Australische Serien

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Nachdem wir bereits einen Blick auf die britischen Serien geworfen haben, beschäftigen wir uns diesmal näher mit TV-Serien, die vom anderen Ende der Welt kommen: aus Australien. Neben den bekannten Serien diskutieren wir auch Shows, die es nicht oder nur teilweise nach Deutschland geschafft haben.


Neighbours

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Neighbours
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Ein wahres Urgestein der australischen Seriengeschichte ist in jedem Fall die dort täglich laufende Seifenoper "Neighbours". Bereits seit 1985 gewährt die Nachbarschaft in der Remsay Street Zuschauern in der ganzen Welt Einblick in ihre Leben. Mittlerweile hat die Soap Opera schon über 6500 Folgen auf dem Buckel und kein Ende ist in Sicht. Und die Serie wurde nicht nur erfolgreich in zahlreiche Länder verkauft, auch heutigen großen Stars wie Kylie Minogue, Jason Donovan, Guy Pearce, Alan Dale, Russell Crowe und Natalie Imbruglia gelang durch ihr Mitwirken in der Produktion der große internationale Durchbruch. Das Grundgerüst der Serie könnte einfacher nicht sein und ebnete deutschen Formaten wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Unter Uns" den Weg. Denn als die Serie "Neighbours" als "Nachbarn" 1989 den Weg ins deutsche Fernsehen schafft, gab es bis dato noch keine wirklich vergleichbare deutsche Produktion. Zwar lief schon seit 1985 die "Lindenstraße" erfolgreich in der ARD, wurde aber nur wöchentlich und nicht täglich gesendet. Erst 1992, nachdem bereits amerikanische Formate wie "Springfield Story", "Reich und Schön" und "California Clan" den deutschen Markt überflutet hatten, produzierte RTL die erste deutsche Daily Soap mit "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Die australischen "Nachbarn" wurden leider nur bis 1995 in Deutschland ausgestrahlt und dann von Sat.1 aus dem Programm genommen. Einen großen Unterschied gibt es in der Thematik der Serie zu den deutschen Produktionen nicht wirklich. Eine Folge dauert circa 20-25 Minuten und die einzelnen Storys werden meistens ziemlich in die Länge gezogen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten und auch am nächsten Tag wieder vor den Fernseher zu locken. Während die deutschen und australischen Seifen-Opern sich sehr ähneln und versuchen, relativ realistisch zu sein, sind die amerikanischen Soap-Operas eher etwas überzogen dargestellt und teilweise recht haarsträubend in ihren einzelnen Handlungen. Bei den "Neighbours" wird das alltägliche Leben der Bewohner einer Nachbarschaftssiedlung gezeigt und nach mittlerweile 27 Jahren Sendezeit hat auch fast der komplette Cast gewechselt. So ist aus der Ursprungsbesetzung von 1985 nur noch Stefan Dennis als Paul Robinson an Bord.

H2O - Plötzlich Meerjungfrau

Foto: Phoebe Tonkin, The Secret Circle - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Phoebe Tonkin, The Secret Circle
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Ein beliebtes und bekanntes TV-Format unter Jugendlichen ist die australische Serie "H2O –Plötzlich Meerjungfrau", die zu Teilen vom deutschen Sender ZDF Enterprise finanziert wurde. Die Jugendserie wurde von 2006 bis 2009 produziert und brachte es auf 3 Staffeln, die ebenfalls in Deutschland, auf dem KIKA, ausgestrahlt wurden. Eigentlich war "H2O - Plötzlich Meerjungfrau" auf 2 Staffeln angelegt, aber auf Grund des Erfolgs hat man eine dritte Staffel angehängt. Die erste Liebe, Freundschaft, High School - inhaltlich hat die Serie genau die Themen aufgegriffen, die man vom Teenagergenre gewohnt ist. Mit dem Unterschied, dass die drei Heldinnen Rikki, Cleo und Emma ein mysteriöses Geheimnis teilen: bei jeglichem Kontakt mit Wasser verwandeln sie sich in Meerjungfrauen. Die Verbindung des Teenagerdramas mit Magie, Humor und einer traumhaften Kulisse an der Südküste Queensland, der Gold Coast, hat mich mit tollen Storylines zum Lachen und Mitfiebern gebracht. Es waren viele spannende Abenteuer und neu kreierte, magische Elemente dabei, aber am meisten überzeugt hat die schön inszenierte und feste Freundschaft der drei Hauptcharaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit dem Ausstieg der beiden beliebten Hauptdarsteller Claire Holt und später auch Angus MacLaren war das Ende der Serie nach der dritten Staffel leider absehbar. Der neu eingeführte Charakter Bella erreichte nie den Beliebtheitsgrad von Emma und das neue Trio hatte an Dynamik und Intensität verloren. Abgesehen davon waren die erste und zweite Staffel wirklich sehenswert und die Konstellation Rikki, Cleo und Emma begleitete auch mich im Teenageralter. Zwei Stars haben durch "H2O –Plötzlich Meerjungfrau" den Sprung nach Hollywood geschafft und sind nunmehr in ihrer, und auch meiner, altersgemäßen Serienkategorie angekommen. Dem Genre Magie sind sie dabei treu geblieben. Phoebe Tonkin war zuletzt als Hexe Faye Chamberlain in "The Secret Circle" zu sehen und Claire Holt begeistert in "Vampire Diaries" als Rebekah Mikaelson. An den Erfolg von "H2O –Plötzlich Meerjungfrau" versuchen die Macher mit einem Spin-Off mit komplett neuen Teenagerdarstellern anzuknüpfen. Die Dreharbeiten dazu begannen im Mai 2012, die neue Serie namens "Secret of Mako Island" soll 2013 ausgestrahlt werden.

Nina V. & Tanya Sarikaya - myFanbase

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