RingCon 2012 - Craig Horner

Foto: Craig Parker, Craig Horner, RingCon - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Craig Parker, Craig Horner, RingCon
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Bei der elften RingCon war es endlich soweit. Die Fans hatten jahrelang auf ihn gewartet und gehofft, und es hatte sich gelohnt. Craig Horner, Darsteller des überaus liebenswerten Hauptcharakters Richard Cypher aus "Legend of the Seeker", absolvierte seinen ersten Besuch bei der RingCon und, wie er uns als erstes mitteilte, gleichzeitig auch seinen ersten Besuch in Europa überhaupt. Vier Jahre ist es her, dass die Verfilmung der beliebten Fantasy-Buchreihe "Das Schwert der Wahrheit" auf Sendung ging (2008) und über zwei Jahre liegt das traurige und unerwartete Aus der Serie nun auch schon zurück. Die Fangemeinde ist noch immer treu und hält die Kampagne "Save our Seeker" lebendig. Nun also war der Held endlich gekommen, um seinen Erzfeind Darken Rahl, RingCon-Stammgast Craig Parker, ein weiteres Mal herauszufordern. Letztlich aber bedurfte es keines Wetteiferns um die Gunst der Zuschauer, während Craig Parker seit Anbeginn der RingCon-Zeiten ein wunderbarer Entertainer und erklärter Favorit der Zuschauer ist, hatte Craig Horner es seinerseits nicht schwer, das Publikum mit seinem jungenhaften Charme, der dem seiner Figur Richard in nichts nachsteht, im Sturm zu erobern. Craig Horner sah keinen Tag älter aus als zu Beginn der Serie und es war eine reine Freude, seine offene, fröhliche, bodenständige Art auf der Bühne zu erleben. Der leichte Anflug von Nervosität, der sich unverkennbar darüber ausdrückte, dass er beinahe ohne Unterlass seine halblangen Haare aus dem Gesicht strich, machte ihn nur umso liebenswerter.

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Craig Horner, RingCon
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Bei Craig Horners Solo-Panel am Samstag tauchte man auch sofort in die Materie ein. Craig erzählte, dass er die richtig gefährlichen Stunts nicht selber gemacht habe, aber in den Schwertkampfszenen war er immer selber zu sehen, genauso wie in den Reiterszenen. Die größte Herausforderung für ihn war, für die Fans wahrscheinlich wenig überraschend, die Episode #1.08 Denna, in der Richard von der gleichnamigen Mord Sith beinahe bis zur Selbstaufgabe gefoltert wird. Craig empfand diese Episode wie einen richtigen kleinen Film, und sie war entscheidend für Richard. Vorher war er noch so unsicher und durcheinander wie Marty McFly ("Zurück in die Zukunft"), erst die Vorgänge in dieser Episode machten ihn härter und stärker. Beim DVD-Audiokommentar erzählen Craig und die Denna-Darstellerin, dass Craig bei den Dreharbeiten tatsächlich Stunden um Stunden an den Handgelenken aufgehangen am Set verbrachte, nur unterbrochen durch einige Phasen bei den Nahaufnahmen, wo man ihm eine Kiste unter die Füße stellte. Insofern ist wohl leicht nachzuvollziehen, wieso diese Episode eine solche Herausforderung war. Im Nachhinein allerdings erachtet Craig diese Episode als eine der besten.

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Craig Horner, RingCon
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Der witzigste Moment am Set war gleich einer am ersten Drehtag, als Kahlan und Zeddicus über den ohnmächtigen Richard sprechen, der noch nicht weiß, dass er der Seeker ist. Eine Karte an der Wand fing Feuer und es entstand große Aufregung am Set. Zedd-Darsteller Bruce Spence aber rauschte kurzentschlossen mit Perücke und Gewand hinüber zur Wand und pustete die Flammen aus. Dieser Anblick muss einfach herrlich gewesen sein. Dann sprach Craig einen deutschen Satz, der Fanherzen höher schlagen ließ: "Der Seeker lebt!" Für den deutschen bestimmten Artikel brauchte er allerdings Übersetzungshilfe und "lebt" klang eher wie "liebt", aber es klang trotzdem schön. Das verrückteste, oder in Craigs Augen vielmehr schönste Geschenk eines Fans war eine Weinflasche, die richtig alt aussieht und ein Bild des Seekers als Etikett hat. Craig hat diese Flasche noch immer in seinem Weinschrank stehen, denn trinken kann er sie nicht, weiß er doch nicht, ob der Wein von einem Freund oder Feind des Seekers stammt.

Aus "Herr der Ringe" würde er am liebsten Legolas spielen, da er ihn für den coolsten Badass-Charakter hält. Der ohrenbetäubende Jubel im Publikum ließ darauf schließen, dass man sich ihn, trotz Orlando Blooms guter Darstellung, sehr gut in dieser Rolle vorstellen kann. Als übernatürliche Kraft hätte er am liebsten die Fähigkeit zu fliegen, allerdings nur mit Unsichtbarkeit vereint, denn sonst würde er sicher von Wissenschaftlern eingefangen und Experimenten ausgesetzt, was er sich grauenvoll vorstellt. Wenn es aber wirklich nur eine übernatürliche Fähigkeit sein darf, keine Kombination, dann wählte er Zeitreisen, um zu den Dinosauriern reisen zu können. Von den "Avengers" würde er übrigens am liebsten Thor spielen, er findet den Hammer einfach extrem cool.

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Craig Horner, RingCon
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Dann teilte Craig ein kleines "Seeker"-Geheimnis mit uns. Für Richards Schwert gab es verschiedene Modelle: ein kürzeres, das er in der Schwertscheide trug, damit es nicht über den Boden schliff, da er nicht so groß ist, und ein imposanteres, längeres, das für die Kämpfe benutzt wurde. Wenn Richard also sein Schwert zog, wurde der Take kurz unterbrochen, um ihm das längere Schwert in die Hand zu legen. Auf die Frage, ob Craig die Mutter Konfessor oder eine Mord Sith bevorzugen würde, wählte er die diplomatische Antwort: ein Mix aus beiden. Mutter Konfessor sei einfach ein wenig zu steif, die Mord Sith aber natürlich zu verrückt und sadistisch. Die Frage nach der schlimmsten Episode wurde ihm zum allerersten Mal gestellt, sagte Craig, und seine Antwort hing mit dem Wetter zusammen. Bei den Dreharbeiten war es oft so kalt, dass jedes Mal, sobald "Cut" gerufen wurde, Helfer mit warmen Mänteln herbei eilten, um die Schauspieler aufzuwärmen. Aber das war nicht nur bei einer bestimmten Episode so. Craig erklärte, er kategorisiere nicht auf diese Weise, dass er eine Folge als die schlimmste bezeichnen könne. Am schlimmsten sei es vielmehr gewesen, dass es nach dem Staffel-2-Finale keine weitere Episode mehr gab.

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Craig Horner, RingCon
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Zu der Szene in Staffel 1, wo Richard mit verbundenen Augen Schwertkampf trainiert, hatte Craig eine lustige Anekdote. Er schwang lustig mit dem Schwert herum, während Bruce als Zeddicus gemütlich herumsaß und etwas aß. Plötzlich ging das Schwert kaputt und die Klinge flog genau auf Bruce zu und landete direkt neben ihm. Craig hatte nur noch den Griff in der Hand und konnte naturgemäß erstmal nicht sehen, was passiert war. Er muss sich furchtbar erschrocken haben, auf der Bühne aber hatte er umso mehr Spaß bei der Rekapitulation dieses Momentes.

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Zum Running Gag des Wochenendes avancierte übrigens "Shades of Grey". Wieder und wieder gab es kleine bis größere Seitenhiebe auf das Erotik-Buch und die allermeisten schienen genau zu wissen, um was es sich dabei handelt. Nicht aber Craig Horner. Er wurde gefragt, ob er die Rolle des Christian Grey spielen würde, und er befragte zunächst mal das Publikum, ob es sich um ein gutes oder schlechtes Buch handelt. Die Reaktion des Publikums war eindeutig: letzteres. Dann meinte Craig, dass seine Freundin vielmehr der Meinung sei, er sollte Dorian Gray spielen, und das entsprach sehr viel mehr der Vorstellung des Publikums. Sieht der mittlerweile 29-Jährige doch wirklich noch so jung aus wie im "Seeker"-Piloten.

Craig ist übrigens großer "Buffy"-Fan und vor die Frage "Angel oder Spike" gestellt, gab er zu, dass er eher ein Fan von Spike ist, einfach weil er der lustigere Charakter war. Auf die letzte Frage gab es wunderbar passende Abschiedsworte von Craig Horner, der sich durch und durch als liebenswerter, dankbarer und lebenslustiger Mensch auf der Bühne gezeigt hatte. Die Frage zielte darauf ab, was er in seinem Leben ändern würde, wenn er in der Zeit zurückreisen könnte, und er sagte, er denke nicht auf diese Weise. Sicherlich habe er auch Fehler gemacht, aber er würde nichts verändern wollen, denn dann wäre er im Hier und Jetzt nicht da, wo er ist.

Bericht zum gemeinsamen Panel von Craig Horner & Craig Parker

Nicole Oebel - myFanbase