Neustarts 2013/2014 - Fazit
Die TV-Season 2013/2014 hatte wieder viele neue Serien im Angebot, seien es Comedy- oder Dramaserien. Neben Mystery und Science-Fiction fanden auch Spin-Offs Anklang bei den Zuschauern und so war in jedem Genre etwas vertreten. Wir ziehen ein Fazit nach der Season und schauen, was aus unseren vielversprechendsten Neustarts geworden ist. Konnten die Erwartungen erfüllt werden? Welche Serien haben enttäuscht und welche stattdessen überzeugt?
Fazit von Nicole Oebel
Dracula
"Dracula" war die Serie, auf die ich mich schon lange am meisten gefreut habe und die ich 2012 als vielversprechendsten Neustart einschätzte, aber wie so oft, wenn man nur ein Serienkonzept und die Darsteller kennt, habe ich etwas ganz anderes von der Serie erwartet. Jonathan Rhys Meyers spielte wahrhaftig eine viktorianische Version der Emily Thorne und durfte dabei nicht viel mehr als stoisch wie eine Marmorstatue herumstehen. Von Wucht und Macht eines Dracula war da nichts zu spüren. Die Serie wurde völlig zu Recht abgesetzt. Stattdessen waren es wieder drei Serien, die ich vorher kaum beachtet hatte, die mich überaus positiv überraschen konnten.
Penny Dreadful
"Penny Dreadful" ist gleichzeitig schauerhaft abstoßend und anziehend schön. Diese gekonnte und cinematographisch atemberaubend umgesetzte Paarung von Horror und Schönheit hebt die Showtime-Serie heraus. Angesiedelt im viktorianischen London des 19. Jahrhunderts, wie die "Dracula"-Serie, mit den pompösen Interieurs der Herrenhäuser, der prätentiösen vornehmen Gesellschaft und den sündhaft schönen Menschen, liegt der Unterschied in genau dieser Kombination. Während in "Dracula" die Schönheit ohne echte Horrorszenen unendlich langweilig war, finden sich zahllose Serien- und Filmbeispiele, in denen Grusel und Gräuel einfach nur geschmacklos wirken. "Penny Dreadful" macht Vampire wieder zu Monstern, die nicht aussehen wie Robert Pattinson, und erzählt in gemütlichem Tempo eine verrückte Geschichte, in der weltbekannte literarische Figuren wie Dr. Frankenstein, Dorian Grey und Mina Harker zwar ihrem Ausgangspunkt treubleiben, dann aber, wie ich vermute, eine ganz neue Art der "Avengers" bilden werden.

© 2013 Sony Pictures Television, Inc. and Showtime Networks Inc. All Rights Reserved. Peter Iovino/SHOWTIME
Masters of Sex
Showtimes "Masters of Sex" ist eine Serie über Sexualität, die viel Sex zeigt, ohne besonders sexy zu sein, und einen auf intellektuelle und überraschend emotionale Weise in ihren Bann zieht. Die wissenschaftliche Seite über die Studien und Ergebnisse der Sexualforscher William Masters und Virginia Johnson in den 1950ern ist dabei genauso spannend wie der kulturelle Widerstand in einer Zeit, in der man nicht offen über Sex sprach. Michael Sheen spielt Masters als zugeknöpften, kühlen Wissenschaftler, der die entgegenkommende, gefühlvolle Art seiner Kollegin Virginia Johnson genauso dringend für die Betrachtungen seiner Versuchspersonen braucht wie für die Erforschung seines eigenen Innenlebens. Dabei ist es unheimlich fesselnd, wie der anfangs asexual wirkende Wissenschaftler auf für ihn selbst erstaunliche Weise seine eigene Sexualität kennenlernt und sowohl er als auch die unkonventionelle Virginia neben bahnbrechenden Forschungsergebnissen auch eine Revolution ihrer Gefühlswelt erleben.

© 2013 Fox Broadcasting Co.; Patrick Ecclesine/FOX
Enlisted
"Enlisted" hatte ich im Vorfeld eigentlich schon abgeschrieben. Geoff Stults, Chris Lowell und Parker Young in einer Comedy-Serie als Brüder bei der Army - von diesen Aspekten klang für mich rein gar nichts interessant. Wie sehr ich mich getäuscht habe! Keiner der drei Schauspieler hat mich jemals wirklich für sich einnehmen können, aber als Brüder zusammen funktionierten sie einfach perfekt. Besonders Parker Young hat für mich die Rolle des Dummerles in einer Comedy-Serie neu definiert. Er war als naiver Private Randy Hill das emotionale Zentrum der Serie, der einem auch die anderen beiden Hill-Brüder sympathisch machte, und in ihren gemeinsamen Szenen habe ich sowohl Lach- als auch Rührungstränen vergießen können. Eine Comedy über eine Army-Kaserne, die niemals respektlos daherkam und unwahrscheinlich viel Herz hatte, von FOX aber leider bereits endgültig abgeschrieben wurde.
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