Interview mit James:
Dämonischer Liebhaber
Eigentlich sollte er ein mal-heute-hier-, aber morgen-schon-gepfählter-Schurke sein. Aber vier Jahre lang, und am Ende Buffys männlicher Begleiter und ein Zeichen für den Reifeprozess der Serie, wie der beliebte Star James Marsters selbst erklärte...
"Buffy, im Bann der Dämonen, ist nicht mehr so, wie es einst begann. So, wie die sechste Staffel weiter geht, wird es immer mehr klar, dass es eine Serie für Erwachsene ist. (Anm: Wie auch immer mehr begeisterte Teenager, die mit Buffy anfingen, langsam erwachsen werden). Buffy ist nicht länger ein sorgenfreier Teenager, die sich mit der ersten Liebe rumschlagen muss. Diese Veränderung ist deutlich durch ihre offensichtlich körperliche Beziehung mit dem neutralisierten Vampir Spike zu erkennen", wie der Mann mit der bleich-blonden Frisur erklärt.
Warum funktioniert "Buffy, im Bann der Dämonen" so gut, warum kommt es an? "Die Metaphern von Dämonen und Vampiren repräsentieren die Schwierigkeiten, mit denen wir uns alle in unserem Leben rumschlagen müssen, um zu unserem besseren Selbst zu finden. Wir benutzen das für mehr erwachsene Themen. Zur selben Zeit wie Joss Whedon es zulässt, versteht Marti Noxon (Produzentin) immer mehr, mit der Thematik umzugehen. Und ihre Anhäufung an Erfahrung - etwas, auf das sie als Autor immer zurückgreifen kann - handelt von dem, womit sich die Menschen in den mittleren Zwanzigern beschäftigen . Es ist einfach brillant, obwohl Joss das Projekt immer noch leitet, kommt eine weitere Stimme dazu, die die Metaphern zu ihrem eigenen Ende leitet."
Wie fühltest du dich, als du eine Nackt-Liebeszene drehen solltest? "Es war sehr seltsam. Ich kannte diese Menschen seit fünf Jahren und sie starrten einfach vor Verlegenheit auf meine Socken! Nein, mal ernst, es war einfach cool. Ich habe kein großes Problem mit der Nacktheit. In der Tat machte ich mein professionelles Debüt mit der Nacktheit, so dass es einfach aus mir herauskam, in Shakespeares "Der Sturm" am Goodman Theaterin Chicago. Ich war nackt an einem großen Metallfass festgeschnallt!"
Denkst du nicht, dass Szenen ein wenig zu extrem sind für Buffy? "Nein, nicht wirklich. All die Sexualität ist inbegriffen, wir machen ja nichts besonderes, oder etwas, das nicht schon woanders im Fernsehen gezeigt wurde. Ich denke auch, es ist eine verantwortungsvolle Erklärung für die Sexualität einer jungen Person. Es ist nicht einfach nur etwas das kribbeln soll. Die Sache zwischen Spike und Buffy hat ja einen Sinn. Es soll etwas sehr schmerzhaftes und wahrheitsgemäßes über Buffy und ihren Weg zum Erwachsenwerden aussagen. Wie gewöhnlich will Joss Whedon die Zuschauer erschüttern: Wenn er Sex auf dem Bildschirm präsentieren will, dann macht er das dem komfortabelsten Weg, der möglich ist."
Was wird als nächstes zwischen Buffy und Spike passieren? "Buffy hängt an einem seidenen Faden. Sie geht so weiter runter, wie es ihr möglich ist zu gehen. Jetzt schläft sie mit jemandem, der eigentlich eine böse Person ist. Ob sie die richtige Wahl trifft oder nicht, ist schwer zu sagen. Ich fühlte, dass Spike ein wenig büßt, als ob er durch seine Liebe zu ihr umgepolt wurde, aber so bald sie zusammen kommen, verlässt er sie in den Fängen eines Hai-Dämons, dem er Geld schuldet. Es kommt zu einem Kampf und Spike verlässt den Schauplatz... Also, ich kenne keinen Freund, der einen solchen Stunt so lange überstanden hätte!"
Warst du geschockt, als Buffy starb, um die Welt zu retten? "Das war die einhundertste Folge von Buffy und die letzte Folge, in der Joss vorhatte, die ganze Zeit am Set dabei zu sein. In diesem Moment wurde Buffy eine wahre reife Erwachsene. Sie opferte sich selber für ihre Schwester. Ich dachte, es war schön, dass Joss den anfänglichen Vorsatz aufheben konnte, so dass mit der neuen fortsetzen konnten. Aber wie willst du das ganze toppen? Werden wir eine neue Apokalypse erleben? Wer weiß!"
Da Interview führte Rupert Laight, übersetzt von Kevin.
Kevin - myFanbase
17.03.2002 00:00