Favoriten in Serien, Teil 5

Als Serienfan tut man vor allem eines: Mit der Handlung seiner Lieblingssendung mitfiebern. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass man manche Personen oder Geschichten besonders ins Herz schließt. In diesem Teil der Kolumne schreiben unsere Autoren, welcher Moment in einer Serie ihr liebster ist.
Die Texte können Spoiler zu Handlungsverläufen enthalten!
Natürlich könnt ihr dazu auch wieder in unserem Forum diskutieren.
Lieblingsszene
"Glee", #1.22 Triumph oder Trauer?: To Sir, With Love
Da ich selbst eine Laufbahn als Lehrer eingeschlagen habe, hat mich diese Szene sehr berührt und sie wird mir in Erinnerung bleiben, weil man so etwas nicht so oft zu sehen bekommt. Wenn ein engagierter Lehrer auf so emotionale Art für seine aufopferungsvolle Arbeit gewürdigt wird, dann ist das doch überaus bemerkenswert und in meinem Falle eben so erinnerungswürdig, dass mir sowohl das mir bis dato unbekannte Lied als auch die Szene immer wieder zusetzt. So ein Moment ist doch das Ziel eines Lehrers. Da weiß man, dass man etwas erreicht hat in seinem Beruf. | Emil Groth
"One Tree Hill", #7.07 Die Liebe stirbt nie: Saras Tod
Schon allein der Aufbau der Storyline rund um Clays Vergangenheit war genial: In Flashbacks sehen wir, wie sich die Beziehung zwischen Clay und Sara ab dem Kennenlernen immer weiter entwickelt. Obwohl man weiß, dass noch irgendetwas passieren muss, da Clay in der Gegenwart alleine ist, schockiert es einen dann doch, als Sara plötzlich leblos umkippt. Daraufhin sehen wir Clay, der verzweifelt beobachten muss, wie seine Frau von den Ärzten für tot erklärt wird. Die Szene wurde, gepaart mit den Erinnerungen an all die gemeinsamen Momente und dem Lied, zu dem das Paar wenige Sekunden zuvor noch glücklich getanzt hat, perfekt inszeniert. Bemerkenswert ist auch, dass dies alles innerhalb Folge passiert und obwohl man Sara erst seit einer guten halben Stunde kennt, nimmt einen ihr Tod unglaublich mit. | Laura Krebs
"One Tree Hill", #7.06 Angst vor der Tiefe: Nathan Scott und Haley James Scott
Die Wahl der Lieblingsserienszene ist mir am schwersten gefallen. Klar war für mich nur, dass es eine zwischen Nathan und Haley sein wird. Natürlich gibt es da jede Menge und jede einzelne ist wunderschön. Schließlich ist meine Wahl auf diejenige in der Folge #7.06 Angst vor der Tiefe gefallen und zwar aus dem Grund, da sie für mich Nathans und Haleys Beziehungen und ihre Gefühle zueinander unglaublich gut wiederspiegelt. Nathan steht, nicht ganz unschuldig, vor einem Karriereknick und Haley will dies verhindern, indem sie etwas tut, was sie eigentlich gar nicht tun möchte und vollkommen nicht ihren Charaktereigenschaften entspricht. Doch dafür, dass ihre große Liebe seinen Traum nicht aufgeben muss, würde sie es tun. Dabei vergisst sie, dass Nathans Traum schon lange nicht mehr nur seine Basketballkarriere ist, sondern sie und ihr gemeinsamer Sohn Jamie ihm viel wichtiger sind und er sie seiner Karriere und seinem Kindheitstraum vorzieht. In dieser Szene werden einem in einem kurzen Augenblick genau diese Beweggründe beider Seiten aufgezeigt und es wird einem sofort klar, wieso Nathan und Haley seit ihren Teenagerjahren ein Paar sind: weil sie sich bedingungslos lieben und alles für den anderen tun würden. | Maria Schoch
"Six Feet Under", #5.12 Alle Warten
Wenn es eine Szene gibt, die mich zunächst einmal eine Packung Taschentücher gekostet hat, mich dann tagelang nicht losgelassen hat und an die ich heute immer wieder gerne und mit einer Mischung aus Freude, Wehmut und Ehrfurcht zurückdenke, dann ist es wohl die finale Szene von "Six Feet Under". Alan Balls Meisterwerk endet mit einer Montage, die einem in nur wenigen Minuten die Bedeutung von Leben und Tod, Familie und Freundschaft, Anfang und Ende mit einer derartigen emotionalen Wucht bewusst macht, dass man nachhaltig ergriffen ist, und das auch noch Tage und Wochen später. Nicht nur muss sich der Zuschauer in dieser letzten Szene von den Fishers verabschieden, ihm wird auch gleichzeitig die eigene Vergänglichkeit bewusst gemacht, der reale Abschied, der für jeden einmal kommt. "Six Feet Under" hat sich nicht zuletzt dank dieser phänomenalen Endszene auf meiner persönlichen Bestenliste verewigt und hat damit auch ein Serienfinale geschaffen, an das so bald keines mehr herankommt. | Maria Gruber
"Willkommen im Leben", #1.12 Heimlichkeiten
Trotz einiger Jahre und diverser Serien die seit dem ins Land gezogen sind, ist meine absolute Lieblingsszene nach wie vor eine, die ich vor fast 16 Jahren zum ersten Mal gesehen habe. Dabei handelt es sich um die Schulflur-Szene aus der großartigen Teenie-Drama Serie "Willkommen im Leben". Denn als ich das erste Mal mit 18 Jahren sah wie Jordon Catalano, vor allen anwesenden Schülern, die Hand von Angela Chase im Schulflur nahm, war ich damals genauso gerührt, wie ich es auch heute mit über 30 Jahren, noch bin. Diese eine Szene drückt so wahnsinnig viel Gefühl aus, wie es keine andere Liebesszene je wieder geschafft hat. Und das, obwohl außer den Worten des wunderbaren Buffalo Tom Songs "Late at Night", kaum gesprochen wird. Aber trotz, oder gerade wegen, der Schlichtheit und des simplen Aufbaus dieser Szene, bin ich jedes Mal wieder tief gerührt und den Tränen nahe. Denn es werden keine großen Reden geschwungen oder hochtrabende Dialoge gezeigt, sondern das simple Händchenhalten macht diese Szene so einzigartig wertvoll, real, authentisch und drückt in diesem Moment alles aus, was der Zuschauer sehen will. | Nina V.
"Game of Thrones", #1.10 Feuer und Blut
Gänsehaut pur hat sich bei mir eingestellt, als die ehemals schüchterne und von ihrem machtgierigen Bruder beeinflusste Daenerys Targaryen voller Stolz mit einem kleinen Drachen auf ihrer Schulter aus dem Feuer emporsteigt. Diese Szene, angefangen von der Hintergrundmusik bis zur Darstellung des kleinen Drachen, fand ich große Klasse und hat mich schwer beeindruckt. Für mich war bereits die Vorgeschichte dieses schüchternen Mädchens, welches von ihrem Bruder mit einem völlig Fremden zwangsverheiratet wird, sehr ergreifend. Dass sich letztendlich doch noch aufrichtige Liebe zwischen Daenerys und ihrem Ehemann Khal Drogo entwickelte und Daenerys so zu einer selbstbewussten jungen Frau werden ließ, ist für mich das, was besagter Szene noch zusätzlich besondere Bedeutung verleiht. Und daher ist sie mir nach wie vor noch bis ins kleinste Detail in Erinnerung geblieben und ich könnte sie mir noch unendlich oft ansehen. | Sigrid G.
"O.C., California", #4.16 Das Ende
Der Titel sagt es schon aus. Es war das Ende. Das Ende einer wundervollen Serie, die mich zum Lachen und zum Weinen gebracht hat. Ich glaube, ich gehöre zu den wenigen, die die vierte Staffel von "O.C. California" geliebt haben, doch ich könnte sie mir immer und immer wieder anschauen und wäre jedes Mal von Neuem begeistert. Und ich würde auch jedes Mal am Ende weinen und schluchzen, weil mir die letzten Minuten dieser Episode und auch dieser Serie sehr ans Herz gehen. Der Song ist perfekt gewählt, Ryan geht sein Leben noch einmal durch, hört die Stimmen aus der Vergangenheit, verbindet sie mit Flashbacks und startet dann in ein neues Leben. Ein Leben, das besser ist, ein Leben in dem Seth und Summer heiraten und ein Leben, das er verdient hat. Zudem kommt dieser kurze Moment, der den Anfang der Serie widerspiegelt und dazu verleitet, die vier Staffeln sofort wieder von vorne zu beginnen. Ein solches Ende wünscht man sich für jede Serie, die einem ans Herz gewachsen ist. | Alex Olejnik
"O.C., California", #2.24 Außer Kontrolle
Eine Szene die mir jedes Mal, wenn ich sie sehe noch Gänsehaut bereitet, ist das atemberaubende Finale der zweiten Staffel von "O.C., California". Ryan und sein Bruder Trey geraten aneinander, was in einer lebensgefährlichen Schlägerei ausartet, die nur durch den Schuss einer Waffe beendet werden kann. Die verzweifelte Marissa gerät zwischen die Fronten und drückt im entscheidenden Moment ab. Ein typischer fieser Cliffhanger eigentlich. Doch abgesehen davon, dass die mein erstes Staffelfinale war, bei dem ich schon fast wütend war, nicht gleich weiterschauen zu können, ist die Besonderheit an dieser Szene vor allem die Musik. Während der Kampf brutal und unerbittlich ausgetragen wird, ist es so gut wie still im Hintergrund, erst wenn der Schuss fällt, wird die Bridge von Imogen Heaps "Hide and Seek" gespielt. Man erwartet ein trauriges, melancholisches Lied, denn weder Marissa, noch Trey können fassen war dort gerade passiert ist. Stattdessen wird die Musik schon fast fröhlich, als sich ihre Blicke treffen, was einen Kontrast bildet, den ich so noch nie erlebt habe und der mich staunen ließ und immer noch lässt. | Laura Kulik
"The Shield", #7.12 Kuhhandel
Nur sehr wenigen Serien ist es bisher gelungen, eine Storyline konsequent bis einem zufriedenstellenden Ende der Serie fortzuführen. Denn dem Großteil geht vorher die Puste aus, sei es, weil die Serie selbst abgesetzt wurde oder weil man die Geschichte lieber möglichst rasch auflöst – denn schließlich weiß man ja nicht, ob man überhaupt die Möglichkeit erhält, sie in seinem eigenen Tempo zu Ende zu erzählen. Als also nach 88 Episoden "The Shield" Vic Mackey tatsächlich all seine vergangenen kriminellen Taten beichtet (u.a. auch die aus der allerersten Episode), dabei ein Leben (Ronnie) und eine Karriere (Agent Murray) zerstört, um Immunität zu erhalten, ist dies der ultimative Höhepunkt einer ohnehin großartigen Serie. Als ob dies nicht schon genug wäre, werden zwei seiner ärgsten Widersacher auch noch Zeuge dieser wohl selbstsüchtigsten Tat eines ausgewiesenen Soziopathen. Die imposante Mimik von Michael Chiklis und dessen Frage, wie viel Speicherplatz denn das Aufnahmegerät aufweise, tragen nur umso mehr dazu bei, Vics Geständnis als wohl eindrucksvollste Szene, die eine TV-Serie je abgeliefert hat, zu etablieren. | Andreas K.
"Queer as Folk", #2.06 Die Größe zählt
In der grandiosen Serie "Queer as Folk" gibt es diese eine Szene, nach der alles hätte vorbei sein können oder eben nicht. Es ist der Moment, in dem Ben ihm sagt, dass er HIV positiv ist und das erst einmal Michaels komplette Hoffnungen mit ihm am Boden zerstört. Trotzdem wird aus den beiden die, in meinen Augen, bis heute beste homosexuelle Beziehung der Fernsehwelt. Denn es gibt eben im Leben nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen und Glück ist kein Geschenk, sondern das, was du aus dem machst, was das Leben dir gibt. Diese eine Szene habe ich so oft gesehen, dass ich jedes Wort mitsprechen kann, trotzdem bringt sie mich immer wieder tiefer in das Verständnis der Liebe zwischen den beiden, je öfter ich sie sehe. Die beste Szene, die ich je gesehen habe. | Jamie Lisa Hebisch
"Buffy", #6.22 Der Retter
Im Finale der wohl düstersten Staffel "Buffy", die alle Charaktere an den Rand des Abgrunds geführt hat, steht die Hoffnung. In einer der emotional am meisten aufwühlenden Momente der Fernsehgeschichte steht die Welt kurz vor der Zerstörung und gerettet wird sie schließlich durch Menschlichkeit und Liebe. Die Szene in der Xander vor Willow steht, die gänzlich der Dunkelheit verfallen ist und in einem Sog des Weltschmerzes und der tiefen Trauer kurz davor ist alles zu zerstören, tut Xander nicht mehr, als an ihre tiefe freundschaftliche Liebe zu appellieren. Xander hatte immer eine schwierige Stellung, verfügte er doch über keinerlei übernatürliche Kräfte in einer Gruppe, in der alle in der Lage sind Übermenschliches zu leisten. Seine Stärke war immer seine ungebrochene Loyalität und sein gutes Herz. Diese Eigenschaften machen ihm in dieser herzzerreißenden Szene zum Retter. Zu jemanden, der seine beste Freundin auch in den dunkelsten Stunden nicht im Stich lässt und der für sie einsteht und kämpft. Wie Willow schließlich Tränenüberströmt in den Armen von Xander zusammenbricht und wie dieser ihr immer wieder seiner Liebe vergewissert, ist für mich der vielleicht stärkste televisionäre Moment überhaupt, der immer wieder Gänsehaut verursacht und tief berührt. | Moritz Stock
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