Neustarts 2013/2014 - Fazit
Die TV-Season 2013/2014 hatte wieder viele neue Serien im Angebot, seien es Comedy- oder Dramaserien. Neben Mystery und Science-Fiction fanden auch Spin-Offs Anklang bei den Zuschauern und so war in jedem Genre etwas vertreten. Wir ziehen ein Fazit nach der Season und schauen, was aus unseren vielversprechendsten Neustarts geworden ist. Konnten die Erwartungen erfüllt werden? Welche Serien haben enttäuscht und welche stattdessen überzeugt?
Fazit von Cindy Scholz
Die vergangene TV-Season hat mir vor allem in Bezug auf neue Comedy-Serien so richtig Spaß gemacht. Lange hatte ich nicht mehr so viele Neulinge in Sachen Komik, die bei mir von Beginn an gleich punkten konnten, ohne dass es irgendwelche Aufwärmschwierigkeiten oder lange Angewöhnungsphasen gegeben hätte.

© 2013 Fox Broadcasting Co.; Jeff Lipsky/FOX
"Brooklyn Nine-Nine", "Enlisted" und "Trophy Wife"
Leider haben von meinen drei neuen Lieblingen nur eine Serie die Season überlebt und wurde in eine zweite Staffel verlängert. Dabei handelt es sich um "Brooklyn Nine-Nine", der Polizeiserie rund um Adam Samberg, welche aber hauptsächliche von einem absolut großartigen Ensemble-Cast lebt, und natürlich von dem wunderbaren Humorgespür von Seiten Mike Schur, welches dieser ja auch schon mit "Parks and Recreation" unter Beweis gestellt hat. Wie auch schon Mike Schurs Vorgängerserie hat auch "Brooklyn Nine-Nine" ausgefeilt witzige und liebenswerte Charaktere zu bieten, so wie eine zum Schreien komische Autoritätsfigur, in diesem Falle Captain Ray Holt (Andre Braugher), die das geniale Ensemble abrundet. Dabei ist die einzigartige Stellung von Braughers Charakter als stolzer und absolut maskuliner homosexueller Polizist, der die negativen Seiten seines Lebenslaufs nie unter den Tisch kehrt, aber trotz des ernsten Themas immer urkomisch bleibt, das I-Tüpfelchen der Serie. Aber auch Terry Crewes, Melissa Fumero, Joe LeTruglio und Stephanie Beatrice wissen zu überzeugen und machen einfach nur Spaß.
Auch "Enlisted" hat mit Keith David eine zum Schreien komische Autoritätsfigur im Cast zu bieten, darüber hinaus eine wunderbare Brüderbeziehung unter den drei Protagonisten, dargestellt von Chris Lowell, Parker Young und Geoff Stults. Die Serie konnte vom ersten Moment an durch Herz und Humor punkten, leider bekam sie vom Sender keine reale Chance geboten, Zuschauer zu finden und so stand von Beginn an das traurige Schicksal der frühen Absetzung fest. Nichtsdestotrotz gehören die wenigen Episoden, die man von "Enlisted" bis dato zu sehen bekommen hat, zum Witzigsten und Warmherzigsten, was die vergangene TV-Season zu bieten hatte. Eine Schande, dass FOX so sträflich mit dieser wunderbaren Serie umging.
Aber auch ABC hat es mit "Trophy Wife" nicht viel besser gemacht, zwar wurden hier die vollen 22 Episoden der ersten Staffel ausgestrahlt, aber der Sender hat leider der wirklich gelungenen Comedyserie nie den nötigen Rückhalt geboten, um vielleicht nach einem misslungenen Start (wegen des abschreckenden Titels?) doch noch ein paar Zuschauer für sich zu gewinnen. Und das ist wirklich traurig, denn hier hat vor allem die Chemie zwischen den Darstellern gestimmt, die aus einem sehr erfahrenen Team rund um Malin Ackerman, Marcy Gay Harden und Bradley Whitford bestanden, welches durch wirklich überzeugende Kinderdarsteller bereichert wurde. "Trophy Wife" hat das Rad nicht neu erfunden, aber es war eine liebenswerte, witzige und einfach gelungene Familiencomedyserie.

© 2013 Sony Pictures Television, Inc. and Showtime Networks Inc. All Rights Reserved. Erwin Olaf/SHOWTIME
"Masters of Sex" und "Fargo"
In Sachen Dramaserien hat die letzte TV-Season leider die Durstrecke der letzten Jahre fortgesetzt, so dass wesentlich mehr Serien entweder ganz aufhörten ("Breaking Bad", "Treme"), oder absolut unanschaubar ("Homeland") wurden, als das neue Kandidaten für die Allzeitfavoritenliste hinzukamen. Die am meisten gehypte neue Dramaserie, dass HBO-Flaggschiff "True Detective" hat mich leider ebenfalls enttäuscht, denn tote junge Mädchen und gequälte Ermittler habe ich in meiner Serienlaufbahn schon zu viele gesehen.
Dafür hat mich aber "Masters of Sex" mit seinem Fokus auf den faszinierenden Frauenfiguren wie Virginia Johnson (Lizzy Caplan) oder auch Margaret Scully (Allison Janney) positiv angesprochen, dazu kommt die Tatsache, dass dem Thema Sex und Intimität hier der komplette Fokus gilt, und nicht nur die optische Aufmerksamkeit, um die Herren vor den Bildschirmen durch nackte Haut bei der Stange zu halten. Hier freue ich mich sehr auf die bald anstehende zweite Staffel und hoffe, dass die Serie ihre Qualität halten kann.
Mein Dramafavorit kam aber erst kurz vor dem Ende der Season ins Spiel, dabei handelt es sich um die Adaption des Kultfilms "Fargo" in Form einer abgeschlossenen zehn Episoden umfassenden Miniserie, die mich nach zwei Dritteln der Laufzeit wirklich begeistert. War ich doch im Vorfeld eher skeptisch, schließlich kann gerade bei derart geliebten Vorlagen eigentlich mehr schiefgehen als gelingen, wenn man sich an eine Neuumsetzung wagt. Aber Serienmacher Noah Hawley konnte einerseits viele der typischen Coen-Elemente des Filmes bzw. aus der Gesamtvita der Gebrüder Coen in das Flair der Serie einbringen, andererseits entwickelte er seine ganz eigene Geschichte. Besonders die beiden Protagonisten Molly und Gus bilden in ihrer ehrlichen und liebenswerten Art ein wohltuendes Gegengewicht zu den "Bösewichten" der Serie und stellen so eine einzigarte Facette des Geschehens dar, für die man schnell mitfiebert und über die man so unheimlich in den Fortlauf der Erzählung investiert ist. "Fargo" gehört zu den Anthologie-Serien, nach dem Abschluss dieser ersten Staffel besteht das Potential auf eine zweite, mit vollkommenen neuer Geschichte. Nach den überzeugenden ersten Folgen aus der Feder dieses Teams, lasse ich mich gerne auf ein neues "Fargo"-Abenteuer ein. Zuvor sollte aber natürlich das erste zufriedenstellend abgeschlossen werden, woran es aber aktuell keinen Grund zum Zweifeln gibt.
Cindy Scholz - myFanbase
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