Navy CIS - Review

In der Krimiserie "Navy CIS" oder kurz "NCIS" jagt das Team um den ehemaligen Navy-Angehörigen Leroy Jethro Gibbs (Mark Harmon) Verbrecher und Mörder, deren Opfer Angehörige der Navy oder mit Angehörigen der Navy verwandt sind. Zum Team gehört an zweiter Stelle der ehemalige Polizist des Baltimore Police Departements Anthony "Tony" DiNozzo (Michael Weatherly). Diese beiden sind neben dem Gerichtsmediziner Donald "Ducky" Mallard und der Forensikerin Abbigale "Abby" Sciuto das Urgestein der Serie. In Episode #1.07 Unter Wasser stieß der MIT-Absolvent Timothy "Bambino" McGee zum Team hinzu und mit der von Sasha Alexander dargestellten Catelin "Cate" Todd war das Team komplett. Mit Beginn der zweiten Staffel wurde Darsteller Sean Murray alias McGee in den Hauptcast übernommen, was erste Veränderungen deutlich werden ließ. Am Ende der Staffel verließ Sasha Alexander die Serie und ihr Charakter starb durch einen Heckenschützen. Mit Beginn der dritten Staffel ging das Neubesetzen weiter und Lauren Holly übernahm die Rolle der Direktorin Jenny Shepperd, während Cote de Pablo mit dem Charakter der Israelin Ziva David die Lücke um Kates Tod schloss. Seitdem gab es keine all zu großen Personalwechsel mehr, denn von nun an harmonierten die Charaktere miteinander. Vergleicht man ähnliche Serien und deren Personalwechsel wird schnell deutlich, dass "NCIS" hier keine Ausnahme darstellt. Häufig werden in den ersten drei Staffeln neue Charaktere eingeführt oder alte erleiden den Serientod. Es dauert eben, bis sich Charaktere in einer solchen Serie zurecht finden und, neben der eigentlichen Krimigeschichte, ein ausgeglichenes Verhältnis besteht.
Im Mittelpunkt von "NCIS" stehen, trotz der mittlerweile komplexen Geschichten um die Hauptcharaktere, noch immer die Fälle an denen das Team Episode für Episode arbeitet. Zwar gibt es auch Episoden, die sich vor allem um die Figuren drehen, trotzdem verschwinden die Fälle nicht zwischen privaten Nichtigkeiten der Charaktere. Die Serie schafft es ein gutes Verhältnis zwischen Privatleben und Beruf zu finden, was in diesem Genre keine Selbstverständlichkeit ist. Häufig überlagern nach einigen Staffeln die privaten Geschichten den eigentlichen Inhalt der Serie und so wird es auch für nicht regelmäßig schauende Zuschauer schwierig dem Geschehen zu folgen. In "NCIS" machen zwei, drei verpasste Episoden keinen Abbruch und man kann der Haupthandlung trotzdem weiter folgen und verliert nicht den Spaß an der Serie. Denn im Grunde ist eine Krimiserie kein Charakterdrama, wie es etwa bei "CSI:Miami" oft versucht wird. Damit erreiche ich den Kritikteil, den viele Leute vor der Serie beanspruchten. Man sagte, dass die Serie nur "Navy CIS" heiße, um auf den fahrenden Zug des Erfolges der "CSI-Serien" aufzuspringen. Schnell wurde aber deutlich, dass sich "NCIS" optisch stark von den damals existierenden "CSI-Serien" unterscheidet.
Inhaltlich ist jede Episode, bis auf weniger Ausnahmen, immer gleich aufgebaut. Zuerst sieht man ein schwarz-weiß-Freeze-Image aus den folgenden Anfangsminuten. Es wird meist das Verbrechen gezeigt, beziehungsweise die Entdeckung des Opfers, dann folgt ein weiteres schwarz-weiß-Freeze-Image von einem der Mitglieder des Teams und daraufhin das Intro der Serie. Anschließend wird umgeschwenkt auf das Großraumbüro des NCIS, wo die Teammitglieder abzüglich Gibbs warten. Sie albern herum, spielen sich gegenseitig Streiche oder bereden aktuelle, private, kleine Ereignisse. Dann taucht der Boss auf und der Fall wird kurz präsentiert. Ein Schwenk zum Tatort, wo der Gerichtsmediziner Ducky Mallard mit seinem Gehilfen Jimmy Palmer wartet und das Opfer untersucht. Dabei gibt Ducky immer mehr oder weniger unnütze zum Fall passende Fakten ab und es geht an die Auflösung des Rätsels. Nach dieser wird am Schluss der Episode noch schnell ein wenig Privates aus dem Leben der Charaktere erzählt und die Episode wird mit einem weiterem schwarz-weiß-Freeze-Image beendet. Dieses feste Gerüst wird so gut wie nie unterbrochen und stellt so den für diese Serie typischen Stil dar. Ähnliches findet sich in vielen Krimiserien. In dem bereits erwähnten "CSI:Miami" ist dieses Element das aufsetzen der Sonnenbrille von Horatio Cane und das folgende Versprechen alles zu tun, um dem Opfer Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Die Serie endet fast immer damit, dass Cane die Sonnenbrille ein weiteres Mal aufsetzt und nach dem gelösten Fall lächelnd in die Sonne Miamis schaut. In "Cold Case" ist dieses Element das geisterhafte Erscheinen des Opfers nach der Lösung des Falls in Kombination mit den vielen Rückschauen auf das Opfer in der Vergangenheit. So hat jede dieser Serien seinen eigenen Stil und grenzt sich so von den anderen ab, denn inhaltlich geht es trotzdem immer um das Gleiche: Ein Verbrechen wird ausgeübt, der Verbrecher gejagt und schließlich gestellt.
Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich "NCIS" nun in der neunten Staffel befindet und weiterhin äußerst hohe Einschaltquoten einfahren kann. Im November/Dezember 2011 konnte die Serie um die 20 Millionen US-Zuschauer verzeichnen, das sind beinahe doppelt so viele wie zu Beginn der Serie (11.84 Millionen) 2003. Eine Absetzung ist also weit außer Sicht und mit der nunmehr laufenden neunten Staffel erreichte "NCIS" am 9. Februar 2012 den nächsten Meilenstein. Die 200. Episode versprach große Gastauftritte und unerwartete Geschichten. "NCIS" konnte sich von anfänglichen Personalwechseln gut erholen und fesselt von Jahr zu Jahr mehr Menschen vor dem Fernseher. Die Serie schafft den Spagat zwischen Fall der Woche und Privatleben der Figuren, ohne dass das eine oder andere darunter leidet. Die Charaktere sind nach fast neun Jahren noch immer frisch und entwickeln sich weiter. Immer neue Geschichten um sie gliedern sich gut an vorherig Erzähltes an und wirken trotzdem nicht zusammengeschustert. Ab und an kann die eiserne Abfolge der Episoden zwar etwas ermüden, aber selbst dann kann eben der Anteil an persönlichen Geschichten fesseln. Es ist mir in den neun Jahren, die ich die Serie schaue, selten langweilig geworden. Natürlich gibt es immer Entwicklungen, die man im Nachhinein zwar versteht, aber zuvor äußerst haarsträubend fand. Abschließend muss jedoch gesagt werden, dass es "NCIS" schafft, sich immer weiter zu entwickeln, während man bei anderen, ähnlich lange laufenden Serien, den Eindruck hat, sie stünden auf der Stelle und drehen sich im besten Fall im Kreis. Ich kann die Serie mit guten Gewissen weiterempfehlen, vor allem an Zuschauer, die sich schon an den klug erzählten Geschichten von "Cold Case" erfreuten, oder wirkliche Veteranen, um im Fachjargon zu bleiben, sind, und auch "J.A.G. - Im Auftrag der Ehe" schon gesehen haben. Denn auf dieser 90er-Jahre Serie beruht "NCIS" nämlich.
Jamie Lisa Hebisch - myFanbase
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