Die verstörendsten Momente 2012/2013
#6.02 Die Abschiedsfeier (Private Practice)

Das Ende der vierten Staffel von "Private Practice" lies uns mit einem Cliffhanger zurück und man musste monatelang darauf warten, ob Pete seinen Herzanfall überleben wird, oder nicht. Zum Glück bekam er eine neue Chance, auch wenn die darauffolgende Storyline mit Violet sehr viele Nerven gekostet hat. Doch Pete war immer ein Charakter, den man geschätzt hat, weil er zum Kern von "Private Practice" gehört hat und trotz seinem Verhalten immer besonders war. Er hat sich durch seine Taten von den anderen abgehoben und man durfte immer gespannt sein, was er als nächstes im Schilde führt. Sein Herzanfall hat ihm weitere Momente geschenkt, auch wenn diese nicht von langer Dauer waren. Direkt in der ersten Folge der sechsten Staffel stirbt Pete beim Joggen an einem Herzanfall und wird von niemandem gefunden, sodass es für ihn zu spät ist. Sein Tod kommt aus dem Nichts und als ob das nicht genug wäre, musste man sich auf eine verstörende Weise von ihm verabschieden, die für den Charakter alles andere als angemessen war.
"We didn't have enough time!"
Pete hat in seinem Testament vermerkt, dass um ihn nicht getrauert werden soll, sondern dass die Menschen auf einer Party Abschied von ihm nehmen sollen. Die Idee ist an sich keine schlechte, doch zu Pete passt das hinten und vorne nicht. Er war nie ein Mensch, der das Leben offensichtlich gefeiert hat und so ist es seltsam, dass plötzlich alle eine große Party veranstalten wollen. Violet widersetzt sich diesem Wunsch jedoch nicht und organisiert bei Addison zuhause eine Feier, auf der alle Ärzte zugegen sind, sowie alte Patienten von Pete. Richtige Party-Stimmung kommt nicht auf, was man den Gästen aber auch nicht verübeln kann. Violet muss sich andauernd anhören, was für eine toller Mensch Pete war, welche Leistungen er gebracht hat und was für ein Held er doch war. Sie bricht irgendwann zusammen, weil sie diese Worte nicht mehr hören kann. Das alles ist an sich verständlich, doch die Verpackung passt nicht. Die Kostüme, die die Gäste tragen, die gesamte Stimmung, das alles passt überhaupt nicht zu Pete und so kann man diesen Abschied auch nicht wirklich ernst nehmen.
Stattdessen muss man lachen, als Violet und Cooper in Addisons Badewanne Marihuana rauchen, um sich zu beruhigen. Es ist eine tragische Szene, die einen aber emotional nicht packen kann, weil sie seltsam ist und so noch nie in "Private Practice" zu sehen war. Die Ärzte lassen sich nie so gehen und es ist erstaunlich, dass Violet diejenige ist, die zu Drogen greift. Erst als sie und Cooper sich beruhigt haben, kommt ein Hauch von Trauer an die Oberfläche und man bekommt für einen kurzen Moment das Gefühl, dass es doch noch ein trauriger Abschied wird. Hier hat man sich jedoch getäuscht, denn es folgt ein sehr verstörender Moment, der zum Fremdschämen animiert, weil er so übertrieben und unpassend ist. Violet kann sich die ganzen Worte der Gäste nicht mehr anhören und fängt plötzlich an, Karaoke zu singen, bzw. zu schreien. Sie will die Gäste dazu zwingen, sich zu amüsieren, obwohl sie selbst einem Nervenzusammenbruch nahe ist. Sie will, dass die Menschen feiern, auch wenn alle um Pete weinen. Hinzu kommt eine Addison, die zusammenbricht, weil sie von Mark Sloans Tod erfahren hat, nach Petes Tod jedoch keine einzige Träne vergießen konnte. Violets Ausbruch ist so unangenehm, dass man eigentlich wegschalten möchte, um sich diese ganze Abschiedsfeier nicht mehr antun zu müssen. Hier wird nämlich deutlich, dass das nicht das "Private Practice" ist, das man kennt und liebt. Petes Tod hat nicht nur Auswirkungen auf die Protagonisten, sondern auch auf die gesamte Serie und diese Auswirkungen möchte man bei Violets Zusammenbruch irgendwie nicht sehen. Es ist zuviel des Guten und bietet keine einzige Möglichkeit, sich anständig von Pete zu verabschieden. Er wird immer mit dieser Party in Verbindung gebracht werden und das hat er einfach nicht verdient, ganz besonders nicht, wenn seine Frau so ausrastet und dafür sorgt, dass man sich wünscht, diesen Moment nicht mit ansehen zu müssen. Man sollte meinen, dass man bei der 100. Episode dieser Serie mehr erwarten kann, doch stattdessen bleibt man verstört zurück und ist sogar noch wütend, dass einem Hauptcharakter ein solcher Abschied bereitet wurde.
Alex Olejnik - myFanbase
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