HobbitCon 2015 - Bericht

Samstag, 04.04.2015

Foto: Kostümwettbewerb, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Kostümwettbewerb, HobbitCon 2015
© myFanbase/Nicole Oebel

Am Osterwochenende fand mit mehreren tausend Gästen aus über 25 Ländern die bislang größte HobbitCon statt. Am frühen Samstagmorgen pilgerten die Fans der Tolkien-Verfilmung in das beeindruckende Foyer des Bonner Maritim Hotels, in dem sich die Menschenmassen schon früh tummelten, um sich an der Rezeption anzumelden und an dem entsprechenden Ticketschalter ihre Unterlagen abzuholen. Hier von einem Balrog begrüßt zu werden, hätte beinahe zu einem entsetzlichen Schrecken, jedoch ist ein solches Geschöpf hier keine Seltenheit, tauchten doch immer wieder prächtige Zwerge und bärtige Zwergendamen, edle Elben, gutgelaunte Hobbits und ritterliche Menschen zwischen dem eher kleineren Teil der unkostümierten Gäste auf. Trotz der längeren Wartezeiten in den Schlangen herrschte eine ausgelassene und heitere Stimmung. Erst nach dem Erhalt des grauen Wochenendbändchens konnte der von Mitarbeitern kontrollierten Bereich betreten werden, wo man erst einmal an einem Spalier von Elben vorbei musste und dann an zwei Gästen vorbeikam, die auf einem Plakat "Justice für Kili und Fili" forderten.

Die Zeit bis zum ersten Vortrag konnte mit dem Erkunden des Geländes, durch das Anstellen in den schon recht langen Schlangen für die Voucher zu den Photosessions oder für die Geisterbahn "Haunted House" und mit dem Stöbern in einem der zahlreichen Shops verbracht werden. So war neben dem Hauptsaal der mehr als nur sehr gut besuchte Stand des Elbenwald-Shops aufgebaut, wo Gäste in einem Berg von T-Shirts wühlten. In der Markthalle konnte man Landkarten und Bilbos Vertrag, Schmuckstücke, Lederwaren oder für Serienliebhaber-bemalte Chucks der Canvas Warriors kaufen. Ein herrlicher Ort zum Stöbern und um Sachen zu entdecken, die man sonst nicht so ohne Weiteres bekommt.

Der erste Vortrag der Convention wurde vom Gründer der Webseite "Herr-der-Ringe-Film.de", Stefan Servos, gehalten, der von den Anfängen seiner Webseite und des "Herr der Ringe"-Kults berichtete. So stellte er anhand von Fotos dar, wie "die ersten Cons" aussahen, eine Art Community-Treffen der Website auf einem Zeltplatz, und erzählte Anekdoten von seinem Besuch am Set bei den Dreharbeiten zu "Herr der Ringe", bei dem er auch Peter Jackson begegnete. Im Anschluss daran zeigte Herbert Hoppe den ersten Teil seiner Fotos von den "Hobbit"-Drehorten in Neuseeland. Gleichzeitig fanden einige der Workshops statt, wie der von Laura Jansen von Lightning Cosplay zu Hörnern und Hufen oder der Chorworkshop von Kerstin-Anja Münderlein. Wer wollte, konnte bei Feliciana Mokry Perlendrachen basteln oder von Linda Wolf das Zeichnen von Drachen lernen. Er herrschte eine Fülle von tollen Angeboten, so dass man eine echte Qual der Wahl hatte.

Foto: Jeffrey Thomas, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Jeffrey Thomas, HobbitCon 2015
© myFanbase/Nicole Oebel

Um 14.00 Uhr war es dann soweit: Moderator und Entertainer Mark Ferguson eröffnete das erste Panel und wurde stürmisch von den laut applaudierenden Gästen empfangen, ehe er Mark Hadlow (Dori), Stephen Hunter (Bombur) und Jeffrey Thomas (Thror) auf die Bühne rief. Für den ersten Lacher sorgte die falsch eingeblendete Schreibweise von Hadlows Namen, anschließend ging es an die Beantwortung der Fragen aus dem Publikum. So erfuhren die Gäste unter anderem Bomburs Kochtipp, erst selbst zu essen, bevor man sein Essen mit anderen, insbesondere seinen Zwergenfreunden, teilt, während Thomas verriet, dass Thror wohl ABBA-Fan gewesen wäre, was an deren Hit "Money, Money, Money" liegen dürfte.

Im zweiten Panel stellten sich die Zwege Oin, Gloin und Bifur bzw. deren Schauspieler John Callen, Peter Hambleton und William Kirchner den Fragen der Fans, nachdem sie tanzend auf der Bühne erschienen waren. Dabei erzählten die drei Darsteller, was sie von ihren Rollen und den Gegenständen am Set behalten haben, wie zum Beispiel ihre Waffen, eine Legofigur ihres Charakters und unzählige Münzen, die sie nach einem Drehtag überall in ihren Kostüm wiederfanden. Auf die Frage, ob sie als Schauspieler der Zwerge von Menschen auf der Straße erkannt werden, berichtete Callen, dass einmal eine Kassiererin im Supermarkt wusste, wer er war, und ein Autogramm auf dem Kassenbon gewünscht hat, weil sie sonst nichts anderes für die Unterschrift hatte. Für sie sei das nach eigener Aussage der beste Tag ihres Lebens gewesen. Nach weiterer Beantwortung zahlreicher Fragen zum Dreh und ihren Figuren forderten die drei Darsteller das Publikum zum Abschied zum Tanzen auf und überließen einigen tanzenden Fans anschließend die Bühne, während der Rest des Auditoriums die Tanzenden durch Klatschen im Takt anfeuerte.

Foto: Jed Brophy, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Jed Brophy, HobbitCon 2015
© myFanbase/Nicole Oebel

Im darauffolgenden Panel war neben Jed Brophy (Nori) und Adam Brown (Ori) auch der erste Nicht-Zwergen-Darsteller dabei. Der 17-jährige John Bell, der im Bards Sohn Bain spielt, besuchte seine erste Convention überhaupt und nahm damit auch an seinem ersten Panel teil. Anfangs erschien er ein wenig schüchtern, vielleicht auch ein bisschen überwältigt von der Situation, fand sich aber ziemlich schnell gut in die Fragerunde ein und hatte sichtlich Spaß daran. So erzählte er, dass das verrückteste, was er mit den Fans bislang erlebt hat, ihm an diesem Tag passiert sei, als er den Fahrstuhl des Hotels betrat und zwei Mädchen zu kreischen anfingen, so dass er sie erst einmal hatte beruhigen müssen. Auf die Frage, wovon sie selbst Fans seien, gab Brophy noch die gewöhnlichste Antwort und nannte "Star Wars", während Brown neben "X-Factor" auch noch gestand, ein Fan von Essen (nicht die Stadt, sondern die Nahrungsmittel) zu sein und Bell eine Leidenschaft für Tornados zugab. Lustig wurde es besonders, als die drei aufgefordert wurden, zwei Pandas im Zoo nachzuspielen, ehe sie zahlreiche weitere Fragen beantworteten.

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Ceren K. - myFanbase

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