Bewertung
Tony Giglio

Chaos

Die Dinge sind nicht so, wie sie zu sein scheinen, noch sind sie anders.

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Inhalt

Bei einem Raubüberfall in einer Bank nehmen Gangster Lorenz (Wesley Snipes) und seine Gang sämtliche Kunden als Geiseln. Die Polizei umstellt die ganze Bank und versucht, Kontakt mit den Verbrechern aufzunehmen. Doch diese wollen nur mit einem Mann verhandeln: den vor einigen Monaten suspendierten Detective Quentin Conners (Jason Statham). So holt ihn die Polizei wieder in den Dienst, stellen ihm aber den jungen, angehenden Cop Shane Dekker (Ryan Phillippe) zur Seite. Doch die Bankräuber entkommen, ohne einen einzigen Cent zu stehlen. Nur ein Bankschließfach wurde aufgebrochen... Conners und Dekker gehen dem Rätsel nach.

Kritik

Der Titel klingt sehr interessant, der Film ist es aber eher weniger. Während bei einem Budget von satten 12 Millionen US-Dollar der Film nur in Frankreich über eine Million Dollar Gewinn machen konnte, wurde "Chaos" in Deutschland, Großbritannien und in den USA direkt auf DVD veröffentlicht. Die Masse irrt nicht, denn der Thriller hat zwar eine gute Handlung, aber an der Umsetzung scheitert es.

Das fängt schon bei den Charakteren an: Detective Shane Dekker verkörpert hier den typischen Cop–Anfänger wie es in jeden anderen 0815-Filmen der Fall ist. Der Zuschauer kann sich weder mit ihm, noch mit Detective Conners identifizieren. Beide Hauptrollen sind weder charmant noch sympathisch, sondern einfach nur einfältig und langweilig. Die Dialoge sind ebenfalls nicht prickelnd, geschweige denn die anderen Charaktere. Da helfen auch keine Schauspielkünste mehr von Ryan Philippe oder Jason Statham. Während Philippe in "Eiskalte Engel" oder im Tennieschocker "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" eindeutig überzeugen konnte, kauft man ihm in "Chaos" seine Rolle nicht ab. Von Statham, der eine Vorliebe für solche Actionknaller zeigt, ist auch keine Glanzleistung zu sehen. Es liegt wahrscheinlich daran, dass die Darsteller in ihren Rollen keine Möglichkeit haben, sich zu entwickeln, aber diese Tatsache zieht den Film ziemlich runter. Da hilft die nette Liebesgeschichte, die sehr gut in den Film reinpasst, leider auch nicht mehr weiter.

Mit der vielen Action können die negativen Aspekte zwar nicht wieder wett gemacht werden, aber es ist immerhin eine Entschädigung für die Zuschauer. Nach dem Film weiß man, wofür die 12 Millionen Dollar wohl draufgegangen sind. Riesige Explosionen und Verfolgungsjagden quer durch die Stadt und viele weitere Stunts lassen das Herz der Actionfans höher schlagen. Adrenalin pur – und viele Schusswechsel und Ballereien inklusive. Hier gibt es nichts zu meckern, der Thriller hält wenigstens in Sachen Action, was er verspricht.

Rätsel über Rätsel, so dass man manchmal vor lauter Raten gar nicht mehr die eigentliche Handlung versteht. Dieses Gefühl kommt öfters im Film auf. Zwar ist der Ansatz der Chaos-Theorie nicht schlecht, aber es sind dann doch zu viele Rätsel, die sehr verwirrend sind, sodass man manchmal die eigentliche Handlung nicht mehr mitverfolgen kann. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Denn dadurch, dass die Handlung mit dem Zuschauer so verwirrende Spielchen treibt, wird der Spannungsfaktor nicht gesteigert, wie es die Macher gerne hätten, sondern es kommt Langeweile auf. Schade, denn die Story hat eindeutig Potential, welches die Macher aber leider vergeben.

Dennoch werden gegen Ende alle Register gezogen und die Auflösung ist brillant wie genial und vor allem eines: unerwartet. Gerade durch das Ende bleibt der Film, trotz vieler Schwächen, die nicht hätten sein müssen, in Erinnerung.

Fazit

"Chaos" ist ein verwirrender, actionreicher Thriller, der aber erst gegen Ende hin richtig in Fahrt kommt. Leider gibt es mittendrin einige Längen und fade Charaktere, sodass der Film kein Muss ist, aber für einen Actionabend gut geeignet ist.

Tanya Sarikaya - myFanbase
01.02.2010

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