeutung von Haustieren ein breites Einvernehmen in der Gesellschaft gibt. Natürlich gilt das nicht nur für den Hund exklusiv, wenn er sicherlich auch das dem Menschen am meisten zugewandte Tier ist. Dennoch bin ich überzeugt, dass auch alle anderen Haustierbesitzer und auch die, einfach Tieren gegenüber ein offenes Herzen haben, an diesem kurzweiligen Film ihre Unterhaltung finden werden.
Im Hauptcast haben wir Rob Lowe, der nun schon einige Jahre in einer Hauptrolle in "9-1-1: Lone Star" für Fox zu sehen ist. Er hat auch als Produzent an "Dog Gone" mitgewirkt und da er eben selbst Hundebesitzer ist, ist nachzuvollziehen, warum er diesen Film so leidenschaftlich mit vorangetrieben hat. Dafür spielt er aber zunächst eher den Haustiergegner, denn Vater John reagiert wahrlich nicht begeistert, als sich abzeichnet, dass Sohn Fiedling mit Golden Retriever Gonker ins Elternhaus zurückkehren wird. Die Vater-Sohn-Beziehung ist ohnehin schon belastet, aber der Hund stellt definitiv eine weitere Eskalationsstufe dar. John, der ein sehr analytischer und weit denkender Geschäftsmann ist und damit weit von Impulsivität und Herzensentscheidungen entfernt ist, wird in seinem neuen Alltag wahrlich aus dem Tritt gebracht, doch im Rekordtempo hat Gonker dann doch sein Herz um den Finger gewickelt bekommen. Während ich Lowe in dieser kühlen Geschäftsmannrolle zunächst etwas seltsam fand, war ich dann doch beruhigt, später seine typischen Seite zu erleben, denn als der Hund verschwindet, gibt es keine große Diskussion, sondern John ist dabei, seinen Sohn bedingungslos zu unterstützen, damit sie Gonker finden. Es ist einerseits dieses Beschützende, was hier hervorkommt, es ist später aber auch das Mutige, jenseits der eigenen Grenzen für etwas einzutreten, egal, was die Folgen sind. Mit John soll sicher dargestellt werden, wie sehr ein Haustier einen Menschen auch verändern kann und das hat Lowe verkörpert gut geklappt, denn er kommt da aus, wie man ihn als Schauspieler kennt und was er einfach am besten kann.
Mutter Ginny ist da das genaue Gegenteil, denn sie ist eine wahre Tierliebhaberin. Dennoch hat es einen Grund, dass die Marshalls all die Jahre nie ein Haustier hatten, denn Ginny hat aus ihrer Kindheit noch ein Trauma, was sie belastet. Sie hat sich als kleines Mädchen (dargestellt von Caroline Skye) unsterblich in Hund Oji verliebt, der der Familie als Diplomatengeschenk überlassen wurde und was die streng konservativen Eltern (Brian Brightman & Holly A. Morris) zwar nicht ablehnen konnten, was sie aber stets mit unglücklichen Gesichtern quittiert haben. Auch wenn mir am Ende nicht ganz deutlich wurde, ob Oji wirklich so gestorben ist, wie die Eltern gesagt haben, oder ob es nicht vielleicht doch eher von ihnen nur abgegeben wurde, so wurde mit Ginny eben verkörpert, wie sehr das Herz brechen kann, wenn man einen so engen Freund verliert. Deswegen war sie schneller auf Gonkers Seite, aber es hat sie auch mehr geschmerzt, als der Hund dann verschwunden war, weil sie befürchtete, dass sie Geschichte genau wie damals ausgehen und sie das nicht noch einmal verkraften würde. In dieser Perspektive habe ich mich selbst auch am meisten wiedererkannt. Und das auch im doppelten Sinn, weil Ginny wie eine Organisatorin die Suche überwacht hat und dabei zig Netzwerke außerhalb ihrer Komfortzone aufgebaut hat. Es war schon cool, mit ihr dann mitzubekommen, wie viele Menschen sich mit der Suche identifiziert und zig sinnvolle Tipps beigesteuert haben. So ignorant und selbstsüchtig einem manchmal die Gesellschaft vorkommen mag, so zeugen solche Beispiele umgekehrt davon, dass es auch völlig anders geht. Da konnte ich sehr gut nachvollziehen, wie oft Ginny ergriffen war, weil ihr und ihrer Familie so viel Nächstenliebe entgegengebracht worden ist.
Zuletzt haben wir eben noch Fielding, der sicherlich die instinktivste Tierliebe in sich hat und deswegen auch zunehmend seine eigene Gesundheit vernachlässigt, weil nur noch Gonker zählt, aber auch abseits davon steht er sicherlich für eine ganze Generation. Er wird zunächst vermeintlich ziellos charakterisiert, da es auch durch Johns Perspektive immer so scheint, als wüsste er mit dem Leben nichts anzufangen. Es mag sein, dass Fielding sich nicht schon während des Studiums ein klarer Lebensweg offenbarte, aber ich hatte im Verlauf des Films schon den Eindruck, dass er Träume und Wünsche hat, aber dass er eben auch Sorge hatte, diese auszusprechen, weil sie in einer kapitalistischen Gesellschaft nichts zählen. Deswegen war die Suche nach Gonker auch so wichtig für Vater und Sohn, weil John so miterlebt hat, wie leidenschaftlich Fielding ist, welches Durchhaltevermögen er hat und im Grunde auch welchen Ehrgeiz. Er mag die Eigenschaften nicht wie sein Vater nutzen, um möglichst viel Geld zu machen, aber er wird diese Eigenschaften nutzen, nur auf seine eigene Weise. Hier sieht man eben einen Generationenkonflikt, bei dem es um Lebensmodelle, Arbeitsmoral etc. geht und was einfach zeigt, dass man voneinander lernen kann, aber nicht immer sofort verurteilen sollte.
Interessant finde ich bei "Dog Gone" auf jeden Fall auch, dass der Film inhaltlich zunächst eher blass erschien und dass auch zum Beispiel die Rückblenden in Ginnys Leben lange zusammenhangslos erschienen. Das führte dazu, dass ich zwar bei den Marshalls und ihrer Suche nach Gonker mitgefiebert habe, aber dass mich die Stilistik auch mit den Gedanken wandern ließ. Das ist immer gefährlich, aber ich finde, dass "Dog Gone" am Ende einen schönen Bogen bekommen hat. Insgesamt würde ich daher auch sagen, dass "Dog Gone" seine doch vielen wichtigen Botschaften nicht auf den ersten Blick preisgibt, sondern dass man schon etwas länger drüber nachdenken muss.
Fazit
"Dog Gone" ist ein Film für alle Tierliebhaber, da mit unterschiedlichen Perspektiven dargelegt wird, welchen Platz das geliebte Haustier im Leben einnehmen kann und wie das alle Sichtweisen auf das, was zählt, verändern kann. Auch abseits davon betreibt der Film viel Aufklärungsarbeit, wenn sich das auch erst auf den zweiten Blick eröffnet. Das macht den Eindruck manchmal etwas unrund, aber ein Sehvergnügen bleibt der Film damit trotzdem.
Lena Donth - myFanbase
16.01.2023
Diskussion zu diesem Film
Weitere Informationen
Originaltitel: Dog GoneVeröffentlichungsdatum (USA): 13.01.2023
Veröffentlichungsdatum (DE): 13.01.2023
Länge: 95 Minuten
Regisseur: Stephen Herek
Drehbuchautor: Nick Santora
Genre: Familie, Drama
Darsteller/Charaktere
Johnny Berchtold
als Fielding Marshall
Rob Lowe
als John Marshall
Kimberly Williams-Paisley
als Ginny Marshall
Nick Peine
als Nate
Savannah Bruffey
als Peyton Marshall
Brian Brightman
als Ginnys Vater
Holly A. Morris
als Ginnys Mutter
Caroline Skye
als junge Ginny
Annabella Didion
als Julie
Daniel Annone
als Doug
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