Die besten Charaktere 2013/2014
Eleanor 'Ellie' Bishop (Navy CIS)

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Nachdem bekannt wurde, dass Cote de Pablo nach acht Staffeln aus der Erfolgsserie "Navy CIS" aussteigen würde, befürchtete ich sogleich, dass dies das baldige Ende für meine Lieblingsserie zu bedeuten hatte. Üblicherweise wachsen Figuren, die wie Ziva David solange in einer Serie dabei sind und die nach Jahren langer gemeinsamer Arbeit perfekt ins Team passen, dem Zuschauer so sehr ans Herz, dass sie unersetzbar scheinen. Vor allem warteten viele Fans seit langer Zeit darauf, dass Tony (Michael Weatherly) und Ziva den letzten Schritt von der ständigen Flirterei zu einer ernsthaften Beziehung wagten. Die Fragen, die sich mir zu Beginn der neuen Staffel also stellten, waren, würde die neue Agentin sich in die Dynamik des Teams einfügen und würden die Serienmacher den schlechten Versuch wagen, sie in eine romantische Beziehung zu Tony (oder auch den anderen männlichen Kollegen) zu verwickeln? Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass, wie auch schon nach dem Ausstieg von Sasha Alexander, meine Befürchtungen unnötig waren.

"I work hard and when I fall I got right back up. I'm smart and I wanna make a difference. And I can."

Foto: Navy CIS - Copyright: Paramount Pictures
Navy CIS
© Paramount Pictures

Bevor ich ein paar Worte über Kates und Zivas Nachfolgerin im Team verliere, möchte ich auch kurz erwähnen, wie dankbar ich den Serienmachern war, dass sie nicht umgehend die Neue einführten, sondern die Möglichkeit nutzten, das Team erst einmal mit verschiedenen starken Frauen interagieren zu lassen, wie Vera Strickland (Roma Maffia), Delilah Fielding (Margo Harshman) und Abby Borin (Diane Neal). Irgendwie halfen mir diese ständigen Wechsel an weiblichen Ermittlerinnen am Anfang, um zu erkennen, dass der Verlust eines langjährigen Lieblingscharakters nicht unbedingt das Ende sein muss, sondern dass es bei dem richtigen Umgang mit der Situation auch eine Chance für Neues sein kann.

Nach dem Kennenlernen weiterer Agentinnen war sie dann endlich da: NSA-Analystin Eleanor 'Ellie' Bishop (Emily Wickershaw), die mit einer zerrissenen Jeans und einem weiten weißen Strickpullover in einem chaotischen Haufen Papier auf dem Boden sitzt und Musik hört, als Gibbs (Mark Harmon) und Tony wegen eines Falls ihre Hilfe benötigen. Allein der erste Eindruck der jungen Frau war wunderbar – wusste man doch, dass sie irgendwie herrlich verrückt sein musste. Das bestätigt sich auch sogleich, denn Ellie verbindet Erinnerungen mit Essen. Auf diese Weise kann sie sich nahezu alles merken, was sie liest. Die ersten Interaktionen mit den anderen Charakteren bewiesen, dass auch Ellie den richtigen Humor hat, um in das Team zu passen. So antwortet sie Abby (Pauley Perrette) völlig selbstverständlich zunächst auf handgeschriebene Zettel, weil sich die Forensikerin nicht traut in ihrer Gegenwart zu sprechen, aus Angst die NSA hört mit. Mit McGee (Sean Murray) und Tony kommt sie gleich gut zurecht und kontert schon von Beginn an vorlaute Kommentare der beiden Männer, so dass klar wird, dass sie sich nicht von ihnen auf der Nase herumtanzen lässt. Sogar Gibbs gibt nach Ende des ersten gemeinsamen Falls zu, dass er sie gerne um sich hat, und bietet ihr daher ein Joint Duty Assignment an, das sie freudig annimmt.

Schnell wird dem Zuschauer klar, dass Ellie vielleicht nicht so tough ist, wie ihre beiden Vorgängerinnen, aber sie trotzt ihrer Unsicherheiten im Umgang mit anderen Menschen durchaus als selbstbewusst zu betrachten ist. Hatte ich bei Kate und Ziva oftmals das Gefühl, dass sie wie ältere Schwestern für die Männer waren, ist es bei Ellie vielmehr die jüngere Schwester, die sich zwar gegen ihre Kollegen durchzusetzen weiß, aber auch hier und da etwas mehr Schutz bedarf. Das ist allerdings nichts, was in der Dynamik der Gruppe unangenehm auffällt oder die anderen beiden Ermittlerinnen schmerzhaft vermissen lässt, sondern ihre Figur verändert die Gruppenkonstellation angenehm und erfrischend. Gerne erinnere ich mich noch an Zeiten mit Ziva und Kate, aber es ist nicht, wie ich befürchtet hatte so, dass ich mir alte Zeiten sehnlich zurückwünsche.

Mit jedem Fall mehr, den das NCIS-Team und sie bearbeiten, findet sie ihre Position in der Gruppe (und am Rande bemerkt, ich bin wirklich dankbar dafür, dass man durch ihre gutfunktionierende Ehe weiß, dass es zu keinerlei romantischer Annäherung mit einem ihrer männlichen Kollegen kommt wird). Auch dem Team wird bewusst, wie sehr sie Ellies Hilfe bei den Ermittlungen brauchen und bietet ihr daher die Ausbildung zur NCIS-Agentin an. Nicht nur sie freut sich über dieses Angebot, sondern ich als Zuschauer war ebenfalls begeistert, dass das Team mit ihr dauerhaft Verstärkung bekommt.

Im Vergleich mit anderen Charakteren dieser TV-Season hat Ellie sicherlich keine großartige Entwicklung erfahren, dafür ist sie schließlich noch zu kurz dabei, doch vor allem muss bei ihr bedacht werden, dass sie einer Figur nachfolgt, die der Zuschauer seit acht Jahren kennt und liebt. Dass es den Serienmachern gelingt, diese Lücke mit ihr so gut zu schließen und damit den Verlust von Cote de Pablo als Darstellerin verkraftbar zu machen, ist der Grund für mich, warum Ellie dieses Jahr zu den besten Charakteren zählt.

Ceren K. - myFanbase

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