Heart of Stone
Inhalt
Rachel Stone (Gal Gadot) ist als Agentin für die Charta tätig und ist damit mit der Aufgabe betraut, den Frieden auf der Welt zu waren. Für eine Mission ist sie undercover beim MI6 tätig. Dadurch wird sie auf eine begnadete Hackerin namens Keya Dhawan (Alia Bhatt) aufmerksam, die der Charta das nehmen will, worauf sie am meisten angewiesen sind: eine Waffe mit unvergleichlichen Fähigkeiten. Während sich Rachel in diesen Fall hineinkniet, weil sie emotionale Bindungen aufgebaut hat, muss sie erfahren, dass manche mit gezinkten Karten spielen, was nicht nur ihr Leben auf Spiel setzt.
Kritik
Actionfilme sind eigentlich nicht mein klassisches Genre, aber es gibt immer mal wieder Gründe, warum ich dann eben doch einschalte. Damit ist aber schon klar, dass ich nicht die Erfahrung habe, um "Heart of Stone" in diesem Genre mit zahlreichen Beispielen richtig einzuordnen. So habe ich nun schon mehrfach in Kritiken gelesen, dass der neue Film von Netflix große Parallelen zu der "Mission: Impossible"-Reihe aufweist, aber schlechter gemacht ist. Da ich keinen einzigen Film dieser Reihe kenne, kann ich diese Kritik schlecht widerlegen noch bestätigen. Deswegen bin ich in dieser Rezension darum bemüht, einen losgelösten Eindruck zu beschreiben. Mein Einschaltgrund war auf jeden Fall Gal Gadot, über die Margot Robbie meinte, dass sie sie intuitiv gerne als Barbie gecastet hätte, weil sie innerlich und äußerlich perfekt scheint. Dieses Kompliment fand ich sehr passend, weil die durch "Wonder Woman" richtig bekannt gewordene Schauspielerin tatsächlich etwas ausstrahlt, was sehr rein und natürlich wirkt. Da passt es wirklich gut, sie in diesem Film so gekonnt in Szene zu setzen, weil sie schon längst bewiesen hat, Filme ganz alleine tragen zu können.
Ich finde auch, dass die Rolle der Rachel sehr gut auf Gadot passt, denn sie wird als eine Agentin inszeniert, die nicht zimperlich ist, die das Herz aber eindeutig auf dem richtigen Fleck hat. Das merkt man durch den ganzen Film hinweg, beispielsweise am Anfang, wenn verdeutlicht wird, welche vertraute Beziehungen sie zu den Kollegen hat, in deren Gruppe sie infiltriert wurde. Richtig abgebrüht professionell wäre es wohl gewesen, wenn Rachel das alles nicht an sich heran gelassen hätte, aber sie konnte sich eben nicht erwehren, Parker (Jamie Dornan), Yang (Jing Lusi) und Bailey (Paul Ready) so ins Herz zu lassen, dass sie sie einfach sich selbst überlassen könnte. Aber am Ende ist es auch die Hackerin Keya, bei der Rachel intuitiv spürt, dass sie ein guter Mensch mit fragwürdigen Überzeugungen ist, was sie verleitet, die junge Frau unbedingt retten zu müssen. Der Film mag noch so sehr seinen Fokus auf die Action gelegt haben, aber bei Rachel ist immer durchgedrungen, dass sie ein Herz aus Gold hat und über das Tempo hinweg immer eine besondere Wärme ausstrahlt. Auch Keya finde ich gut ausgestaltet, weil ihr Schicksal tragisch ist und es verständlich ist, dass sie für gewisse Pläne zu ködern war und die Konsequenzen naiv verdrängt hat, nur um dann zusehends ein schlechtes Gewissen zu bekommen. So ist letztlich auch bei ihr deutlich geworden, dass sie ein guter Mensch ist, weswegen die Verbindung zwischen ihr und Rachel auch so natürlich erschien. Die restlichen Figuren sind aufgrund des Genres nur wenig überraschend blass ausgestaltet. Dorman als Parker hat durchaus auch noch eine vielschichtige Rolle, aber spätestens nach hinten heraus wirkte das Ganze ein wenig oberflächlich. Er und seine Art bestimmen das Filmende in entscheidendem Ausmaß, aber ich hatte den Eindruck, dass man ihm lieber stereotype Gründe gegeben hat, als ihn komplexer zu charakterisieren.
Die Grundprämisse des Films fand ich sehr spannend angelegt. Wir befinden uns mitten in dem wichtigen Diskurs, welche Bedeutung eine KI einnehmen kann und darf. Die Charta verfügt nun über die mächtigste KI überhaupt und hat sich damit einem guten Zweck verschrieben. Zumindest auf dem Papier. Denn die Beispiele Keya und Parker zeigen deutlich, dass eine im Kern mitmenschlich gedachte Mission auch Opfer als Folge haben kann. Daran musste ich auch während der zahlreichen Actionszenen denken. Diese waren sehr wild und für unbeteiligte Menschen sehr gefährlich inszeniert. Das jagt zwar den Puls hoch, aber insgesamt passte es auch irgendwie nicht. Denn wie Rachel teilweise auf den Bikes durch die Gegend rast und mitten durch belebte Plätze, das passt nicht zu einer Frau, die sich dem Frieden verschrieben hat. Diese Argumentation soll nun aussagen, dass ich die Idee der Charta wirklich interessant finde, aber dass sie nicht ideal ausgearbeitet wurde und dann angesichts der Actionszenen zunehmend austauschbar wurde. Nun lässt das Ende des Films erahnen, dass Netflix möglicherweise einem zweiten Ableger grünes Licht gibt. Das fände ich auch okay, aber dann müsste definitiv noch einiges nachgeholt werden. Einfach weiter stupide auf Action setzen wäre dabei eindeutig die falsche Entscheidung.
Insgesamt lässt sich über den Handlungsverlauf sagen, dass er nicht sonderlich kompliziert angelegt ist. Es wird immer mal wieder bewusst verschleiert erzählt, weswegen kleinere Überraschungen möglich sind, aber ansonsten haben wir eine große Entwicklung, die durch den ganzen Film hinweg vorangetrieben wird. Dabei ist es klar eine One-Woman-Show, weil es für Rachel eben nichts gibt, was sie nicht kann. Zwar hat sie in der Zentrale ihren Helfer Jack (Matthias Schweighöfer), aber so, wie Rachel teilweise agiert, kann man sich eigentlich sicher sein, dass sie es ist komplett alleine hinbekommen hätte. Ich bin grundsätzlich mehr ein Fan von guter Teamarbeit, aber das ist schwer einzuschätzen, wenn eine Figur so dominant ist. Dann ist es eben nur ihre Empathie, dass sie die Kollegen nicht geringschätzt, die zumindest den Eindruck vermittelt, dass sie froh über die Leute in ihrem Rücken ist. Aber auch hier könnte ich klar festhalten, sollte es einen zweiten Film geben, wäre es sicherlich sinnig, wenn die Handlung mehr verteilt wird und die Figuren noch mehr als nur ihre Gegenwart sind.
[b[Fazit
"Heart of Stone" ist ein flott erzählter Actionfilm, der Gal Gadot als Agentin Rachel Stone gut in Szene setzt und aus ihr eine sympathische Heldin macht. Viele Ansätze in Bezug auf Grundidee und Potenzial des Casts bleiben sicherlich hängen, aber in der Ausführung tun sich auch manche Schwächen auf. Ich kann mir gut vorstellen, dass Netflix hier eine Reihe aufbauen könnte, aber dann sollte noch einiges von dem nachgeholt werden, was in diesem Film auf der Strecke geblieben ist.
Lena Donth - myFanbase
29.08.2023
Diskussion zu diesem Film
Weitere Informationen
Originaltitel: Heart of StoneVeröffentlichungsdatum (USA): 11.08.2023
Veröffentlichungsdatum (DE): 11.08.2023
Länge: 122 Minuten
Regisseur: Tom Harper
Drehbuchautor: Greg Rucka & Allison Schroeder
Genre: Thriller, Action
Darsteller/Charaktere
Gal Gadot
als Rachel Stone
Jamie Dornan
als Parker
Jing Lusi
als Yang
Paul Ready
als Bailey
Alia Bhatt
als Keya Dhawan
Matthias Schweighöfer
als Jack
Sophie Okonedo
als Nomad
Enzo Cilenti
als Mulvaney
Jon Kortajarena
als Der Blonde
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als Karokönig
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Diana Yekinni
als Clara, Herz-Sechs
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