Hart of Dixie - Review des Piloten

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Wenn man der Film und Fernsehwelt glauben schenken soll, ist für Menschen aus einer Großstadt wie New York oder Los Angeles eine Kleinstadt im Süden des Landes so etwas wie ein Alptraum. Trotzdem scheint gerade dieses Thema den Autoren von Filmen und Fernsehserien zu gefallen, denn nicht zum ersten Mal findet sich eine Person aus einer Großstadt im tiefsten Süden der USA wieder und verfällt nach einiger Zeit dem Südstaatencharme, gewöhnt sich an den anderen Lebensrhythmus und sieht plötzlich die positiven Aspekte des Südens und der Kleinstadt.

Foto: Scott Porter, Hart of Dixie - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Scott Porter, Hart of Dixie
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Solche Storylines haben wir in leicht abgeänderter Form beispielsweise schon in "Sweet Home Alabama" oder in "Doc Hollywood" vorgesetzt bekommen. Somit ist von der Handlung her betrachtet "Hart of Dixie" nichts Neues und nach der Pilotfolge muss ich zugeben, dass die bisherige Storyline sicherlich nicht ein absoluter Knaller ist.

Womit kann also eine Fernsehserie noch punkten? Da wären Charaktere mit denen man sich sofort anfreunden und/oder identifizieren kann und Schauspieler, die ihre Rolle gut verkörpern und auf den Fernsehbildschirm übertragen können. Da sich die Pilotfolge sehr stark auf den Hauptcharakter Zoe Hart konzentriert, lag eigentlich die ganze Bürde auf Rachel Bilsons Schultern und meiner Meinung nach hat sie ihre Aufgabe ganz gut gemeistert. Die Rolle der taffen, gutaussehenden Karrierefrau gepaart mit Ungeschicktheit, einem Faible für Fettnäpfchen und für die falschen Männer ist definitiv etwas, dass Rachel Bilson liegt und so hat sie es geschafft, dass ich mich schon nach kurzer Zeit mit ihrem Charakter anfreunden und dabei den eher seichten Handlungsstrang vergessen konnte.

Yesterday I took a cab to my job at one of Manhattan's best hospitals. Today I’m on a bus in the middle of nowhere.

Foto: Jaime King, Hart of Dixie - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jaime King, Hart of Dixie
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Positiv fand ich, dass der Einstieg in die Serie relativ direkt erfolgte, die Vorgeschichte bis zu Zoes Ankunft in Bluebell, Alabama in kurzen Rückblicken zusammengefasst wurde und die Autoren nicht noch zu viel Zeit in Erklärungen über das Wie und Wieso investierten. Denn wie schon erwähnt wurde hier das Rad nicht neu erfunden und diesen Handlungsstrang lang auszuschmücken, wäre schlicht und einfach langweilig gewesen. Natürlich stieg auch später die Spannung nicht wirklich an und die Tatsache, dass Dr. Harley Wilkes Zoes leiblicher Vater ist, war, nachdem er sich jahrelang bemüht hatte Zoe als Arbeitskraft zu gewinnen und ihr schließlich nach seinem Tod seinen Praxisanteil hinterlassen hatte, nun auch keine Überraschung mehr. Ich hoffe jedoch, dass in den nächsten Folgen dieser Handlungsstrang etwas tiefer ausgebaut wird und man hier die Auswirkungen, die diese Nachricht auf Zoes Leben hat, zu spüren bekommt. Schließlich hat sie jahrelang um die Anerkennung ihres Vaters gekämpft und unglaublich viel Zeit und Fleiß in ihre Ausbildung gesteckt, nur um ein Lob von diesem zu ernten. Da muss es für sie definitiv ein Schock sein, dass der Mann, dem sie die ganze Zeit etwas beweisen und in dessen Fußstapfen sie treten wollte, eigentlich gar nicht ihr leiblicher Vater ist. Auch bin ich gespannt ob und wie sie versucht, Harvey Wilkes näher kennenzulernen, obwohl dieser ja schon tot ist. Hier steckt auf alle Fälle Potential für eine emotionale und gute Storyline, die von Rachel Bilson sicherlich perfekt umgesetzt werden könnte.

Foto: Wilson Bethel, Hart of Dixie - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Wilson Bethel, Hart of Dixie
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Negativ fand ich, dass die anderen Charaktere in der Pilotfolge total im Schatten von Zoe Hart standen. Durch die wenige Screentime die sie hatten, konnte man sie kaum kennenlernen oder sich ihnen annähern. Dabei hat es mir vor allem Scott Porter als Bluebells Golden-Boy George Tucker sofort angetan und die Chemie zwischen ihm und Zoe war auch vom ersten Moment an spürbar. Ich hoffe die aufkommende Beziehung der Beiden läuft nicht auf eine langwierige und mühsame Dreiecksbeziehung hinaus, da George ja mit der Südstaatenschönheit Lemon verlobt ist. Meine Befürchtungen haben sich hier jedoch schon etwas verflüchtigt als klar wurde, dass Lemon wohl auch etwas zu verbergen hat, etwas was in Zusammenhang mit dem Bürgermeister und ehemaligen Footballstar Lavon Hayes steht, der mit seinen kurzen Auftritten bei mir auch schon einige Sympathiepunkte sammeln konnte. Dann wäre da noch der Bad Boy der Stadt, Wade Kinsella, dem Zoe in leicht angetrunkenen Zustand in seinem Auto schon mal näher kommt, sowie der Vater von Lemon, der gleichzeitig auch der Praxispartner von Zoe ist und bei dem sich die Begeisterung über seine jüngere Arbeitskollegin doch sehr in Grenzen hält. Diese Beiden haben bei mir genauso wie Lemon selber noch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können und ich kann aus der wenigen Bildschirmpräsenz, die diesen Charakteren zukam noch nicht einordnen, ob sie der Serie eher Schaden oder Nützen. Hier bleibt wohl einfach abzuwarten. Doch kann ich mir vorstellen, dass vor allem Lemon und ihr Vater es Zoe eher schwer machen werden, sich in Bluebell einzuleben und dies somit zwei Charaktere sind, die beim Zuschauer vorerst etwas in Ungnade fallen werden, was absolut nicht bedeutet, dass sie dies negativ auf die Storyline auswirkt, im Gegenteil. Ich hoffe sogar, dass solche Charaktere Spannung und ein bisschen Drama in die Handlung einbringen können.

Fazit

"Hart of Dixie" kann in der Pilotfolge vor allem wegen Rachel Bilson punkten. Sie stellt Zoe Hart sympathisch dar und schafft es, dass sich der Zuschauer sofort mit ihr anfreunden kann. Auch ein paar der anderen Charaktere konnten einen guten ersten Eindruck hinterlassen, hatten aber leider viel zu wenig Screentime um diesen Eindruck zu vertiefen. Die Storyline ist keine Neuerfindung und dementsprechend nicht sehr tiefgründig. Jedoch steckt in einigen Handlungssträngen gutes Potential, welches in den nächsten Folgen hoffentlich ausgeschöpft wird. Ich werde den Fernseher auf alle Fälle nächste Woche bei "Hart of Dixie" wieder einschalten, schon alleine wegen Rachel Bilson und Scott Porter.

Maria Schoch - myFanbase

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