Interview mit Miracle Laurie

Auch nach dem Ende von "Dollhouse" blieb die Darstellerin der Mellie, die sympathische Miracle Laurie in den Herzen der Fans und in unserem Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen am Set der Serie, wie sie die Rolle bekam und was sie seither auf die Beine gestellt hat. Für alle Fans, die die Serie noch nicht kennen, sei vorweg gesagt, dass sowohl die Fragen als auch Antworten Spoiler über die Entwicklung der Serie und seines Charakters enthalten.

Wir stellen euch wie immer auch das Originalinterview zur Verfügung.

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1. Deine TV-Karriere hat mehr oder weniger mit "Dollhouse" begonnen. Kannst du uns ein wenig davon erzählen, was du in der Zeit davor gemacht hast?

Ich habe zuerst am Orange Coast College studiert und dann einen Abschluss im Fach Drama von U.C. Irvine absolviert. Während meines Studiums habe ich immer an Vorsprechen teilgenommen und diverse Workshops und Kurse in Los Angeles besucht. Meine erste kleinere Nebenrolle war in einer kurzlebigen Serie namens "Medical Investigation". Außerdem habe ich in ein paar kleineren Indie-Filmen mitgespielt aber die meiste Erfahrung habe ich am Theater gesammelt. Es ist der beste Ort um das Handwerk des Schauspielers wirklich zu erlernen. Bis heute bleiben mir gewisse Zitate und Anweisungen von einem meiner liebsten Lehrer und Regisseure immer im Hinterkopf, wenn ich mich auf eine Szene vorbereite.

2. Wie sehr hat sich dein Leben verändert, seit du diese Rolle ergattert hast?

In jeglicher Art und Weise. Als Schaupielerin war es das Beste, was mir je passieren konnte. Teil einer Show zu sein, die von solch einem brillianten und hochangesehenen Mann geschaffen wurde ist der Traum jedes Darstellers, für mich aber besonders da ich bereits seit den "Buffy"-Zeiten ein großer Fan war. Ich hatte außerdem das Glück einen Charakter zu verkörpern, bei dem mir dies großen Spaß gemacht hat und gleichzeitig in einem Schnellkurs alles über mein Handwerk zu lernen. Es gibt gewisse Dinge, die lernt man erst wenn man im Geschäft drin ist und wenn man gut aufpasst, bleiben einem diese Lektionen für immer erhalten. Es ist eine unbezahlbare Erfahrung. Ich habe dabei auch sehr viel über mich selbst gelernt und es hat eine Leidenschaft in mir ausgelöst, die mich noch lange antreiben wird. Dadurch wurde der Traum, den ich schon seit ich fünf Jahre alt bin habe, es als Schauspielerin zu etwas zu bringen, neu belebt. Und "Dollhouse" hat mir nicht nur viele neue Freunde aus der Zeit der Produktion beschert, sondern die besten Fans die man sich wünschen kann.

3. Joss Whedon ist offensichtlich ein großer Fan von dir und deinem Schauspieltalent. Wie habt ihr euch kennengelernt?

Ich habe die Bekanntschaft einer Castingagentin gemacht, die mit ihm bereits bei "Buffy" vor über zehn Jahren zusammengearbeitet hat. Sie mochte mich und hat mir immer wieder Vorsprechen für kleinere Rollen, Gastsspiele und Nebenrollen besorgt. Dann ging ich zum Vorsprechen für die Rolle der Kaylee in "Firefly". Ich habe natürlich keinen dieser Parts ergattern können, aber in gutem Kontakt mit den Castingagenten zu stehen war mir sehr wichtig und hat sich bezahlt gemacht. Als der Part der "November" ausstand, haben sie mich begutachtet und gemocht und mir einen Temrin bei Joss verschafft. Sie haben ihn daran erinnert, dass ich bereits für Kaylee vorgesprochen hatte, aber ich denke er konnte sich nicht mehr daran erinnern. Später haben wir darüber gescherzt, dass ich damals ja noch ein Baby war. Aber bei "Dollhouse" hat er mir später erzählt, dass er nachdem ich den Raum verlassen hatte, nur meinte: "Miracle, der Name passt...".

4. Am Beginn des Entwicklungsprozesses von "Dollhouse" gab es viele Veränderungen am Konzept der Serie bezüglich deren Ausrichtung. Hast du damals befürchtet, dein Charakter würde doch noch aus dem endgültigen Produkt gestrichen werden bevor es überhaupt ausgestrahlt wird?

Um ehrlich zu sein, ich hatte immer Angst herausgeschrieben zu werden. Als ich den Job für "Dollhouse" übernahm, wurde mir gesagt es wäre eine wiederkehrende Gastrolle. Es gab keine Garantie darüber, wieviele Episoden die letztendlich umfassen würde. Ich habe gedacht "Wenn ich drei Episode schaffe, dann wäre das toll." (Es wurden zehn Folgen in der 1. Staffel.) Und am Ende von Staffel 1, als sie Madeleine/November aus dem Dollhouse entlassen haben, dachte ich nur "Oh mein Gott, was habe ich angestellt?". Die Antwort war, nichts. Man hat nur versucht gewisse Geschichten abzuschließen, für den Fall dass es keine 2. Staffel geben würde.

5. Wusstest du von Anfang an, dass Mellie eine Aktive ist? Wenn ja, hat dass dich in der Art, wie du sie schauspielerst beinflußt?

Ich wurde ursprünglich als November gecastet. Das war die Rolle, für die ich vorgesprochen und die ich bekommen habe. Mellie wurde sponatn erschaffen, weil die Autoren plötzlich einen Weg gebraucht haben, um mich in die Geschichte zu integrieren der Sinn ergibt und mit den anderen Charakteren harmoniert. Der ursprüngliche Plan für November wurde abgelehnt. Alles was ich zu dem Zeitpunkt wußte war, dass es irgendwann herauskommen würde, dass ich eine Aktive war. Aber ich wußte nicht wann, wie, wo oder ob die Geschichte uns überhaupt dahin führen würde. Als es darum ging Mellie zu spielen, habe ich das nie getan als wäre sie eine Aktive, ich habe sie nie als solche gesehen, denn sie hat das ja auch nicht gewußt. Alles woran sie gedacht hat, war wie sehr sie Paul liebt.

6. Was war der Hauptunterschied darin, entweder Mellie/November oder deren richtige Persönlichkeit, Madeleine zu spielen?

Mit Mellie habe ich mich von Anfang an wohl gefühlt. Die Lockerheit war schon immer in mir, der Teil, es zu lieben verliebt zu sein ebenfalls, ich liebe italienisches Essen und Tahmoh war ein Traum, es war also sehr einfach. Mellie ist außerdem sehr verletzlich und trägt ihre Gefühle alle an der Oberfläche. Alle unserer Autoren habe ihre Art so klar formuliert, dass es keine Rolle gespielt hat, wer welches Drehbuach verfasste, wir waren uns alle immer einig. Das war wirklich sehr schön.

November hat ebenfalls großen Spaß gemacht, denn dieser Doll-Zustand war eine echte Herausforderung. Eine der Vorsprechszenen war im Doll-Zustand und man hat sich dabei anfangs etwas albern gefühlt, man hatte dafür ja keine Vorbilder, also musste man einfach improvisieren. Als ich November dann wirklich spielen konnte, habe ich das sehr genossen. Ich durfte in dem wunderschönen Dollhouse-Set spielen, welches einfach nur atemberaubend war. Und wenn man im Dollhouse war, dann hatte man vielleicht auch eine Szene mit Fran oder Olivia, und das war einfach immer eine tolle Sache.

Dass Madeline so eine Herausfrderung für mich werden würde, hatte ich anfangs gar nicht gedacht. Sie war viel komplizierter, als ich dachte. Aber ich denke, mit ihr war es schwierig für alle. Die Fans sind mit ihr auch nicht so richtig warm geworden, hatte ich das Gefühl. Es ist schwer das Interesse beim Publikum für eine ganze Staffel für eine bestimmte Figur zu entwickeln und diese dan einfach wegzunehmen und zu meinen: "Hier, ihr müsst jetzt diese lieben". Ich denke, die Entscheidung am Ende wieder Mellie zurückzubringen war die richtige Wahl gewesen.

7. "Dollhouse" hatte ein sehr kontroverses Thema zum Hauptinhalt - die Manipulation der menschlichen Persönlichkeit. Wie würdest du reagieren, wenn es so etwas wie das Dollhouse in echt auch geben würde?

Das faszinierende an unserer Show und dem Konzept, was dahinter stand war, dass es nicht so weit weg von der Wahrheit oder zumindest was uns in der Zukunft erwartet, war. Ich denke wir würden uns etwas vormachen, wenn wir nicht daran glauben, dass es derartige Experimente bereits heute gibt oder zumindest geplant sind. Sas Ausmaß der Technologie, von der wir als Gesellschaft jetzt bereits abhängig sind, stößt mich ab wenn ich genau darüber nachdenke, ebenso die Geschwindigkeit, mit der siche dies alles noch entwickelt und verändert.

8. Mit deiner Rolle in "Dollhouse" bist du automatisch Teil des sogenannten Whedonverses geworden. Es gibt eine riesige Fangemeinde, die alle Shows und Projekte von Joss Whedon genau verfolgt und unterstützt. Hast du das Gefühl, dass diese aufmerksame Fangemeinde deine Entscheidungen über zukünftige Rollen beeinflußt?

Ich LIEBE das Whedonverse. Bis vor kurzer Zeit stand ich dem Internet noch eher ignorant gegenüber. Ich bin eher ein Hippie-Mädchen, tanzend, viel an der frischen Luft, Filme schauend und Musik machend. Aber ich bin auch etwas besser geworden im Umgang damit. Ich benutze Twitter, Facebook und checke regelmäßig meine E-mails, ich fürchte mich also nicht mehr davor. Was ich aber eigentlich erzählen will, ich kannte nicht einmal Whedonesque, Joss hat mir persönlich erst davon erzählt. Er sagte einen Tag, nachdem ich engagiert wurde: "Ich kann gar nicht glauben, dass die Fans das noch nicht herausgefunden haben, deshalb hab ich es selbst gepostet". Ich fragte: "Wo?" Und da hat er es mir erzä#hlt und als ich seinen Post über mich gesehen habe, hatte ich das Gefühl, dass ich es jetzt geschafft habe. Und die Erfahrung, gemeinsam mit den Fans über zwei Jahre die Show zu verfolgen, im Guten wie im Schlechten, mit ihnen bei Facebook und Twitter darüber zu kommunizieren, war eine einmalige Erfahrung. Ich fühle den Erwartungsdruck bezüglich meiner Leistung nun nur, weil sie alle so wahnsinnig unterstützend waren und ich sie nun nicht im Stich lassen möchte. Ich hoffe, dass egal welche Projekte ich in Zukunft angehen werde, solange ich mein bestes gebe diese Fans mich weiter mögen und bei mir bleiben werden.

9. Welchen Aspekt deiner Arbeit bevorzugst du - arbeiten auf einer Theaterbühne oder vor einer Kamera fürs Fernsehen oder einen Kinofilm? In welchem Medium werden wir dich in Zukunft öfter sehen können?

Ich liebe beides in gleichem Maße aus ganz verschiedenen Gründen und ich glaube, man erhält ganz spezielle Erfahrungen in jedem Medium, die man nirgends anders machen kann. Das macht diese unverzichtbar und einzigartig. Und ihr könnt mich dort sehen, wo auch immer ich engagiert werde.

10. Kannst du uns etwas über deine Internet-Serie "Goodnight Burbank" erzählen? Was kann man dabei von dem Projekt und deinem Part im speziellen erwarten?

"Goodnight Burbank" ist eine halbstündige Sitcom als Webserie, sie wurde von Hayden Black bereits in ihrer zweiten Inkarnation entwickelt, mit einem fast komplett neuen Cast und sie wird auf Hulu gezeigt werden. RDF Media hat außerdem gerade dafür unterschrieben, sie an Fernsehsender auf der ganzen Welt verkaufen zu wollen, das ist also ganz schön aufregend. Man kann die Webside www.goodnightburbank.com für Udates besuchen und wir sind auch auf Facebook zu finden. Die beiden Stars der Serie sind Hayden Black and Laura Silverman (die die witzigste und liebenswerteste Frau ist, die ich jemals getroffen habe), daneben gibt es einige Gastastars wieDominic Monaghan, Parvesh Cheena, Fran Kranz, John Barrowman, Clare Kramer, Juliet Landau, Christopher May usw. für all unsere sechs Episoden. Ich spiele Elizabeth Chivers, eine Entertainmentreporterin die Aspergers hat. Das war eine Herausforderung, die ich mir fast nicht getraut habe anzunehmen, aber ich habe viel über Aspies gelernt und ich denke, mein Charakter ist jetzt sehr charamnt geworden. Ihre Erhlichkeit und Unverfrorenheit den Hollywood-Stars gegenüber ist sehr erfrischend und unterhaltsam, wie ich denke. Es hat unheimlichen Spaß gemacht, so etwas völlig neues und anderes gemeinsam mit solch wundervollen Kollegen zu erschaffen.

11. Gibt es andere neue Projekte von dir, von denen du uns etwas erzählen kannst?

Abgesehen davon, dass ich erst vor ein paar Monaten geheiratet habe, welches für eine Weile mein Hauptprojekt war, hat auch "Goodnight Burbank" viel meiner Zeit beansprucht, aber da haben wir die sechs Episoden gerade abgedreht. Ich habe außerdem ein paar Auftritte in Filmen absolviert, die 2012 erscheinen werden. Einer ist mit dem Autor/Regisseur und Produzent von "S.F. 2177" und handelt von Zombies, das war ein Riesenspaß. Der andere ist mein erster Western, genannt "The First Ride of Wyatt Earp" mit Val Kilmer in der Hauptrolle. So viel zum Thema wahr gewordene Träume. Ich habe außerdem gerade eine Präsentation für einen Comedy-Piloten beendet, der hoffentlich ein Zuhause bei einem Sender finden wird.

12. Du warst mittlerweile schon Gast auf vielen Fanconventions. Was gefällt dir an diesen Veranstaltungen am besten? Welche war deine lustigste, netteste oder vielleicht sogar beängstigendste Erfahrung auf einer Convention?

Ich mag es sehr, persönliche Zeit mit meinen Fans zu verbringen. Ich mag es, bestimmte Fans zu treffen, die mir erzählen dass sie der und der bei Twitter sind und von denen man ganz genau weiß, wer sie sind. Es ist toll, diese Leute dann einmal persönlich zu treffen. Conventions handeln wirklich fast ausschließlich von der Fanliebe, die Fans wollen sich dort über ihre Lieblingsserien und auch Lieblingscharakte auszutauschen und es macht Spaß, dort die Stimmung unter ihnen zu erleben. Denn im wahren Leben ist man ja selber ein Fan.

Die Großzügigkeit unter ihnen ist einfach überwältigend, ich habe mehrere Flaschen Wein geschenkt bekommen, selbstgemachten Schmuck, letztens erst einen selbstgemachten Poi-Ball aus Neuseeland. Und, kein Scherz, ich habe einige Vasen mit drei Blumen darin bekommen. Mein liebster Moment bisher war auf dem Fancy Dress Competition während der Echo-1 (veranstaltet von Sean Harry), als ich eine Gruppe verkleidet als Charaktere aus "Legenden" getroffen habe. Sie haben natürlich den ersten Platz gewonnen und mir total den Tag versüßt.

13. Du hast vor kurzem geheiratet, wie hat sich dein Leben seither verändert?

Nur zum Besseren. Die Hochzeit war wunderschön und nahezu perfekt. Ich würde es immer und immer wieder tun. Und unsere Hochzeitsreise war auch nicht verkehrt. ;) Chris ist ein toller Mann und ich liebe es ihn endlich meinen Ehemann und mich seine Ehefrau nennen zu können. Wir haben wie auch schon zuvor eine gute Zeit zusammen.

14. Du bist auch Musikerin und spielst Ukulele in der Band Uke Box Heroes gemeinsam mit deinem Ehemann. Wirst du dich in Zukunft mehr der Musik widmen?

Wir sind momentan etwas im Rückstand damit, wir versuchen mit allen Mitteln unser zweites Album noch in diesem Frühjahr zu veröffentlichen und vielleicht auch ein paar Live-Auftritte im Sommer zu absolvieren. Auch auf diesem Gebiet war die Resonanz der Fans wirklich großartig.

15. myFanbase ist ein Online-Magazin über TV-Serien. Hast Du eine Lieblingsserie?

Ich bin momentan abhängig von "Fringe - Grenzfälle des FBI". Ich halte es für brilliant und die Schauspieler sind wahnsinnig talentiert. "Modern Family" ist ebenfalls ganz toll. Und meine liebste Reality-Schwäche ist "The Amazing Race"…it’s…amazing. ;)

Cindy Scholz & Nicole Oebel - myFanbase