myFanbase-Serienwahl 2008

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Die letzten paar Jahre wurden von zwei wundervollen Damen aus dem beschaulichen Stars Hollow dominiert. Insgesamt 26 Siege bei den vergangenen drei Serienwahlen konnten die "Gilmore Girls" einheimsen, aber dieses Jahr nimmt ihre Regentschaft gleich in doppelter Hinsicht ein Ende: zum Einen war dieses (verflixte) siebte Jahr das Ende der "Gilmore Girls" (und somit stehen die Damen im nächsten Jahr nur noch in der Kategorie "Beste beendete Serie" zur Wahl) und zum anderen wurden sie dieses Jahr von einer anderen Serie in Sachen Gesamtsiege überholt! Welche Serie das wohl ist? Drumroll, please!

Na, gespannt? Den meisten dürfte es aber klar sein. Dieses Jahr sammelten die beiden Lorelais insgesamt fünf Siege – einen weniger als der diesjährige Spitzenreiter: "One Tree Hill". Mit sechs Kategoriesiegen katapultierte sich das Drama um die beiden Scotts an die Spitze des Serienrankings. Auf dem dritten Platz tummeln sich (mit jeweils drei Siegen) gleich vier hochkarätige Serien. Außerdem ist einer außergewöhnlichen jungen Dame ein absoluter Coup gelungen: zum ersten Mal wurde eine Schauspielerin für zwei verschiedene Serien in zwei verschiedenen Kategorien mit unserem begehrten, aber namenslosen Preis ausgezeichnet! Aber mal zu den Kategorien...

Comedy

Unter den humorvollen Darbietungen war dieses Jahr alles Aktuelle aus den Serien "Californication", "Desperate Housewives", "Gilmore Girls", "How I Met Your Mother", "Pushing Daisies", "Samantha Who?" und "Scrubs" zur Wahl gelassen. Jedoch sind es sieben Serien und in jeder Kategorie höchstens fünf Nominierte, sodass wir schweren Herzens ein paar Glanzleistungen nicht nominieren konnten.

In der Kategorie "Beste Comedy-Serie" traf es leider die Hausfrauen um den Männertraum Eva Longoria Parker, die es in der internen Vorwahl nur auf Rang sechs und somit nicht unter die Nominierten schaffte. Aber auch wenn sie dabei gewesen wären, hätten sie wirklich den überzeugenden Sieg der "Gilmore Girls" verhindern können? Souverän setzten sie sich in ihrer letzten Amtszeit erneut als Königinnen der Comedy durch. Und auch wenn die Quoten etwas anderes behaupten mögen, so konnten sich die Neulinge von "Pushing Daisies" mit ihrer ersten Staffel auf Platz 3 vorringen.

Unter den Schauspielern und Schauspielerinnen lieferten sich besonders Sam Lloyd (besser bekannt als der glücklose Anwalt Ted) und Shawn Pyfrom einen engen Kampf um die Krone der besten Nebendarsteller. Außerdem kehrte mit Alyson Hannigan eine alte Bekannte aufs Parkett zurück – und sackte gleich den Titel als beste Hauptdarstellerin in Sachen Komödie ein.

Insgesamt gab es für "Scrubs" und die "Gilmore Girls" besonders fette Beute, die vier von insgesamt fünf Titeln unter sich aufteilten. Für "Scrubs" besonders bemerkenswert, denn allein in der Abteilung Comedy konnte sie schon genauso viele Siege einfahren wie bei allen bisherigen myFanbase-Wahlen. Völlig leer gingen dagegen drei Neulinge ("Californication", "Pushing Daisies", "Samantha Who?") und die hochkarätigen Hausfrauen aus.

Crime

Auch in Sachen Krimi-Fernsehserien bot dieses Jahr einiges, was über die "CSI"- und "Law & Order"-Franchises hinausgeht, an. Auch hier standen wieder sieben wunderbare Serien parat um eventuell einen Titel abzustauben. Und immerhin vier haben das auch gleich geschafft! Aber auch in dieser Kategorie stehen Verabschiedungen an: auf Wiedersehen, "Veronica Mars" und Alias"!

Traurige Abschiede hin oder her, eine Frau versteht es gute Ausstände zu geben – Kristen Bell. Im Hinauslaufen aus dem Crime-Sektor nimmt sie noch schnell (wenn auch sehr, sehr knapp) den Titel als beste Hauptdarstellerin mit und hüpft dann mal eben zu den Mystery-Serien hinüber. Wo sie (um mal ein wenig was vorweg zu nehmen) gleich noch mal abkassiert. Respekt, Fr. Bell, Respekt. Aber neben der allseits verehrten Kristen konnten natürlich auch andere Personen glänzen. Amy Acker zum Beispiel konnte gleich als zweite ehemalige Joss-Whedon-Schülerin (neben Alyson Hannigan) für eine neue Serie einen Preis kassieren – na, wenn das mal kein gutes Zeichen für das bevorstehende "Dollhouse" ist!

Ja, auch "Alias" kann gut Ausstand feiern – unter den Hauptdarstellerinnen so knapp an Kristen Bell gescheitert und in Sachen Nebendarsteller/innen gleich einen Doppelsieg eingefahren. So gibt's immerhin zwei Siege zum Ende... ist doch auch schön!

Drama

Durch die Trennung von Drama und Comedy-Serien befreit von der Terrorherrschaft der "Gilmore Girls" konnten sich dieses Jahr die Dramaturgen untereinander einigen, wer sich Sieger nennen darf. Und zur Überraschung vieler (also zumindest meiner) stand nicht etwa "Grey's Anatomy" bereit um abzustauben... nein – sondern "One Tree Hill". Gleich dreifach konnten die Scotts und ihr Gefolge den Sieg ihr eigen nennen - unter anderem (natürlich) als beste Drama-Serie.

Und alles was "One Tree Hill" nicht einsackte, sahnte die Crew um den sympathischen, lebensfrohen Gutmenschen "Dr. House" ab. Naja, die schauspielerische Leistung von Hugh Laurie ist ja auch einfach umwerfend... also ist es wohl nicht ganz zu unrecht. Außerdem sind sie der (nicht abgesetzte!) Beweis dafür, dass es auch bei myFanbase Serien geben kann, die nicht jedes Jahr wegen mieser Einschaltquoten um ihre Existenz bangen müssen!

"Grey's Anatomy" – ein Phänomen der deutschen Fernsehlandschaft – hingegen ist in seiner Hauptkategorie gänzlich ohne Titel geblieben. Naja, wir haben ja Gott sei Dank noch Nebenkategorien, in denen sich die jungen Ärztinnen gleich gegen alle beweisen können. Während sich die GAler genau damit trösten können, können alle OTH-Fans ihr triumphales Lächeln aufsetzen.

Mystery

Seit knapp zwei-einhalb Jahren dreht sich die amerikanischen Mystery-Welt nur noch um eine Frage: "Heroes" oder "Lost"? Bei der Serienwahl war auch dies eines der zahlreichen, spannenden Duelle und ihr habt euch entschieden. Klar und deutlich. Mit einem eindeutigen "Supernatural"! Während "Heroes" den beiden Winchester-Brüdern noch zwei Titel abluchsen konnte, ging "Lost" komplett leer aus.

In dieser Kategorie setzt sich der zweite Teil der Leistung von Kristen Bell fort. Aber "Heroes" wartet auch mit anderen ganz starken Frauen auf: Hayden Panettiere konnte ihren Titel von 2007 erfolgreich verteidigen, und gleich hinter ihr fuhr eine zweite Heldin ins Ziel, nämlich Ali Larter. Bei den Männer fuhr Jensen Ackles einen so überzeugenden Sieg ein, dass die von ihm gesammelte Stimmenanzahl bei dieser Wahl nur einmal übertroffen wurde.

Extra-Kategorie: Serien

Wie jedes Jahr gab es natürlich auch dieses Jahr wieder einige wunderbare Extra-Kategorien. Mit den Kategorien "Beste neue Serie" und "Beste in Deutschland noch nicht gestartete Serie" schauen wir nach vorn und hoffen auf eine unterhaltsame Zukunft. Und die Sieger versprechen diese natürlich auch auf extrem hohem Niveau, wenn auch in sehr bekanntem Terrain. "Private Practice", das "Grey's Anatomy"-Spin-Off, konnte sich vor der starken Konkurrenz wie "Pushing Daisies" oder "Dexter" behaupten. Als bestes bislang noch nicht im deutschsprachigen Free-TV zu sehendes Fernsehprodukt konnte sich mit extremen Vorsprung "Gossip Girl" durchsetzen. Na dann warten wir mal gespannt auf den Serienauftakt bei uns!

Aber auch die Vergangenheit gehört gewürdigt! Und um den Gerüchten, dass hier einfach immer wieder der gleiche alte Schmarn auf Platz eins gewählt wird, einen Schlag ins Gesicht zu verpassen, haben wir dieses Jahr bereits zum vierten mal einen neuen Sieger. Lediglich eines hält sich in dieser Kategorie konstant: "Buffy" landet zum vierten mal in Folge unter den ersten drei.

Und den einzigen Preis, in dem keine der fast 50 Serien antreten durfte, die bei uns einen eigenen Bereich haben, sackten wieder einmal die verrückten Gelben aus Springfield ein. Denn nur wenn eine Serie Lebenseinstellung ist... ihr kennt ja die Werbung. Aber auch kleine Randerscheinungen des Fernsehgeschäfts haben bei uns eine Chance. Die One-and-Done-Serie "Moonlight" landete auf Platz zwei. Dann sind wir uns wohl einig, dass diese Absetzung vollkommen unnötig war!

Extra-Kategorie: Produktion

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Ja, auch die Männer und Frauen hinter den Kameras verdienen Respekt. Unserer Ansicht nach reicht es nicht, dass sie das Fernsehgeschäft ein halbes Jahr lang lahm legen um ihre wohlverdiente Gehaltserhöhung zu bekommen, nein sie verdienen auch die Anerkennung der Fans! Immerhin sind sie es, die diese wunderbaren Geschichten schreiben, die uns mitfiebern, mitzittern, mitheulen und mitlachen lassen. Außerdem werden in diesem Jahr erstmals von uns die Leute gelobt (und geehrt), die es schaffen, tolle amerikanische Serien auch auf Deutsch begeisternd sein zu lassen. Ja, es gibt nicht nur schlechte, sondern auch viele wirklich tolle Synchronisationen – die gewürdigt werden sollten und es viel zu wenig werden!

Und wo wir gerade schon mal beim Ton sind: Musik! Ein wichtiger Bestandteil jeder Serie, ob es nun die dramatische Untermalung einer traurigen Szene oder der ohrwurmige Titelsong, der im Gehirn auf alle Zeiten mit einer Serie verknüpft sein wird, ist: sie verleiht dem bewegten Bild einfach eine Tiefe, in der man sich verlieren kann. Außerdem ist es natürlich für viele Serien eine wunderbare Merchandising-Option! So oder so: sowohl in Sachen Titelsong als auch in integrierter Musik konnte dieses Jahr vor allem eine Serie überzeugen – "One Tree Hill". Doppelerfolg in Sachen Musik.

Und natürlich ein wichtiger Aspekt der perfekten Serienproduktion: Staffelfinale (ich weigere mich wehement "Finals" als Mehrzahl von Finale zu benutzen!). Der Kern- und Endpunkt der Staffelhandlungen und Entwicklungen die das Produktionsteam (mindestens) ein Jahr lang zusammengesponnen hat! Auch diese finden hier natürlich ihre Würdigung. Allen voran des dramatische Finale der vierten Staffel von "Grey's Anatomy".

Extra-Kategorie: Inhalt

Und jetzt endlich zum Inhalt des im vergangenen Jahr Gesehenen! Besonders wichtig für viele Serien sind immer wieder die verschiedensten Zweier-Konstellationen, die es gibt: unterhaltsame Freundschaften, erbitterte Feindschaften und liebevolle Paare. All das (vielleicht auch in anderen Kombinationen aus Adjektiv und Nomen) zeichnet Serien aus, die man immer wieder gerne schaut. Naja, und wer sagt denn, dass alles den "normalen" Definitionen von diesen Worten entsprechen muss? Zum zweiten mal hintereinander geht der Preis für die beste Feindschaft an J. D. und den Hausmeister, während ein Paar, das sich nicht berühren darf, bei den besten Paaren auf Platz zwei landet.

Aber nicht alles kann man zu zweit machen. Für manches braucht man die Familie. Gut, in manchen Fällen besteht die Familie eigentlich nur aus zwei Leuten – aber das macht ja nichts. Familie bleibt es trotzdem. Und wer zwei gutaussehende Brüder oder eine wundervolle Mutter–Tochter-Kombination sucht, der weiß ja, wo er hin muss!

Wie schon letztes Jahr ist wieder der gruselig gute Sylar Antogonist des Jahres geworden (immerhin ist Zachary Quinto für diese Darstellung zweiter unter den besten Hauptdarstellern geworden!). Aber auch realistisch kann fies sein: Dan Scott landet auf dem zweiten Rang.

So, und nun zum grandiosen Abschluss zu den besten Momenten des Fernsehjahres 2008. Und da haben wir uns zwei extreme des Kontinuums zwischen Freude und Trauer ausgesucht: den besten Kuss und den bewegendsten Tod. Wie schon bei den Paaren landet bei den Küssen ein gänzlich berührungsloser Kandidat auf Platz zwei. Ganz vorn allerdings ein Kuss mit sehr viel Berührung. Ganz viel Berührung (aber ganz anderer Art) ist natürlich auch unter den drei besten in Dingen Serientod dabei.

Soviel für dieses Jahr! 31 Awards haben wir vergeben. Wenn ihr Vorschläge für neue Kategorien (oder aber Vorschläge für das Weglassen von Kategorien) habt – schreibt uns!

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Martin Schultze - myFanbase