Bewertung
Chris Moore

Kill Theory

Im Inneren sind wir alle Killer.

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Inhalt

Da eine Gruppe von Collegefreunden nach dem Abschluss bald getrennte Wege geht, verbringt sie noch einmal einen gemeinsamen Urlaub in einer abgelegenen Ferienhütte. Mitten in der Nacht werden die jungen Erwachsenen jedoch mehr als unsanft aus dem Schlaf gerissen. Ein wahnsinniger Serienkiller teilt ihnen mit, dass nur einer von ihnen den Ort lebend verlassen kann. Wer bereit ist, seine Freunde zu töten, sichert sich sein eigenes Überleben. Obwohl Michael (Patrick Flueger) versucht, die Clique zum Zusammenhalt zu bewegen, brechen bald Misstrauen, Panik und Wut aus.

Kritik

Die Theorie, die dem Film seinen Namen gibt und die der Bösewicht anhand der achtköpfigen Gruppe beweisen will, ist so simpel wie erschreckend: Unser Selbsterhaltungstrieb befähigt jeden von uns, zum Mörder zu werden. Wenn ein Mensch zwischen der Wahl steht, entweder mit seinen Freunden zu sterben, oder alleine zu überleben, entscheidet er sich in der Mehrheit der Fälle für die zweite Variante.

Zu Beginn des Films fliegen dem Zuschauer jedoch statt provokanter Thesen erstmal nur Klischees um die Ohren. Die Unoriginalität beginnt schon bei der Zusammensetzung der Gruppe, zu der ein klassischer Gutmensch, ein narzisstischer Sohn aus reichem Hause, eine rebellische Außenseiterin und das gehänselte Sensibelchen gehören. Auch der Schauplatz könnte phantasieloser kaum sein: eine Hütte im Wald, die gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten ist, da die nächsten Nachbarn nicht einmal durch ein Fernglas erspäht werden können und Handys unbrauchbar sind. Wir haben also mal wieder partywillige, selten vollständig bekleidete Kids in der Einöde – mein Déjà-vu hat selbst schon ein Déjà-vu.

Als Zuschauer befürchtet man natürlich, dass es genau so geistlos weitergeht. So listete ich während des Guckens bereits zahlreiche Klischees in Gedanken auf, die bestimmt noch kommen würden, doch zu meiner Überraschung landete ich sehr bald keinen einzigen Treffer mehr. "Kill Theory" erweist sich mit Fortschreiten der Handlung tatsächlich als sehenswerter Horrorthriller mit einigen Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen. Die Entwicklungen innerhalb der Gruppe sowie die Tricks des Killers, der wie ein unsichtbarer Gamemaster dann und wann eingreift und die Protagonisten gegeneinander aufhetzt, machen den Film spannender und faszinierender als er zunächst erschien.

Die Schockeffekte sind nicht wirklich spektakulär, aber vernünftig inszeniert, so dass sie nie albern oder überzogen, sondern ausreichend fies wirken. Den Schauspielern kann man auch alles in allem eine ordentliche Leistung attestieren.

Fazit

Da sich "Kill Theory" wider Erwarten zu einem interessanten Film steigert, sind sieben Punkte angebracht.

Maret Hosemann - myFanbase
01.08.2010

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