Bewertung
Neil Burger

Illusionist, The

Es ist niemals so, wie es scheint.

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Inhalt

Im Wien des 19. Jahrhunderts beeindruckt der Illusionist Eisenheim (Edward Norton) das Volk und erzürnt damit den Kronprinzen Leopold (Rufus Sewell). Die Herzogin Sophie (Jessica Biel), die der machtgierige Leopold als Teil seines Plans, seinen Vater zu stürzen und Kaiser zu werden, zur Ehe zwingen will, erkennt in Eisenheim ihre Jugendliebe Edward wieder. Gemeinsam wollen der Illusionist und die Herzogin fliehen, doch Inspector Uhl (Paul Giamatti) lässt das Paar im Auftrag des Kronprinzen nicht aus den Augen. Der Illusionist beginnt schließlich, seine erstaunlichen Tricks einzusetzen, um die Monarchie in ihren Grundfesten zu erschüttern.

Kritik

Der Film "The Illusionist" basiert auf der Kurzgeschichte "Eisenheim, der Illusionist" von Steven Millhauser und handelt zwar von rein fiktiven Personen, spielt jedoch auf reale Zaubertricks und Theaterstücke an, die im 19. Jahrhundert in Europa für Aufsehen sorgten, und orientiert sich bei dem fiktiven Charakter des Kronprinzen Leopold an Rudolf, Kronprinz von Österreich-Ungarn, der 1889 unter mysteriösen Umständen starb.

Natürlich handelt es sich bei "The Illusionist" im Kern um eine weitere "Romeo & Julia"-Variante, in der sich ein Mann und eine Frau verbotenerweise lieben, doch gelingt es dem Film, dieses altbekannte Schema in einem sehr unterhaltsamen Gewand zu präsentieren. Die Zuschauer werden in ein authentisches Wien des 19. Jahrhunderts entführt und erleben eine trickreiche Story, in der die Zauberstücke des Illusionisten, überzeugend dargestellt von Edward Norton, einen faszinierenden Hintergrund bilden. Wie bei einer guten Zaubervorstellung weiß man auch bei diesem Film nie, was als nächstes passiert, was echt ist und was nicht, und ob man seinen Augen trauen darf.

Es ist zwar ungewohnt, Jessica Biel in der Rolle einer Herzogin zu sehen, doch an ihrer schauspielerischen Leistung in diesem Film gibt es nichts zu kritisieren. Der Brite Rufus Sewell (wer kann einen Monarchen schon besser porträtieren als ein Engländer?) stellt den Kronprinzen Leopold als Unsympathen dar, der Anzeichen einiger psychischer Probleme zeigt, und Paul Giamatti überzeugt als Chefinspektor, der seiner Karriere wegen versucht, dem Kronprinzen treu ergeben zu sein, aber an dessen Motiven zu zweifeln beginnt und eine gewisse Faszination für den Illusionisten entwickelt.

Am Ende dieses Films begreift man viele Zusammenhänge, aber nicht alle Tricks lassen sich durchschauen, so wie es sich für den Auftritt eines Illusionisten gehört.

Fazit

"The Illusionist" ist ein unterhaltsamer Film, der mit guten Darstellern und überzeugenden Kostümen und Kulissen umgesetzt wurde.

Maret Hosemann - myFanbase
01.01.2009

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