Die traurigsten Absetzungen 2008
Platz 2: My Own Worst Enemy

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Am 13. Oktober 2008 feierte die Crime-Serie "My Own Worst Enemy" mit Christian Slater in der Hauptrolle auf dem amerikanischen Sender NBC Premiere. Doch die Quoten konnten nicht überzeugen und NBC trennte sich nach nur neun Episoden von dieser vielversprechenden Serie, ging aber einen weiteren Vertrag mit Christian Slater ein.

Doppeltes (Schau-)Spiel

Im Jahr 2008 wollte NBC mal wieder etwas neues versuchen und kaufte "My Own Worst Enemy" ein, in der es um den Geheimagenten Edward geht, der sich vor knapp 20 Jahren freiwillig bei einem Programm gemeldet hatte, bei dem ihm eine zweite Existenz eingepflanzt wurde: Henry. Für die Hauptrolle holte man sich den erfahrenen Schauspieler Christian Slater an Bord, und lag nicht falsch, denn Slater beherrschte beide Identitäten gleichmaßen und es schien ihm ein Leichtes, zwischen diesen zu wechseln und jedem Charakter seine eigene Note zu verleihen. So war es für die Zuschauer zu jeder Zeit ersichtlich, welchen Charakter er vor sich hatte, und das allein schon durch die Mimik und Gestik, die Slater anwand.

Doch auch die Handlung an sich wartete mit viel Spannung auf und die einzelnen "Fälle", die Slaters Charakter(e) in den einzelnen Episoden bestreiten musste(n), waren durchweg interessant und keine großartigen Wiederholungen von bisher schon Gesehenem.

Punkten konnte die Serie schon im Piloten, als sich herausstellte, dass nicht Edward der Sympathieträger zu sein schien, sondern vielmehr Henry, der eigentlich gar nicht existierte und nur eine Konstruktion war. Somit wurde dem Protagonisten der Serie sofort ein Dämpfer verpasst und man konnte zusehen, wie sich ein Mann darüber bewusst wurde, dass alle seine Erinnerungen bloße Erfindungen waren und er niemals wirklich existiert hat oder existieren wird.

Diesen Zwiespalt konnte die Serie konsequent gut durchsetzen, indem sie vor allem Henry nutze, um an Informationen über die Hintergründe des Projektes zu kommen, da er irgendetwas brauchte, an dem er sich festhalten konnte und das ihn letztendlich dann doch real machte.

Auf der anderen Seite haben wir Edward, dessen Eltern ermordet wurden und deren Mörder er sein Leben lang schon aufspüren will. Aus diesem Grund beteiligte sich Edward schließlich auch an dem Projekt und mit der Zeit lernen wir, dass (natürlich) noch mehr hinter all dem steckt und die Verbindung zu Edward und dem Projekt nicht von ungefähr kam. Edwards Vorgesetzter wird dabei einmal mehr von dem erfahrenen Schauspieler James Cromwell verkörpert, dem es erneut gelingt, seine Figur überzeugend darzustellen und der so einen perfekten Gegenpart zu Slater markiert. Die anderen Darsteller tun ihr Restliches dafür, um ein gutes Ensemble darzustellen, das die Serie und deren Mysterien tragen und vermitteln kann.

Doch wie so oft, wurde die Serie genau in dem Moment abgesetzt, als man wirkliche Spannung aufbauen konnte, so dass man auch keinesfalls von einem zufriedenstellenden Ende sprechen kann, da man direkt an der spannendesten und vielversprechendsten Stelle den Stecker zog und die Serie ins Jenseits beförderte. Gerade deswegen macht es die Absetzung noch tragischer, da man nicht einmal ansatzweise das erfahren konnte, was die Serie sich gedacht hatte, obwohl relativ viel Potenzial in der Handlung steckte und es keine nennenswerte schwache Stelle in der Serie und deren Handlung gab.

Annika Leichner - myFanbase

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