Was wäre, wenn... ? / Alternativ-Welten, Teil 3
"Was wäre, wenn... ?" - Diese Frage hat sich jeder bestimmt schon öfters in seinem Leben gefragt. Im Gegensatz zur Realität, können Serienmacher genau dieser Frage auf den Grund gehen. Obwohl sie mit ihren Storylines einen ganz bestimmten Weg wählen, um alle Zuschauer zufrieden zu stellen, gibt es dennoch Möglichkeiten, die Story zu drehen und aus einer ganz anderen Perspektive zu erzählen. Seien es Träume oder Gedanken, die durch Unfälle verursacht wurden - hier findet sich oft ein Weg, eine ganz neue Story zu erzählen. Dabei kann sich das Geschehen auf alle Charaktere in der Serie auswirken und neue Konstellationen hervorrufen, die man vorher noch nie gesehen hat, oder eben eine ganz andere Welt gezeigt werden, wie man sie zuvor in seiner Lieblingsserie noch nie gesehen hat. Die myFanbase-Redaktion hat sich mit genau diesen Episoden auseinander gesetzt.
Desperate Housewives, #6.11 Was wäre, wenn...
Mitte der sechsten Staffel kam es zu einem Flugzeugabsturz in der Wisteria Lane, bei dem sich die Anwohner der Straße kurze Zeit später fragten: "Was wäre, wenn... ?" Damit bot es sich für Produzent Marc Cherry an, eine solche Folge zu produzieren und er zeigt damit eine Welt für die Hausfrauen, in der einigen Charakteren kein glückliches Ende bevorsteht...
Alternativen sind nicht immer gut
Nachdem das Kleinflugzeug die Feierlichkeiten zerstört hat, kommen alle Verletzten ins Krankenhaus. Dort müssen Susan und Bree erfahren, dass Karl an seinen schweren Verletzungen gestorben ist. Beide lassen daraufhin ihre Beziehung zu dem Verstorbenen Revue passieren und denken darüber nach, was wäre, wenn er überlebt hätte. Dabei fällt massiv auf, dass Karl nach wie vor der Weiberheld ist und sowohl Susan als auch Bree unglücklich damit macht. Allerdings war es gut in diesen Szenen zu sehen, dass die beiden Leidtragenden ihre sonstigen Verhaltensmuster in der alternativen Welt abgelegt haben und man dadurch einen völlig anderen Eindruck der beiden bekommt. Nachdem beide Hausfrauen wieder in die Realität zurückfinden, sind sie schließlich dankbar, Karl kennen und lieben gelernt zu haben, aber auch dafür, wie die Gegenwart ist.
Als Angie darum bittet, ihr Geheimnis um ihre Vergangenheit möge nicht auffliegen, stellt sie sich jedoch eine Zukunft vor, bei dem sie die Konsequenzen für damals zu tragen hat. Obwohl es nur gerecht wäre, Angie hinter Schloss und Riegel zu bringen, erweicht diese Szene das Herz des Zuschauers, da sie dadurch von ihrem Sohn Danny getrennt wird und man dennoch Mitgefühl für sie entwickelt, da sie durch die Wisteria Lane endlich eine Zugehörigkeit zu empfinden scheint und diese nun wieder aufgeben muss.
Nachdem Celia durch Lynettes beherztes Eingreifen überlebt hat, dankt Gabrielle Gott dafür, weil sie glaubt, Celia sei etwas Besonderes. Bei ihren Zukunftsträumen erlebt man eine Art Déjá-vu und bekommt als Zuschauer einen Schreck, wie verbissen Gabrielle an die Schauspielkarriere ihrer Tochter glaubt. Dies fällt besonders negativ auf die Charakterentwicklung Gabrielles aus, da sie absolut nicht mehr so verbissen und arrogant ist, wie es letztlich in der alternativen Welt herübergebracht wird. Umso schöner ist es, dass sie selbst erkennt, wie besonders ihre Tochter doch ist, weil sie einfach so ist, wie sie ist. Durch die Rettung von Celia gibt es bei Lynettes Schwangerschaft Probleme, sodass man operieren muss und den baldigen Eltern nicht sagen kann, ob das Kind eine geistige oder körperliche Behinderung davon tragen wird. Diese mögliche Entwicklung stellt sich Lynette als alternative Welt vor und lässt den Zuschauer eine starke und stolze Lynette erkennen, die nicht nur beweist, wie stark sie selbst ist, sondern dass sie auch ihrem behinderten Sohn genug Selbstvertrauen gibt, der sie als Mutter später mit Stolz erfüllt.
Bei dieser Episode von "Desperate Housewives" lernt man bei einigen Charakteren vollkommen andere Seiten kennen, welche bestimmt auch sonst in der Serie einen tollen Anklang gefunden hätten. Doch letztlich hat dieser kleine "Ausflug" seine Wirkung bei den Hausfrauen definitiv nicht verfehlt und zeigte die ein oder andere Versöhnung, was den Zuschauer freudig zurücklässt.
Roseanne, #9.24 Nächte im Keller
Als im Jahre 1997 die Sitcom "Roseanne" nach neun Staffeln ein Ende fand, bot man den Zuschauern eine Art alternative Gestaltung der Serie, in der die Hauptperson Roseanne (Roseanne Barr) ihre Vorstellung davon erläuterte.
"Ich hätte alles anders gemacht."
Nachdem die gemeinsame Tochter von David (Johnny Galecki) und Darlene (Sara Gilbert) aus dem Krankenhaus entlassen wird, erntet sie eine stürmische, aber liebevolle Begrüßung durch die weiteren Verwandten und Freunde der Familie. Beim anschließenden gemeinsamen Essen schweift Roseanne mit ihren Gedanken immer weiter ab und erlebt eine Art Trance, in der sie die Zuschauer wissen lässt, dass die Serie eigentlich in ihrem Kopf entsprungen ist und gibt zu erkennen, was sie letztlich alles anders gemacht hätte. Dabei fällt der von Roseanne gedachte Tod Dans (John Goodman) besonders ins Auge. Im Verlauf der Serie erlitt dieser tatsächlich einen Herzinfarkt, starb jedoch nicht daran. Ebenso Roseannes Depressionen, welche diese in ihrem Trancezustand dem Tod ihres Mannes zuschreibt, beruhten eher auf Dans Seitensprung innerhalb der Serie.
Ein weiteres Aufsehen wird durch die Wunschvorstellung von Roseanne erregt, als der Zuschauer erfährt, dass Becky (Sarah Chalke) mit David zusammen wäre und nicht mit Mark (Glenn Quinn). Zuletzt wird dem Zuschauer ebenso bewusst, dass nicht Roseannes und Jackies (Laurie Metcalf) Mutter Beverly lesbisch wäre, sondern Jackie selbst, die Roseanne immer wieder darauf aufmerksam machte, dass sie sich nicht zu Männern hingezogen fühlen würde.
Ob sich dieses Wunschtraumdenken von Roseanne auch zum Erfolg der Sitcom ausgewirkt hätte, mag man zu bezweifeln. Zwar wäre die Charakterentwicklung von Jackie sehr viel nachvollziehbarer und würde somit auch erklären, warum sie immer wieder Pech mit den Männern hatte, doch bei der gewünschten Paarung der Connor-Kinder hätte sich dies wohl eher schlecht als recht auf den Erfolg ausgelegt, zumal die Vermischungen der verschiedenen Charaktereigenschaften der vier für sehr viel mehr Spannungen und Spaß sorgten. Letztlich kann man wohl sagen, dass dieser kleine Ausflug in die Traumwelt von Roseanne ein schönes Serienende erzeugt hat, jedoch für die Serienentwicklung nicht unbedingt ratsam gewesen wäre.
Daniela S. - myFanbase
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