Interview mit Richard Madden

Das folgende Interview mit dem britischen Schauspieler Richard Madden wurde uns von Sky Deutschland und HBO exklusiv zur Verfügung gestellt.

Richard, dessen Schauspielkarriere mit 13 Jahren begann, spielt Robb Stark in dem HBO-Fantasy-Epos "Game of Thrones". Er spricht in diesem Interview über Robbs Weg von einem unerfahrenen Jungen zum König des Nordens, verrät einiges aus der dritten Staffel und berichtet davon, wie es war, George R. R. Martin zu treffen.

Hier könnt ihr das Originalinterview nachlesen. | Read the original interview in English.

Foto: Richard Madden, Game of Thrones - Copyright: 2013 Home Box Office, Inc. All rights reserved.
Richard Madden, Game of Thrones
© 2013 Home Box Office, Inc. All rights reserved.

1. "Game of Thrones" ist ein Riesenerfolg – was ist es für ein Gefühl, Teil dieser epischen Saga zu sein?

Ich bin in dieser Zeit als Schauspieler erwachsen geworden, das spiegelt die Entwicklung meines Charakters Robb, der im Lauf der Geschichte zu einem überzeugenden, charismatischen Anführer wird. Ich war ein junger Schauspieler, der eine tolle Rolle in einer großen Serie erhalten hat, womit ich nie gerechnet hätte. Das hat mich als Schauspieler immer mehr herausgefordert, was ich wirklich sehr genossen habe und ich hoffe, dass ich mit dem wachsenden Druck gut umgegangen bin und meine Sache gut gemacht habe. In gewisser Weise ist das vergleichbar mit Robbs Entwicklung – er ist ein junger Mann, der Verantwortung übernehmen muss und ein König, ein Anführer wird. In der zweiten Staffel habe ich als Schauspieler zu mir selbst gefunden, genau wie Robb als Anführer zu sich selbst findet. Es gab also viele dieser Parallelen.

2. Dein Charakter Robb wurde von seiner ganzen Familie getrennt, außer von seiner Mutter Catelyn. Hat dies dazu geführt, dass du eine besondere Beziehung zu Michelle Fairley hast?

Es war etwas Besonderes, Robb zu spielen, und ich habe jede Minute davon geliebt, besonders meine Szenen mit Michelle Fairley. Wir sind gute Freunde geworden, denn es ist selten, dass man mit einem anderen Schauspieler Jahr für Jahr sechs Monate am Stück zusammen arbeiten kann. Wir wurden als Schauspieler in die erste Staffel geworfen und haben versucht, die Beziehungen zum Leben zu erwecken und Vertrauen aufzubauen – und das haben wir geschafft. Wenn ich also Szenen mit Michelle habe und wir gemeinsam herausfinden, wie sich diese Charaktere verändern und entwickeln, ist das etwas ganz Besonderes. Es war eine tolle Erfahrung, Beziehungen wie diese aufzubauen und das Vertrauen, das damit einhergeht, sorgt dafür, dass unsere Arbeit vor der Kamera komplexer, subtiler, dramatischer und hoffentlich auch berührend sein kann.

3. Kannst du kurz zusammen fassen, wo Robb am Ende der zweiten Staffel steht?

Robb hat mit Talisa eine Frau in seinem Leben, aber er hat darüber hinaus auf gewisse Art auch eine Frau verloren, nämlich seine Mutter. Und Robb hat immer weise Köpfe gebraucht, die ihm gute Ratschläge geben, seit er notgedrungen die Position des Anführers des Nordens übernommen hat.

4. Er weiß jetzt, dass man als Anführer einsam ist…

Ja, das weiß er. Zu Beginn der zweiten Staffel hat er so getan, als ob er ein König und Anführer ist und am Ende der Staffel ist er es tatsächlich geworden. Und diese Entwicklung führt dazu, dass er nicht mehr länger nur auf die Menschen in seinem Umfeld oder die angreifenden Armeen reagiert. Am Ende der Staffel ist er der Anführer, der die Entscheidungen trifft und die Menschen um sich herum befehligt. Er hat das Kommando.

Foto: Oona Chaplin & Richard Madden, Game of Thrones - Copyright: 2013 Home Box Office, Inc. All rights reserved.
Oona Chaplin & Richard Madden, Game of Thrones
© 2013 Home Box Office, Inc. All rights reserved.

5. Muss er dafür einen Preis zahlen?

Nun, am Ende der Staffel widerfährt ihm etwas, das er als niederschmetternden Verrat ansieht: Seine Mutter Catelyn verhilft seinem Gefangenen Jaime Lannister zur Flucht, indem sie ihn mit Brienne nach Königsmund schickt. Er weiß nicht, was mit seinen Brüdern und Schwestern passiert ist und das einzige Familienmitglied, das noch bei ihm ist, seine Mutter, sein Fleisch und Blut, hat ihn schwer enttäuscht. Er versteht, weshalb sie es getan hat und er weiß, dass sie dachte, das Richtige zu tun. Aber er ist der König, der Anführer – das ist sein Fokus und sie hat ihn untergraben. Er fühlt sich also sehr einsam und das hat Auswirkungen auf seine Beziehung mit Talisa. Obwohl seine Mutter damit nicht einverstanden ist, denkt Robb "Scheiß drauf, ich hab alles so gemacht, wie es von mir erwartet wurde und es hat nicht funktioniert. Deshalb folge ich jetzt zur Abwechslung nicht meinem Kopf, sondern meinem Herzen, denn meinem Kopf zu folgen hat mir nichts gebracht. " Und ich glaube, das ist ein Wendepunkt für ihn.

6. Die dritte Staffel wurde noch nicht im deutschen Free-TV gesendet – kannst du uns etwas darüber verraten?

Ihr könnt mehr fantastisch erzählte Geschichten erwarten, denn das macht Georges Werk aus – er hat eine so unglaubliche Geschichte erschaffen, die nie aufhört, das Publikum zu packen und voller Figuren ist, die unerwartete Dinge tun. Wir sind in den Händen eines meisterhaften Geschichtenerzählers und die dritte Staffel ist meiner Meinung nach genauso gut, wenn nicht sogar besser als die vorherigen Staffeln. Sie beschäftigt sich mit den Themen, um die es von Anfang an ging: Machtlust, Verrat, dysfunktionale Familien – es ist alles dabei.

7. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber es ist eine wichtige Staffel für deinen Charakter. War es eine Herausforderung, das zu spielen?

Es ist immer eine Herausforderung, aber es ist auch immer ein großer Genuss. Und ja, es passiert einiges mit Robb in dieser Staffel. Ich mag die dritte Staffel, weil er am Anfang bei der Familie seiner Mutter ist, den Tullys, die er jahrelang nicht gesehen hat. Und es ist seltsam, Robb wieder in einer familiären Umgebung zu sehen. Früher war er einfach nur ein Neffe und jetzt muss sein Onkel vor ihm niederknien, denn er ist sein König. Die Familiendynamik ist also sehr seltsam. Wir reisen nach Schnellwasser zur Beerdigung meines Großvaters und Robbs Beziehung zu seiner Mutter ist noch immer schwierig, weil sie Jaime Lannister befreit hat. Niemand ist ihm so nah, wie sie es früher war – er hat seine wichtigste Vertraute verloren. Ob er es will oder nicht, er muss der König sein und als solcher ist er einsam. Er hat auch noch viele andere Probleme, nicht zuletzt weil er eine schwindende Armee voller Männern hat, die erschöpft und ausgehungert sind. Am Anfang von Staffel drei sagt er einen großartigen Satz:
"Tywin Lannister (Charles Dance) weiß genau, was er machen muss, damit wir auseinander fallen – gar nichts." Robb befindet sich also in einer sehr gefährlichen Lage.

Interview mit Richard Madden weiterlesen


Hinweis: © Sky/HBO/myFanbase 2013 - Das Exklusivinterview darf nicht auf anderen Internetseiten oder an sonstiger Stelle veröffentlicht werden! Die ersten beiden Fragen dürfen mit Link zu dieser Seite gepostet werden. Übersetzungen in andere Sprachen als Englisch oder Deutsch dürfen mit Link zu dieser Seite und Angabe des Interviewers veröffentlicht werden.

Kommentare