HobbitCon 2015 - Luke Evans

Foto: Luke Evans, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Luke Evans, HobbitCon 2015
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Wie sagte Zeremonienmeister Mark Ferguson bei der Abschiedsfeier der HobbitCon so treffend? Begegnet man einen Schauspieler, der sich in Hollywood einen großen Namen gemacht hat, fragt man sich sofort: Wie wird er sein? Ist er abgehoben? Ist er arrogant geworden? Bei Luke Evans, dem Titelhelden aus "Dracula Untold", Aramis aus "Die drei Musketiere", Owen Shaw aus "Fast & Furious 6" und nicht zuletzt Bard aus "Der Hobbit", ist das Gegenteil der Fall. Selten erlebt man einen so warmherzigen, entgegenkommenden und fröhlichen Filmstar, der gleichzeitig so charismatisch und markant ist. Er kann bestens in Antagonistenrollen schlüpfen und ausgesprochen gemein und bedrohlich wirken, auf der Bühne jedoch reißt er mit seinem Gesangstalent und seinem liebenswerten Wesen das große Publikum der HobbitCon so sehr mit, dass legendäre FedCon- und RingCon-Auftritte wie die von John Barrowman und Manu Bennett in der Erinnerung auftauchen. Diese beiden sind jedoch alte Hasen auf Convention-Bühnen, für Luke Evans war die HobbitCon 3 die erste Con! Und es war beeindruckend, den Roten-Teppich- und Film-Event-erprobten Luke Evans das ganze Wochenende über so interessiert, involviert und überwältigt bei der Interaktion mit Fans zu sehen. Wie er mit einem glücklich-verschmitzten Lächeln zugab, sein erstes Con-Erlebnis war ein "shock to the core!"

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Luke Evans, HobbitCon 2015
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Der Einstieg in Luke Evans' erstes Panel hätte gleich nicht besser sein können. Zunächst mal sah er atemberaubend gut aus mit seinem lässigen karierten Flanellhemd. Und dann sprach er auch noch mit diesem charmanten, leicht walisisch-britischen Akzent. Er erzählte, die Kollegen hätten ihm so sehr von der HobbitCon vorgeschwärmt und ihm gesagt, er müsse einfach hinkommen. Er jedoch wollte mit seinem ersten Convention-Auftritt warten, bis die Filme alle draußen sind, um auch alle Fragen beantworten zu können: "I hated not being able to talk about parts of the film that we hadn't seen, that you hadn't seen. And now I can. So ask me whatever you want!" Da war es spätestens um uns alle geschehen! Es ging sofort ein begeistertes Raunen durchs Publikum, auf das Luke lachend nachschob "...about the movies! Oh oh, what have I just said?!" Aber sobald es mit den Fragen losging, brauchte sich niemand mehr Sorgen zu machen. Luke hatte Spaß an allen Fragen und war oftmals beeindruckt, wie tiefgehend und wohldurchdacht sie waren.

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Luke Evans, HobbitCon 2015
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Heiter erzählte er von seinem Vater, der sich gerne ausmale, Luke hätte das Schauspieltalent von ihm. Bei einem Besuch seiner Eltern in Neuseeland am Set des "Hobbits" durfte Lukes Vater einmal als Statist auftauchen. In der Szene als Bard, der Bogenschütze, eines nachts die Zwerge zu mobilisieren versucht und die ganze Masse hinter ihm steht, da setzte Peter Jackson Lukes Vater genau hinter seine linke Schulter. Luke erklärte, irgendwie habe sein Dad, der aussah wie eine jüngere Version von Gandalf, es geschafft, als einziger von allen eine rote Decke zu finden und um sich zu schlingen, während alle anderen gedeckte Farben trugen. Wie Luke das erzählte, liebevoll belustigt, konnte man sich sofort in seine Lage versetzen. Der eigene Vater am Set. Mit der roten Decke.

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Luke Evans, HobbitCon 2015
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Auf die Frage nach seinem liebsten Projekt abgesehen vom "Hobbit" gab es eine Kostprobe von Lukes Bodenständigkeit, die vermutlich nicht zuletzt darauf fußt, dass er erst als erwachsener Mann von 30 Jahren vom Theater ins Filmgeschäft gewechselt ist. Luke sagte, sein Beruf sei ein Traum und immer mal wieder überkomme ihn die Angst aufzuwachen und festzustellen, dass wirklich alles nur ein Traum war. Daher hat jedes Projekt etwas bei ihm hinterlassen, das er sein restliches Leben lang niemals vergessen werde. Besonders glücklich aber war er über "Dracula Untold". Nicht nur weil es seine erste Titelrolle war, sondern weil er sich geehrt fühlte, sich in dieser ikonischen Rolle einer Reihe von großartigen Vorgängern anzuschließen.

Als er auf seine Ähnlichkeit zu Orlando Bloom angesprochen wurde, lachte er gleich und meinte, diese Frage habe ja nicht lange auf sich warten lassen. Er gab zu, je nach Look häufig für Orlando gehalten zu werden und fügte hinzu, er habe aber nichts dagegen. Schließlich sei dieser nicht nur ein gutaussehender Typ, sondern heiße auch noch Orlando Bloom und das sei ja nun ein guter Name. Dann erzählte er wie er eines Tages am Set der "Drei Musketiere" auftauchte und die Fans begeistert Orlandos Namen brüllten. Luke gab zu, die Verwechslung nicht aufgeklärt zu haben: "What can you do? They wanted Orlando, I gave them Orlando!" Der Saal lag am Boden vor Lachen!

Foto: Luke Evans, John Bell, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Luke Evans, John Bell, HobbitCon 2015
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Bei der nächsten Frage wurde sogar RingCon- und HobbitCon-Urgestein Mark Ferguson überrascht. Luke wurde gebeten, etwas zu singen, und während das Publikum bereits jubelte, versuchte Mark beruhigend einzuwirken und Luke zu versichern, er müsse nicht, wenn er nicht wollte. Wie oft hat man bei Conventions schon erlebt, wie ein Stargast auf der Bühne unangenehm berührt war von der Bitte, aus dem Stehgreif und ohne musikalische Untermalung etwas zu singen. Nicht aber Luke Evans, ausgebildeter Musical-Theaterschauspieler, der dieser Bitte nur allzu gerne und auch nicht nur das eine Mal an diesem Wochenende nachkam. Er gab sein Lieblingslied "The first time ever I saw your face" zum Besten und das Publikum stand Kopf! Kräftige, weiche, warme, volle Stimme. Kannte man diese Seite an Luke Evans noch nicht, so vergaß man an dieser Stelle wirklich das Atmen.

Sehr gerne spricht Luke von den Szenen mit "seinen Kids", also Bards Kindern. Speziell gab es da eine Szene, die nicht im Film zu sehen ist, als Kili mit dem Gift in seinem Bein zu ihm ins Haus gebracht wird und Bard den Zwerg, der ihnen so viel Ärger eingehandelt hat, nicht im Haus haben will. Luke spielte die Stimmen der Kinder nach, wie sie ihren Vater bestürmen, den Zwerg nicht rauszuschmeißen, woraufhin Bard am Ende selber das Haus verlässt. Das war ein schöner Familienmoment, wie er sie gerne gespielt habe. Das einhellig verliebte "Aww!" des Publikums am Ende dieser Schilderung sprach für sich.

Zum zweiten Teil des Berichts über Luke Evans bei der HobbitCon

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