US-Quotenanalyse TV-Season 2014/2015
Ausgabe 1 (Woche 38 bis 41) - FOX

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Mit einer neuen Season in Sachen US-Fernsehen beginnt natürlich auch wieder das Spiel um die besten Einschaltquoten, welcher Sender, welches Programm und für uns besonders interessant welche Serien können die meisten Zuschauer an sich binden

Wir hier von der myFanbase US-Quotenanalyse versuchen dabei für euch einen monatlichen Überblick über die relevanten Einschaltquoten der wichtigsten fiktionalen Programme in den USA zu schaffen. Dabei steht die Frage, welche Serien die besten Überlebenschancen haben im Vordergrund und wir versuchen uns auch zum besseren Verständnis der Materie mit den vielschichtigen Gründen dafür auseinanderzusetzen. Am Anfang der Season geht es dabei vor allem für die neu gestarteten Formate darum, die erste Hürde einer sogenannten Back Nine Order zu überwinden, spätestens ab dem Winter beginnt dann endgültig der Kampf ums Überleben bis in die nächste Season.

Das Verfahren ist dabei ähnlich wie im letzten Jahr, wir blicken auf die fünf Broadcastsender in einzelnen monatlichen Kolumnen und liefern euch dafür auch die konkreten Einschaltquoten der betreffenden Serien. Los ging es mit dem Sender ABC, hier folgt die Ausgabe zum Sender FOX und in den nächsten Tagen kommen noch CBS, NBC und The CW dazu.


Quelle aller Daten: Nielsen Media Research
Bedeutung der Daten in der Tabelle: 7,4 Mio. | 2,5 = 7,4 Mio. Zuschauer insgesamt | 2,5 Rating-Points in der werberelevanten Zielgruppe; 18 - 49 Jahre (alle Werte sind Live plus 24 h)

Die Analysen beziehen sich zum größten Teil auf die Quoten in der werberelevanten Zielgruppe, denn die entscheiden darüber, wieviel Geld die Sender von ihren Werbekunden verlangen können.

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Wenn man beim Boradcast-Sender FOX nach Gewinnern und Verlierern unterteilt, wird es für eine Seite der Gleichung ganz schön leer, während es auf der anderen Seite nicht viel zu feiern gibt. Denn FOX hat einen der miesesten Starts eines Senders in den Herbst seit langem erwischt. Wobei diese Entwicklung nicht wirklich überraschend kommt, befindet sich FOX doch schon eine ganze Weile auf der Quotentalfahrt. Aber dass es in diesem Herbst so düster aussehen würde, hätten wohl auch die ganz großen Pessimisten nicht erwartet. Und das große Problem daran ist, dass auch in den folgenden Monaten keine Lösungen der Probleme in Sicht sind. Widmen wir uns aber erst einmal den aktuellen Baustellen:

Die Verlierer

Wo soll man da anfangen? Bei den fast durch die Bank weg gefloppten Neustarts? Wie die neue Comedyserie "Mulaney", die trotz halbwegs stabilem Umfeld am Sonntagabend katastrophale Einschaltquoten einfährt? So schlecht, dass manche Branchenbeobachter schon in ironischem Ton von der "Mulaney"-Grenze scherzen. Oder bei der von der ersten Folge an weit unter einem akzeptablen Quotenniveau gestarteten Serie "Red Band Society"? Da ist die als potentieller Nachfolger für das vor einigen Jahren für Aufsehen sorgende "Glee"-Phänomen weit hinter den Erwartungen geblieben. Aber auch die Krimiserie "Gracepoint" hat bisher auf ganzer Linie enttäuscht und wird wohl über die ursprünglich georderten zehn Folgen hinaus keine Zukunft haben. Es ist ein Trauerspiel, wenn man sich das FOX-Progamm momentan anschaut, denn euch die beiden Dienstagscomedyserie "New Girl" und "The Mindy Project" setzen ihre Abwärtstrends aus der vergangenen Season weiter fort. Zwar konnten sich beide bisher dank ihres sehr jungen und damit für Werbkunden attraktiven Zielpublikums schon eine Weile über Wasser halten, aber wenn ist die Grenze zum Verlustgeschäft erreicht?

Das Mittelfeld

Da muss man eine auf mittelprächtigem Niveau stabile Serie wie "Bones" schon fast als Erfolg loben. Zwar gibt es beim Crime-Dauerbrenner hinter den Kulissen auch immer wieder Gerüchte, dass die Serie nach dieser Staffel enden könnte, aber ein solches Ende könnte sich FOX momentan wohl einfach nicht leisten, weshalb man wohl alles daran setzen wird, die auslaufenden Verträge der Stars, koste es was es wolle, zu verlängern. Auch "Sleepy Hollow", welches von vielen Publikationen als Quotenenttäuschung gehandelt wird, gehört aufgrund des insgesamt katastrophalen Niveaus der FOX-Zuschauerzahlen zum absolut soliden Mittelfeld und schwebt damit in keinerlei Gefahr, nach dieser Season abgesetzt zu werden. Natürlich ist es für eine Serie, die im letzten Herbst um diese Zeit ein ganz großer Hit war und doppelt so viele Zuschauer hatte, eine herbe Enttäuschung auf diesem mittelprächtigen Niveau zu landen. Da alle anderen Kandidaten bei FOX aber noch wesentlich schlechter dastehen, wird es für "Sleepy Hollow" dennoch zu einer Verlängerung reichen.

Wenn es um den Sonntagabend bei FOX geht, sieht man einmal von dem klaren Absetzungskandidaten "Mulaney" ab, kann man aktuell noch schwer einschätzen, ob es sich dabei um stabile Mittelfeldskandidaten oder wirkliche Gewinner handelt. Der Seasonstart der Animationsserie war phänomenal, was aber wohl am hochgehypten Crossover zwischen "Die Simpsons" und "Family Guy" lag. In der Woche danach ging es mit den Quoten dann doch wieder deutlich nach unten, dass es im schwachen FOX-Umfeld aber überhaupt noch möglich ist, eine derartige Aufmerksamkeit zu erzeugen, kann durchaus schon als Erfolg gelten. Von dem auch "Brooklyn Nine-Nine" profitiert, dass auf dem neuen Sendeplatz bessere Überlebenschancen hat, als noch im Jahr zuvor. Und das ist wohl der entscheidende Punkt, denn die Animationsserien sind bei FOX auch weiterhin sicher.

Es gibt nur einen klarenGewinner bei FOX im Herbst 2014 und das ist der Neustart "Gotham". Dank einer gelungenen Marketingkampagne konnte sich das Batman-Prequel bisher wirklich gut halten, so dass FOX fast schon gezwungen ist, sich an diesen einen Strohhalm der Hoffnung zu klammern. Da ist es wohl auch folgerichtig, dass man die ursprünglichen Pläne, nur 16 Folgen in Staffel 1 zu produzieren, über Bord geworfen hat und doch mittlerweile noch zusätzliche Episoden orderte. Ob das kreative Team hinter der Kamera das auch so sieht, wird das abgelieferte Produkt dann im Frühling zeigen. Überhaupt hat die neue Führung innerhalb des Senders offensichtlich vor, alle Entscheidungen des Vorgängerregimes rückgängig zu machen: Programmchef Kevin Reilly, der direkt nach den Upfronts entlassen wurde, zuvor die Pilot-Season für abgeschafft erklärte und zahlreiche Serien Direct to Series orderte, von denen "einige mittlerweile schon wieder gestrichen wurden. Nun wird der nächste Entwicklungszyklus wieder im normalen Pilotverfahren abgehalten werden und die Beschränkung auf limitierte Folgenzahlen wurde auch stillschweigend beerdigt.

WochentagSerienKW 38KW 39KW 40KW 41
SonntagBob's Burgers---3,1 Mio.|1,4
Die Simpsons--8,5 Mio.|3,94,3 Mio.|2,0
Brooklyn Nine-Nine--5,5 Mio.|2,63,3 Mio.|1,6
Family Guy--8,5 Mio.|4,53,6 Mio.|1,9
Mulaney---2,3 Mio.|1,0
MontagGotham-8,2 Mio.|3,27,5 Mio.|2,86,7 Mio.|2,5
Sleepy Hollow-5,5 Mio.|2,05,0 Mio.|1,74,5 Mio.|1,7
DienstagNew Girl3,0 Mio.|1,72,4 Mio.|1,32,4 Mio.|1,32,6 Mio.|1,4
The Mindy Project2,7 Mio.|1,32,1 Mio.|1,02,4 Mio.|1,12,2 Mio.|1,0
MittwochRed Band Society4,1 Mio.|1,33,4 Mio.|1,13,3 Mio.|1,12,9 Mio.|0,9
DonnerstagBones-6,4 Mio.|1,66,4 Mio.|1,56,4 Mio.|1,6
Gracepoint--4,8 Mio.|1,23,8 Mio.|0,9

Auch bei FOX lohnt es sich, noch einmal einen Blick auf den Sommer zurückzuwerfen. Denn dort gab es wenigstens eine der rar gesäten Erfolgsgeschichten des vom Unglück verfolgten Senders. Die Rückkehr von "24 - Twenty Four" war ein durchaus beachtlicher Erfolg und wenn es wohl nur nach den Interessen des Senders geht, würde man diesen wohl gerne wiederholen. Es ist aber noch nichts an die Öffentlichkeit gedrungen, ob es wirklich mit "24" weitergehen wird.

Die anderen beiden Sommerneustarts, die Dramaserie "Gang Related" und die Comedy "Surviving Jack" hingegen sind beim Publikum durchgefallen und wurden nach der ersten Staffel sang und klanglos eingestellt.

Noch nicht gestartete Serien:



Cindy Scholz - myFanbase
17.10.2014

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