HobbitCon 2015 - Bericht

Sonntag, 05.04.2015

Foto: Graham McTavish, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Graham McTavish, HobbitCon 2015
© myFanbase/Nicole Oebel

Der zweite Tag der HobbitCon begann schon um zehn Uhr morgens und so waren einige der Besucher noch etwas verschlafen von der Party im Hotel, bei der sie bis mitten in die Nacht mit den Stars gefeiert hatten. Auf Grund dieser "frühen" Stunde machte Ferguson vor dem ersten Panel daher ein wenig Morgengymnastik mit den Fans, die damit abgeschlossen wurde, dass man sich gegenseitig massierte. Besonders den letzten Teil genoss Ferguson, ehe er Graham McTavish (Dwalin) und Ken Stott (Balin) auf die Bühne rief, die mit tosendem Applaus empfangen wurden. Auch die beiden Darsteller gaben zu, nach der letzten Nacht etwas müde zu sein, freuten sich aber dennoch auf die Fragen der Fans. Auf die Frage nach dem besten Erlebnis mit den Fans sagte McTavish, dass diese Veranstaltung über allem stehe, was er damit begründete, dass er am Vorabend getanzt hat. Eigentlich tanzt er nur zu sehr besonderen Anlässen und üblicherweise nur einmal im Jahr. Hier aber hatte er sich der imposante Schotte in seinem Kilt zusammen mit Stephen Hunter mitten auf die große Tanzfläche bewagt und mit den Fans getanzt. Stott ergänzte anschließend McTavishs Antwort und betonte, dass er sich von den Fans wie ein Familienmitglied behandelt fühle. Neben Fragen zum Dreh und ihren Charakteren wurden beide auch nach ihren anderen Projekten gefragt wie "The Missing" oder "Outlander". Jede Frage wurde geduldig beantwortet, mal ernst, mal humorvoll, ehe die beiden die Bühne wieder verließen.

Foto: John Bell, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
John Bell, HobbitCon 2015
© myFanbase/Nicole Oebel

Beim nächsten Panel traten John Bell (Bain) und Jeffrey Thomas (Thror) zusammen auf. Die beiden harmonierten zwar ganz gut, allerdings fehlte ein wenig die Chemie, wie man sie bei den anderen Zwergen-Panels oder später am Abend bei Luke Evans und John Bell beobachten konnte, was sicherlich damit zusammenhängt, dass die beiden in den Filmen keine gemeinsame Szenen hatten. Da Bell während des Drehs noch zur Schule gegangen, fragte ein Fan, wie er das bewerkstelligt hat, woraufhin der Darsteller erklärte, dass er von seiner Mutter im Wohnwagen unterrichtet wurde. Als gefragt würde, ob es etwas gäbe, wofür Thomas einem Drachen entgegen treten würde, erklärte er trocken, dass er das für nichts auf der Welt tun würde. Für große Erheiterung sorgte Bells Antwort auf die Frage nach seiner Vorstellung eines Sequels von "Der Hobbit", in dem es sich um Bains Leben als König drehen würde. Bell fände es spannend, wenn dieses Sequel wie ein politischer Thriller in der Art von "Game of Thrones" gemacht wäre, woraufhin er dem Sequel zur Erheiterung des Publikums den Namen "Bain of Thrones" gab. Im Anschluss an das Panel beantwortete William Kircher (Bifur) bereitwillig und gelegentlich humorvoll die Fragen der Zuschauer.

Nach der Mittagspause fand die Autogrammstunde aller Schauspieler statt und schon früh stellten sich zahlreiche Besucher entsprechend ihrer Ticket-Kategorie an. Die Besitzer einer Platin- oder Goldkarte kamen zuerst an die Reihe, gefolgt von Besitzern der Silberkarte und abschließend kamen die Besitzer der Economy- und Tageskarten an die Reihe. Unglaublich viele Fans freuten sich auf ein Autogramm und die Gelegenheit, den Schauspielern kleine Geschenke zu überreichen, so dass bis zum Beginn der Autogrammstunde die Flurbereiche voll von geduldig wartenden Fans waren. Wer sein Autogramm schon bekommen hatte oder vielleicht auch keins wollte, konnte mit Herbert Hoppe im zweiten Teil seiner Fotopräsentation die Drehorte des Hobbits besuchen, ehe Robert Vogel den nostalgischen Rückblick "Als Tolkien nach Deutschland kam" lieferte und Stefan Servos und Friedhelm Schneidewind über den dritten Teil des Films in einem Streitgespräch diskutierten. Neben dem Chorworkshop und einem Hobbit-Tanz-Workshop konnten sich die Gäste von Linda Wolf auch das Zeichnen von Magische Tierwesen zeigen lassen. Die Zeit bis zum nächsten Panel ließ sich aber natürlich auch wie schon am Vortag durch das Stöbern in den Läden oder dem Besuch im "Haunted House" vertreiben.

Foto: Sylvester McCoy, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Sylvester McCoy, HobbitCon 2015
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Eine einstündige Comedystunde lieferte nach der Autogrammstunde der charmante Sylvester McCoy (Radagast) in seinem Panel. Anstatt auf der Bühne stehenzubleiben und von dort die Fragen des Auditoriums zu beantworten, holte ehemalige "Doctor Who"-Star die aufgereihten Fragesteller ab und brachte sie dazu, ihm bei seinem Rundgang durch den Saal zu folgen. Bei diesem Spaziergang beantwortete er nebenher die Fragen mit der richtigen Mischung aus Ernst und Humor und sprach Zuspätkommer, die seinen Weg kreuzten, direkt an. Auch ein Mitarbeiter, der gerade mit einem Gast sprach, wurde von ihm gefragt, ob es ein Problem gäbe, ehe McCoy erklärte, dass er ein Doktor sei und helfen könnte, was zu lautem Gelächter im Publikum führte. Als der Mitarbeiter jedoch seine Hilfe ablehnte, drückte das Publikum mit einem lauten Seufzen McCoy sein Mitgefühl aus. Neben Fragen zu Radagast, wie zum Beispiel dessen Zukunft aussähe (die Antwort lautete, dass derjenige den Autor fragen sollte, der allerdings tot sei), wurde er aber auch zu seinem Engagement bei "Doctor Who" gefragt.

Foto: Kostümwettbewerb, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Kostümwettbewerb, HobbitCon 2015
© myFanbase/Nicole Oebel

Im Anschluss an sein Panel fand der Kostümwettbewerb mit 35 Teilnehmern und Teilnehmergruppen statt. Schon den ganzen Tag hatte man unglaublich viele Gäste in wunderschönen und mit viel Liebe hergestellten Kostümen gesehen. Die Moderation des Wettbewerbs übernahm Nessi und erwähnte nach dem ersten Gruppenkostüm von Kili und Fili, dass in diesem Jahr viele als beide oder einer der beiden verkleidet seien. Jedes Mal wenn also jemand als Kili oder Fili verkleidet auftrat, begann Nessi zur Erheiterung des Auditoriums die Ansage mit "Guess what? Another…" . Die Gewinnergruppe, die als Thror, Thorin und Thrain kostümiert war, sorgte nicht nur beim Publikum für stürmischen Beifall sondern auch bei der Jury, die jedes Detail der prächtigen Rüstung bewunderte. Nachdem jeder Teilnehmer in wenigen Sekunden sein Kostüm auf der Bühne präsentiert hatte, zog sich die Jury zur Besprechung zurück. Bevor Nessi die Gewinner bekannt geben konnte, machte eine Smaug-Cosplayerin ihrer Freundin, einer Bard-Cosplayerin, einen Heiratsantrag auf der Bühne und das Auditorium spendete begeistert Applaus, als diese mit Tränen in den Augen annahm. Anschließend verkündete Nessi die Entscheidung der Juroren und zeichnete neben der eben schon erwähnten Gruppe auch einen als "Thorin" verkleideten Gast aus.

Foto: Mark Hedlow, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Mark Hedlow, HobbitCon 2015
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Am darauffolgenden Gruppenpanel nahmen Mark Hadlow (Dori), Jed Brophy (Nori), Peter Hambleton (Gloin), Stephen Hunter (Bombur) und Adam Brown (Ori) teil. Neben der Tatsache, dass Hunter scheinbar ordentlich Hunger hatte und deswegen immer mal wieder kurz hinter der Bühne verschwand und kauend wenige Sekunden später zurückkehrte, bis er einige Pommes Frites gebracht bekam, wird wohl Browns Anekdote von dem verrücktesten Casting den Zuhörern in Erinnerung bleiben. Der damals noch unsportliche Brown musste mit einem Reiterhelm bekleidet bei dem Casting für einen Werbespot auf einem Laufband rennen, dabei verausgabte er sich so sehr, dass er danach so durch den Wind war, dass er versehentlich mit dem Reiterhelm die Agentur verließ, bevor er an einer Bushaltestelle ohnmächtig wurde. Als er wieder erwachte, musste er wieder zu der Agentur zurückkehren und den Helm zurückgeben. Das Mitleid im Publikum war ungefähr ebenso groß wie der Spaß. Zum Schluss des Panels verabschiedete sich Hadlow, weil er schon vorzeitig abreisen musste, indem er die Opernarie "Nessun Dorma" darbot, und verblüffte damit das Publikum, hatte doch keiner mit einer derartig voluminösen und beeindrucken Gesangseinlage gerechnet.

Foto: Luke Evans, John Bell, HobbitCon 2015 - Copyright: myFanbase/Nicole Oebel
Luke Evans, John Bell, HobbitCon 2015
© myFanbase/Nicole Oebel

Das letzte Panel an diesem Tag gehörte Luke Evans (zum ausführlichen Bericht), der auch diesmal wieder gerne den Wünschen der Fans nachkam und für sie bereitwillig sang, auch wenn er, wie bei "We are the Champions" nicht immer ganz textsicher war. Das Publikum war nur zu gerne bereit, ihm bei diesen Lücken auszuhelfen. Sein Panel wurde durch den spontanen Besuch seines Filmsohns John Bell (Bain) bereichert, der auf der Bühne blieb und mit Evans gemeinsam einige Fragen beantwortete. Dabei wurde deutlich, wie viel Zeit Evans und Bell am Set miteinander verbracht hatten, denn sie harmonierten sehr gut, insbesondere als sie die Glockenturm-Szene nachspielten. Wenig später verabschiedeten sich die beiden von der Bühne, wobei Evans noch ein wenig das eingeschaltete Tom-Jones-Lied mitsang, und beendeten damit das letzte Panel des Tages. Abgeschlossen wurde der Tag dann wieder mit einer ausgelassenen Party, bei der die Fans zusammen mit Darstellern feiern konnten.

Zum Bericht von Samstag
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Zum Bericht von Luke Evans' Panels

Ceren K. - myFanbase

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