Bridgerton - Review Staffel 4.1

"Bridgerton" ist mit Staffel 4 auf Netflix zurück und da der Streamingdienst sich wieder auf eine zweigeteilte Ausstrahlung verständigt hat, sollen hier ein paar erste Eindrücke von Teil 1 gesammelt werden, ehe nach den acht Episoden noch eine Staffelreview erfolgt.
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Yerin Ha ist ein riesiger Gewinn für die Staffel. Ich kannte sie vorher schon aus "Troppo" und der Miniserie "The Survivors". Letztere habe ich in dem Wissen gesehen, dass sie die neue Hauptdarstellerin bei "Bridgerton" werden würde und da war schon zu erahnen, dass sie eine Idealbesetzung werden könnte. Ihre sanfte, ruhige Art ist einfach genial für die Art von Sophie, die ich in der Buchvorlage "Bridgerton - Wie verführt man einen Lord?" zu schätzen gelernt habe. Ha hat aber auch einen unglaublichen Charme. Zwar ist sie als Hausmädchen oft sehr bieder für "Bridgerton"-Verhältnisse gekleidet, sodass sie bald mit der Einrichtung verschmelzen könnte, aber dennoch hat sie eine Präsenz und das wird vor allem von dem Intellekt widergespiegelt, den Sophie in jeder Szene ausstrahlt. Abseits der Bridgerton-Schwestern ist sie bislang definitiv mein Liebling bei den Frauenfiguren.
Benedicts (Luke Thompson) Art wird konsequent weitererzählt und dann auch weiterentwickelt. Er war als bisexuelle Figur inszeniert worden und das wird auch zu Beginn der Staffel weiter aufgegriffen. Nur weil er seine Aschenputtel-Liebesgeschichte bekommen wird, wird das nicht einfach ausradiert. Ich finde es zwar etwas übertrieben, dass wir alle Bridgerton-Bruder bislang als zügellos erleben (aber nur wegen der Repetition), aber es erinnert alle nochmal, dass Benedict nicht heterosexuell ist. Ob das aber zwischen ihm und Sophie nochmal zum Thema werden wird, das steht erstmal in den Sternen. Charakterlich wird bei Benedict auch beibehalten, dass er eigentlich etwas linkisch und der Trottel vom Dienst ist. Ich finde das liebenswert, weil es ihn von seinen Brüdern absetzt und weil es unterstreicht, dass er sich oft als Hochstapler in seiner eigenen Familie empfindet. Er ist intuitiv und künstlerisch veranlagt und das ist für die Zeit damals eher unerwünscht. Aber es ist gut, dass Benedict als Protagonist seiner eigenen Liebesgeschichte nicht zum Superhelden werden muss. Sophie mag genau diese Charakterzüge, weil es ihn auch zu einem Außenseiter macht.

© 2025 Netflix, Inc.; Liam Daniel/Netflix
Die Chemie zwischen Thompson und Ha funktioniert bestens. Im Buch war die Ballszene so wichtig für die Geschichte der beiden und der Zauber der Szenen wurde wunderschön übertragen. Auch die intimeren Szenen danach haben immer das gewisse Prickeln, sodass sich schön etwas aufbaut, von dem man immer mehr will.
Die ersten vier Episoden sind in Bezug auf die gemeinsame Geschichte von Sophie und Benedict eine sehr treue Adaption des Buchs und da dieser Band mein Liebling ist, komme ich natürlich voll auf meine Kosten!
Aufgrund von Sophies gesellschaftlicher Stellung als Hausmädchen blickt diese vierte Staffel von "Bridgerton" genauer auf das Personal der höheren Gesellschaft. Das wird schon durch die erste Szene der Staffel sehr deutlich. Ich finde diesen Blickwechsel auf jeden Fall sehr interessant, denn es unterstützt Sophies Gefühlswelt, hat aber auch andere Aspekte, denn sie ist schließlich als Mündel aufgezogen worden, während die meisten anderen nicht mal lesen und schreiben können. Es kamen zudem "Downton Abbey"-Vibes auf.
Es war sicherlich richtig, alles rund um Lady Whistledown in der Staffel von Penelope (Nicola Coughlan) und Colin (Luke Newton) abzuarbeiten, aber so entwickelt die Kolumne für mich in Staffel 4.1 bislang keine Wirkung. Die Kolumnen haben nicht mehr so den Biss und das ganze Konzept ist gerade witzlos. ABER: Polins gemeinsame Szenen sind weiterhin sehr süß. Ich bin froh, dass sie bislang von den Paaren am meisten zu sehen sind.
Der Plot rund um Queen Charlotte (Golda Rosheuvel) und Lady Danbury (Adjoa Andoh) reizt mich bislang gar nicht. Ich kann von Letzterer das Bedürfnis total gut nachvollziehen, aber die Königin kommt so sehr kindisch rüber und es zieht sich leider zu sehr.
Araminta (Katie Leung) ist eine Antagonistin, die bislang gut für mich funktioniert. Aber es ist schon krass, sie mit Cho Chang so noch überein zu bekommen. Und es erinnert mich daran, wie alt ich selbst bin.
Die parallele Ausgestaltung von Violets (Ruth Gemmell) und Francescas (Hannah Dodd) Suche nach Intimität ist humorvoll, aber auch anrührend gestaltet. Wir kannten es schon von Daphne aus Staffel 1, wie kompliziert es für Frauen ist, über Lust und Leidenschaft zu sprechen. Francescas Ehe mit John (Victor Ali) ist nicht unglücklich, aber es ist noch sehr nüchtern. Da ich als Buchkennerin weiß, wie es ungefähr weitergeht, passt das inhaltlich sehr gut für mich, aber ich bin auch sehr erleichtert, dass John in all dem ein feiner Kerl sein darf. Violets Sorge wegen ihres Alters war aber ebenso berührend, aber sie hat in Marcus (Daniel Francis) ebenfalls einen würdigen Mann an ihrer Seite. Generell ist es auch wieder eine Staffel, in der Violet in vielfältiger Art und Weise als Mutter überzeugen darf.

© 2025 Netflix, Inc.; Liam Daniel/Netflix
Mein aktueller Tipp wäre, dass Francescas Liebesgeschichte in Staffel 5 erzählt wird. Eloise (Claudia Jessie) wird eher nur mitgezogen, aber so richtig fehlt hier der Punch, gerade weil durch ihre Mitreise nach Schottland da doch mehr Potenzial gewesen wäre. Ich mag die Rolle, aber sie wirkt bislang eher wie ein Fremdkörper, für uns Zuschauer*innen, aber auch für sie selbst innerhalb ihrer Familie.
Fazit
Da Benedict und Sophie mein liebstes Buchpärchen sind, passt es sehr gut, dass "Bridgerton" ihre Geschichte im ersten Teil von Staffel 4 sehr getreu und dadurch sehr romantisch erzählt. Andere Nebengeschichten funktionieren für mich noch nicht so. Die Richtung stimmt also, aber ich würde mich in der zweiten Hälfte darüber freuen, wenn das Gleichgewicht aus der Haupt- mit den Nebengeschichten besser passt.
Die Serie "Bridgerton" ansehen:
Lena Donth - myFanbase
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