Bewertung

Review: #6.15 20:00 - 21:00 Uhr

Die Folge begann damit, dass Jack von dem Plan des Vizepräsidenten erfuhr, der einen Dritten Weltkrieg plant. Positiv überrascht hat mich, dass man sowohl Gredenko als auch Fayed einen längeren Spielraum gab. Das war wirklich klasse.

Fayed am Zweifeln

Während Fayed längst nicht mehr an die Mission glaubt und sie für ihn somit im Prinzip vorbei ist, hat Gredenko den Glauben daran längst nicht verloren, auch wenn sie "nur" noch zwei Bomben besitzen. Aber Gredenko verfolgt auch einen anderen Plan, von dem Fayed nichts weiß, denn schließlich soll der für die ganzen Taten büßen und nicht Gredenko. Doch ob er mit dieser Nummer durchkommt und Fayed ihn vorher nicht durchschaut, das ist fraglich und ich bezweifle das. Umsonst ist Fayed nicht ausgeflippt, also muss er langsam Lunte riechen. Diese Storyline bleibt also interessant, falls "24 - Twenty Four" nicht wieder beide Charaktere vergisst wie in der ersten Hälfte, wo man sie eigentlich mehr hätte sehen müssen.

Neue Spur zu Gredenko

Die heißt Mark Hauser und ist einerseits ein fürsorglicher Mensch, der sich um seinen autistischen Bruder Brady kümmert, andererseits macht er mit Gredenko krumme Geschäfte und benutzt seinen Bruder dafür. Wie tief muss jemand fallen, um so etwas zu tun? Es gibt zwar verschiedene Arten des Autismus, doch Brady hat eine Erkrankung, bei der er einen sehr hohen IQ hat und nicht der Dümmste ist. Das nutzte sein Bruder aus. Jack erkennt schnell die Lage von Brady, nachdem sie das Haus stürmten und obwohl er mehr mit sich selbst beschäftigt ist und das mit Audrey auch noch verarbeiten muss, konnte er doch sehr schnell und vor allem auf eine professionelle Art einen Draht zu Brady herstellen. Nichtsdestotrotz muss Jack nun auch Brady benutzen, was zwar einmalig war und zu Gredenkos Verhaftung führte, aber genauso gut in die Hose hätte gehen können. Es wurde Zeit, dass es in "24 - Twenty Four" mal einen Schritt vorwärtsgeht.

Die Szenen zwischen Jack und Brady gefielen mir sehr. Brady verstand sofort, dass sein Bruder in Schwierigkeiten steckt, verzieh ihm allerdings sofort, da jeder mal Fehler macht. Doch wer sorgt für Brady, wenn Hauser im Knast sitzt? Das wurde zwar nicht gesagt, dass er dahin kommt, aber ich vermute es stark. Ich fand es nicht gerade von Vorteil und gut für Brady, dass Mark ihm noch Hoffnung machte, wenn er schließlich letztlich alleine bleibt und niemanden mehr hat. Das Verhältnis der Brüder ging mir richtig zu Herzen, obwohl ich Marks Verhalten falsch fand.

Einen Mistkerl hat die CTU zwar jetzt und sofort müssen sie mit dem wieder verhandeln, da sie sonst den Aufenthalt von Fayed nicht erfahren. Straffreiheit für Massenmord! Manchmal ist mir das alles zu hoch, aber es war wohl die einzige Möglichkeit. Da kann man nur hoffen, Gredenko blufft nicht.

Ein (zu) großer Gefallen?

Von Karen fand ich es gut, dass sie gleich auf den Punkt kam und nicht um den Brei herumredete, nur damit es Sandra noch schlechter geht. Dass Sandra Palmer entsetzt ist über Daniels Politik ist verständlich, da sie stets die Politik ihres Bruders unterstützte, auch wenn sie ihm oft mal einen Seitenhieb gab. Doch Sandra ahnt schnell, worauf das alles hinaus soll und dass sie da anfangs einen Schritt zurückgeht… Wer mag ihr das verübeln? Welche Schwester setzt schon gerne das Leben ihres Bruders aufs Spiel? Sie hat bereits einen Bruder verloren. Auch wenn es Karen trotzdem schaffte, sie zu überzeugen, war es wohl eher ihr Wunsch und nicht Sandras. Dieser Part der Episode gefiel mir überhaupt nicht, weil er mir unrealistisch und eben falsch vorkam. Mir standen regelrecht die Nackenhaare zu Berge. Mich würde es stark interessieren, ob es im realen Leben in der Politik ebenfalls so ablaufen würde, wenn so eine Notsituation in einem Land eintritt. Dass man Leute aus dem Koma holt, sehe ich nicht zum ersten Mal, aber bisher immer nur im Fernsehen, was mir auch reicht. Von dem abgesehen war es Regina Kings beste Darstellung in der 6. Staffel.

Dass nicht alles nach Plan läuft, hätte ich mir fast schon denken können, ansonsten wäre es langweilig geworden. Sandra hatte mir schon zu viel Mut bewiesen, überhaupt binnen Minuten solche schwere Entscheidung zu fällen zum Wohl ihres Landes, wobei mir immer noch etwas übel wird, wenn dabei ein Menschenleben auf dem Spiel steht. Wayne Palmer hatte letztlich doch noch einen Schutzengel an seiner Seite. Doch das Szenario, wenn es anders gekommen wäre, mag ich mir gar nicht vorstellen. Sandra hätte Schuldgefühle bis an ihr Lebensende und Daniels würde Krieg, Krieg und nochmals Krieg führen.

Nadia Yassir

Milo Pressman scheint doch schon länger etwas an Nadia Yassir zu liegen und deshalb verstehe ich es in keiner Weise, warum er, anstatt was zu unternehmen wie Chloe, nur auf den Bildschirm starrt und sie beobachtet. Er kann es zwar nicht akzeptieren, dass Buchanan Nadia als Feindin einstuft, doch genauso hat er in der vergangenen Folge gedacht. Aus dem werde ich nicht schlau. Soll er doch endlich seinen Arsch in Gang setzen und etwas machen. Bei solch einer Einstellung könnte ich ausflippen.

Schließlich findet man den Beweis, dass Nadia unschuldig ist. Also für mich war sie es von Anfang an, doch nun steht Mike Doyle ziemlich blöd da, da seine Aktion mir doch sehr rassistisch herüber kam, zu behaupten Nadia wäre der Maulwurf, noch ehe Chloe etwas herausfand. Da kommt es ihm natürlich recht, dass ihm jemand helfen könnte, diesen Beweis unter den Teppich zu kehren. Das schlechte Gewissen gönne ich Doyle aber mal so richtig, denn so einen Hass und Rassismus zu haben und dazu noch zu Schau zu stellen - das tut wirklich weh! Aber dass er das Modul nicht verschwinden lässt und an Morris weiterleitet, damit der das überprüft, das habe ich ehrlich gesagt nicht erwartet, da anfangs alles darauf hindeutete, er würde es verschwinden lassen. Das macht ihn gleich sympathischer. Wie auch immer, jedenfalls hat Connell Johnson, der Milo gegen Doyle aufbringen wollte, ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut. Ich bin gespannt, ob Johnston noch eine Rolle in den kommenden Episoden spielen wird, weil er Doyle hineinlegen wollte und als ihm das nicht gelang, da grinste er so, als ob es ein nächstes Mal geben würde.

Was für eine Frau! Ich hätte Bill Buchanan ins Gesicht gespuckt, als er sich entschuldigte. Egal, was er tut, ich kann ihn so langsam auch nicht mehr leiden. Das wird zu seiner Lieblingsmasche, sich bei anderen zu entschuldigen, er kann gar nicht mehr aufhören: Jack, was China angeht und die Sache mit Audrey, was eine Frechheit war, und nun ist Nadia dran. Ich könnte nicht an dem Ort arbeiten, wo alle einen verdächtigt haben, ein Spion zu sein, und so ist Nadias Wut nachvollziehbar. Es war doch ziemlich widersprüchlich, wie sich für Buchanan das Blatt auf einmal wendete, als er Nadia bat, nicht zu kündigen, weil sie zu den Besten gehört und die CTU sie braucht. Ich dachte, ich höre nicht richtig - so ein Schleimbolzen. Das hat sich vor einer Stunde noch ganz anders angehört. Bill Buchanan halte ich für sehr manipulierend, wenn er was durchsetzen will. Genauso wie Milo, auch wenn sich beide wohl ineinander verguckt haben, mit einem Kuss hat sich die Sache nicht erledigt. Nadia ist zu verletzt.

Daniels kommt in Fahrt.

Daniels, der seinem Ziel, nämlich einem Krieg mit dem Nahen Osten zu führen, immer näher kommt, kann es kaum erwarten, dass dieses auch wirklich eintritt. Tom Lennox dagegen kann mittlerweile kaum fassen, was um ihn geschieht. Und da Daniels jedes Mittel recht ist, droht er dem behandelnden Arzt Palmers, dass er seine Zulassung verliert, wenn er Palmer nicht sofort wieder ins Koma legt. Doch das ist ausnahmsweise Familiensache und Sandra Palmer hat das Sagen. Tja, da war er einmal machtlos. Es war sehr mutig vom Arzt, dem Vize Parole zu bieten und sich auf Sandras Seite zu stellen. Daniels hat durch diese Aktion allerdings Angst, seine Politik könnte wie eine Seifenblase platzen.

Lennox tut mir langsam nur noch leid, weil er machtlos ist und nichts tun kann. Selbst die Tatsache, dass die CTU Gredenko hat, ignoriert der Vizepräsident. Wayne Palmer bei Bewusstsein zu sehen, hat mich sehr gefreut, allerdings ist mir die Freude wieder vergangen, als Daniels am Ende der Folge diesen wirklich aus seinem Amt erheben will. Also die nächste Folge wird mit Sicherheit spannend, allein was das Thema angeht, da ich glaube, dass sich Palmer das kaum gefallen lassen wird. Doch andererseits sah Wayne noch nicht fit genug aus, um sich dem Ganzen zu stellen.

Fazit

Fürs Erste konnte Palmer den Krieg verhindern, doch wie geht es weiter, wenn er doch seines Amtes enthoben wird? Wer steht eigentlich noch hinter seiner Politik? Insgesamt war es eine abwechslungsreiche und interessante Folge, von dem Techtelmechtel zwischen Milo und Nadia abgesehen. Es gab einige Schauplätze und außerdem wurde Gredenko endlich gefasst. Es wurde endlich Zeit, dass in diese Richtung etwas passiert. Die Episode war schnell geschnitten, weshalb durch wechselnde Szenerien eine Spannung und Dramatik vermittelt wurde. Schade allerdings, dass der Tod von Audrey nicht weiter thematisiert wurde. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn Themen angeschnitten werden, man mich mit denen schockt und sie dann nicht weiterverfolgt. Außerdem fällt es auf, dass Phillip Bauer nicht mehr wie am Anfang der Staffel im Vordergrund steht, was mich stutzig macht, da ich davon ausgegangen bin, er ist die Hauptfigur in der 6. Staffel und verkörpert das Böse wie Gredenko und Fayed. Eine ordentliche und ansprechende Folge.

Dana Greve - myFanbase

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