Die enttäuschendsten Storylines 2011/2012
Verpatzte Bromance (Vampire Diaries)

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Mit dem Finale der zweiten Staffel wurde den Zuschauern ein Handlungsstrang in Ausblick gestellt, der viele mit Spannung auf den Beginn der dritten Staffel warten ließ: Klaus hat nicht nur dafür gesorgt, dass Stefan wieder Massen an Blut zu sich genommen hat, wodurch der Ripper in ihm geweckt werden sollte, sondern hat ihn verpflichtet gemeinsam mit ihm Mystic Falls zu verlassen. Als Zuschauer wartete man entsprechend gespannt, wie es mit den beiden Vampiren weitergehen würde und bekam zu Beginn der dritten Staffel etwas in Aussicht gestellt, was leider überhaupt nicht von den Autoren weiter verfolgt wurde, obgleich es enormes Potenzial gehabt hätte.

"I remember you. We were friends." - "We are friends."

Foto: Joseph Morgan, Vampire Diaries - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Joseph Morgan, Vampire Diaries
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Eine Frage, die man sich als Zuschauer bereits in der zweiten Staffel gestellt hat, war, warum Klaus so ein großes Interesse an Stefan hat. Als Urvampir kann er sich jede Person gefügig machen, und selbst Stefans Ruf als Ripper wird sicherlich nicht entscheidend sein, dass Klaus ihn am Leben hält, obwohl Stefan sich nichts sehnlicher wünscht, als dessen Tod. Eine Antwort haben wir dann in der meines Erachtens nach besten Episode der dritten Staffel bekommen, nämlich in #3.03 Die dunklen Jahre. Mittels Rückblicken wurde uns gezeigt, dass Stefan und Klaus einmal Freunde waren, gar brüderliche Gefühle füreinander gehegt haben. Und die Chemie von Joseph Morgan und Paul Wesley war in den gemeinsamen Szenen in dieser Episode zum Greifen nah, dass man nicht umhin kam sich zu wünschen, dass wir noch viele weitere solcher freundschaftlichen Szenen zwischen den beiden zu sehen bekommen werden.

Die Erklärung, warum Stefan sich an diese enge Freundschaft der beiden nicht erinnern konnte, wurde uns auch gleich mitpräsentiert: Klaus hat sein Gedächtnis manipuliert, damit Stefan ihn und Rebekah nicht aus Versehen an Mikael verraten würde. Die Grundlage war also perfekt. Stefan erinnerte sich an seine gemeinsame Zeit mit Klaus, war nun eh durch ein Versprechen an ihn gebunden und musste gleichermaßen vor ihm das Geheimnis bewahren, dass Elena noch am Leben ist. Ich sah es in diesem Moment schon klar vor mir: Stefans und Klaus' alte Freundschaft würde zu neuem Leben erwecken, die beiden würden ein wunderbares Gespann abgeben und irgendwann am Ende der Staffel müsste sich Stefan dann zwischen Elena, Damon und seinem Leben in Mystic Falls auf der einen Seite und Klaus und seinem neuen Leben auf der anderen Seite entscheiden.

Doch dieser Traum zerplatzte spätestens in #3.05 Die Abrechnung, als Klaus und Stefan gemeinsam nach Mystic Falls zurückkehren und Stefan sich dort gleich wieder ohne Frage gegen Klaus stellt. Glücklicherweise hat man Stefan durch Klaus' Zutun weiterhin seine Bad-Boy-Seite ausleben lassen, die Paul Wesley einfach wunderbar beherrscht, jedoch wurde so auch mehr als deutlich gemacht, dass Klaus und Stefan niemals auf der gleichen Seite stehen würden.

Meines Erachtens nach, haben die Autoren in der dritten Staffel viele Handlungsstränge zu schnell fallen gelassen, so unter anderem auch Mikaels Jagd auf seine Kinder, Bills Bestreben Caroline zu konditionieren etc., aber am meisten schmerzt es einen wirklich, dass die Freundschaft zwischen Klaus und Stefan nicht weiter verfolgt wurde. Genau hier hätte man ansetzen können, um Klaus menschlicher wirken zu lassen, um ihn nicht nur als den bösen Urvampir zu zeigen, der das Leben aller zerstört. Dies hat man vielmehr durch eine angedeutete Romanze zwischen ihm und Caroline versucht, obwohl man die Grundzutaten dafür doch schon in der dritten Episode der Staffel bereit gestellt hat. Noch dazu, da Stefan auch eine gemeinsame Vergangenheit mit Rebekah hat, die man auch in den ganzen Handlungsstrang mit hätte einbauen können.

Und betrachtet man dann die Szene in #3.21 Vor Sonnenuntergang, in der Klaus seinen ehemaligen Freund Stefan traurig und schockiert zugleich anblickt, als dieser Klaus' Herz zum Stillstand bringt, dann wird einem noch einmal mehr deutlich, dass die Autoren hier ein enormes Potenzial für eine spannende Storyline verschenkt haben. Denn allein die Blicke der beiden in dieser kurzen Szene verdeutlichen nicht nur, wie wunderbar Joseph Morgan und Paul Wesley miteinander interagieren können, sondern auch, was uns Zuschauern über 20 Episoden vorenthalten wurde.

Es ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, warum sich die Autoren gegen eine gemeinsame Storyline von Klaus und Stefan entschieden haben, denn die Handlunsgsstränge, die man den beiden stattdessen vorgesetzt hat, konnten nur bedingt überzeugen, sodass sie das verschenkte Potenzial definitiv nicht ausgleichen konnten. Und somit bleibt die dritte Staffel vor allem auch dadurch in Erinnerung, dass sie uns vielversprechende Ansätze zeigte, diese aber vorschnell wieder fallen ließen und stattdessen Wege einschlugen, die nicht ansatzweise so überzeugen konnten, wie das, was in wenigen kurzen Szenen angedeutet wurde.

Annika Leichner - myFanbase

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