Our Little Secret
Inhalt
Avery (Lindsay Lohan) und Logan (Ian Harding) haben sich vor zehn Jahren getrennt und seitdem kein Wort mehr miteinander gewechselt. Mit Cam (Jon Rudnitsky) und Cassie (Katie Baker) sind sie auch jeweils in neuen Beziehungen. Als sie jeweils deren Familie kennenlernen wollen, müssen sie feststellen, dass Cam und Cassie Geschwister sind. Avery und Logan halten ihre gemeinsame Vergangenheit zurück und schließen einen Deal: Sie hilft ihm bei einem beruflichen Vorhaben und er wiederum unterstützt sie, bei Matriarchin Erica (Kristin Chenoweth) einen besseren Eindruck zu hinterlassen. Doch schnell fliegen altbekannte Funken.
Kritik
Lindsay Lohans Comeback zeichnete sich vor allem durch einen lukrativen Deal mit Netflix aus und "Our Little Secret" ist der dritte und letzte Film, der damit den Vertrag erfüllt. Um das gleich mal am Anfang etwas zu rekapitulieren, bin ich mit allen drei Filmen nicht 100% warm geworden. Aber es liegt sicherlich nicht an Lohan selbst, zumal auch alle drei produzierten Filme, also "Irish Wish" und "Falling for Christmas", nicht richtig miteinander zu vergleichen sind und es an unterschiedlichen Stellen hapert. Hier ist für mich das Argument, dass "Our Little Secret" einiges parallel sein will, dadurch aber alles auch nur maximal durchschnittlich anbietet.
Mit dem animierten Teil ging es für mich eigentlich positiv los. Schon bei "Hot Frosty" hatte ich angesprochen, dass alles, was an Märchen erinnert, für mich spielerisch leicht zieht. Auch hier wirkte es durch die Erzählstimme, die uns im Zeitraffer die gemeinsame Geschichte von Avery und Logan erzählt, märchenhaft, weil auch ohne die konkreten Schauspieler*innen vor Augen es aber dennoch so wirkte, als sei das diese Sandkastenliebe, der man ihr 'für immer' von Herzen gönnt. Schnell entsteht dann aber der Bruch in der Geschichte, indem wir in ein gemeinsames Weihnachtsfest beider Familien geworfen werden. Doch harmonisch und märchenhaft ist da gar nichts mehr, denn es kommt gleich zur Trennung. Auch wenn die beiden zehn Jahre jünger sein sollen als im sonstigen Schwerpunkt, hat man das optisch wenig überraschend überhaupt nicht hinbekommen. Dafür hat es im Verhalten aber gepasst, denn Logan hat den im Stolz verletzten Wutbürger genauso überzeugend gegeben wie Avery das distanzierte verschreckte Reh. War jetzt nicht so ein Superstart, um Lohan und Harding erstmals live in Farbe zu sehen. Vor allem, selbst wenn ich vorher all das Tolle im Sprint gesehen habe, aber die beiden gleich in einem so großen Streit, da weiß ich nicht, ob die später fehlende Chemie daran liegt, dass sie nach sowas sich nur schwer erholen konnte, oder ob da wirklich durchgängig keine war. Grundsätzlich finde ich auch, dass dem Film Chemie fehlte, in allen Beziehungen. Avery und Logan in ihren neuen Beziehungen, da kam überhaupt nichts rüber, so dass ich mich gefragt habe, wie sie alleine die Anfahrt miteinander im Auto überstanden haben. Aber auch die Familie untereinander wirkte überhaupt nicht wie eine, sondern eher so, als seien ein paar Gestalten zusammen in ein Haus gepflanzt worden.
Die fehlende Chemie ist für mich höchstwahrscheinlich auch der Grund, warum auch der Humor nicht ideal funktioniert hat. Es gab kleinere Momente, in denen man gut lachen konnte, aber gerade die größeren Storylines, bei denen man schon im Aufbau der Grundidee merkt, dass sie auf etwas Großes hinarbeiten, endeten urplötzlich ohne Knall. Ein gutes Beispiel war sicherlich die Szene, als Avery high ist und ihren Auftritt mit der Weihnachtsgeschichte in der Kirche hat. Das hätte extrem lustig werden können, hat aber höchstens ein Viertel dann erfüllt. Gleich danach folgt aber eine kleine Szene im Austausch zwischen dem Priester (Kurt Yue) und Mutter Erica, die dann aber ideal saß. Direkt so im konkreten Vergleich zeigt das also gut, dass der größere Aufbau den kleinen Momenten völlig hinterhergelaufen ist. Zugegeben war es auch in dem Sinne schwierig, weil schon die Grundidee des Films eher einfallslos ist. Chaos in der Familie, tausend Geheimnisse im Gepäck, das wird als Motiv sehr, sehr gerne genommen. Es bietet sich auch an, weil Weihnachten oft der feste Termin im Jahr ist, an dem alle zusammenkommen. Aber wenn man eine Idee nimmt, die schon vielfach ausgestaltet worden ist, dann muss das Ergebnis auch aus Bewährtem dennoch Neues machen.
Das Neue meint dabei für mich noch nicht mal, dass etwas geschaffen werden muss, dass es noch nie gab. Das ist eher unrealistisch. Aber neu kann sich schon etwas anfühlen, wenn der konkrete Cast in dem einen konkreten Moment etwas schafft, was sich wie ein Unikat anfühlt und deswegen über eine Weihnachtssaison hinweg im Gedächtnis bleibt. So entstehen immerhin Klassiker. Was für mich sehr oft zieht, ist dann die Botschaft und auch auf der Ebene kann ich leider nicht wirklich etwas vermelden. Die Ansätze zu Avery, die nach dem Tod ihrer Mutter entwurzelt wurde, das war mir viel zu brav umgesetzt. Auch wenn es den einen Moment im leeren Haus gab, bevor das Elternhaus zur Besichtigung freigegeben werden sollte, aber das wirkte auch eher wie die Erfüllung einer Aufgabe, weniger wie das, was sich logisch ergeben musste. Auch Logans berufliche Situation hat sich für mich inhaltlich nicht konsequent aufgebaut. Wir bekommen zwar mit, dass Cassie überall die Lüge herumerzählt, dass er eine große Nummer im Bauwesen ist, aber ob es jetzt schon eine Lüge von Logan an sie ist, oder ob sie sich etwas schämt, das wurde nicht klar. Dass Logan aber Bestrebungen zu Höherem hatte, das war zu erkennen, sonst hätte er wohl auch den Deal mit Avery nicht abgeschlossen. Aber all seine Bestrebungen endeten für mich letztlich im Nichts. Während es für Avery schon rund wurde, fehlte Logans Perspektive, weswegen ich insgesamt auch vermute, dass er für das Drehbuch auch weniger wichtig war.
Stattdessen hatte ich eher den Eindruck, dass neben Lohan Chenoweth der zweite Star ist. Das kann ich auch durchaus nachvollziehen, weil die Rolle Erica natürlich wie gemalt für sie war. Deswegen waren bei ihr auch Entwicklungen abzulesen und ich fand auch die Mischung angenehm, wie sie ausgeteilt hat, aber auch einstecken musste. Aber in erster Linie sollte "Our Little Secret" doch ein Liebesfilm sein und Avery und Logan haben mir gar nichts gegeben. Leider. Deswegen fand ich sehr überraschend die Solo-Szenen der beiden Figuren langweiliger als die, wenn genug Familienmitglieder auf einen Haufen wahren. Da gab es wenigstens ständig einen neuen Input, selbst wenn die Witze auch mal nicht zündeten.
Fazit
Netflix hat 2024 insgesamt vier US-amerikanische Weihnachtsfilme eigenproduziert und ich finde, dass "Our Little Secret" dabei am schwächsten über die Ziellinie gekommen ist. Es hatte für mich insgesamt zu wenig Pfiff, zu wenig Chemie und zu wenig Humor. So wurde der ganze erhoffte Spaß leider zäher als erwartet.
Lena Donth - myFanbase
01.12.2024
Diskussion zu diesem Film
Weitere Informationen
Originaltitel: Our Little SecretVeröffentlichungsdatum (USA): 27.11.2024
Veröffentlichungsdatum (DE): 27.11.2024
Länge: 101 Minuten
Regisseur: Stephen Herek
Drehbuchautor: Hailey DeDominicis
Genre: Romance, Komödie
Darsteller/Charaktere
Lindsay Lohan
als Avery
Ian Harding
als Logan
Kristin Chenoweth
als Erica
Jon Rudnitsky
als Cameron
Katie Baker
als Cassie
Dan Bucatinsky
als Leonard
Jake Brennan
als Callum
Judy Reyes
als Margaret
Tim Meadows
als Stan
Ash Santos
als Sophie
Henry Czerny
als Mitchell
Chris Parnell
als Tierarzt
Bobbie Eakes
als Cheryl
Melinda Tanner
als Ida
Mim Drew
als Susan
Kurt Yue
als Priester
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