High Potential - Reviews
Staffel 1

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In unseren Kritiken schildern unsere Autoren und Autorinnen ihren ersten Eindruck von einer Episode in Form einer kurzen Review. Nutzt die Gelegenheit, eure Meinung zu diesen Folgen kundzutun und mit uns über die Serie "High Potential" zu diskutieren.

#1.01 Pilotfolge

Foto: High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen
High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen

Vorab möchte ich erst einmal sagen, dass ich das französische Original nicht kenne und ich mich erst gewundert habe, warum ABC den Titel von "HPI" zu "High Potential" geändert hat. Aber das liegt wahrscheinlich daran, damit es zu keiner Verwechslung mit dem Original kommt (was man übrigens auch in der ARD-Mediathek streamen kann). An der Serie hat mich eigentlich beides neugierig gemacht und gleichzeitig fasziniert: Inhalt und Cast. Zugegeben, bei der Beschreibung des Inhalts musste ich dann doch kurzzeitig an "Castle" denken und gewisse Züge sind auch vorhanden. Der Einstieg in die erste Episode war großartig: Eine Kaitlin Olson, die als nächtliche Putzfrau durch die Bürogebäude des LAPDs tanzt, macht einfach Spaß, da es locker-leicht und charmant wirkt. Es hätte nur noch gefehlt, wenn man I'm Coming Out von Diana Ross eingespielt hätte. Morgan ist sofort eine Sympathieträgerin, wie ich finde, und vor allem ist es witzig gestaltet, dass sie aus dem angeblichen Täter ein Opfer macht. Es wirkt so, als habe sie das einfach just for fun gemacht, aber dem ist nicht so. Morgan hat einen IQ von 160, kann nachts nicht schlafen, weil ihr Hirn irgendwie immer on Air ist, sodass sie Zusammenhänge schnell erkennen kann. Dennoch ist sie wegen dieser Schnelligkeit eine Single-Mom von drei Kindern und geldtechnisch immer am Limit, weil sie niemand dauerhaft haben will. Das unterstreicht für mich zum einen, dass sich die meisten Menschen nicht nur überfordert davon fühlen, sondern auch noch angegriffen. Genauso ist der LAPD-Polizist Karadec (Daniel Sunjata) überhaupt nicht. Allerdings ist da noch seine Vorgesetzte Selena (Judy Reyes (die ich wahrscheinlich in dieser Rolle lieben werde)), die das Potenzial von Morgan sofort erkennt und es für sich und ihr Team nutzen will. Morgan hat eine fast schon flapsige Art an sich, die Dinge auszusprechen und sie zu benennen, aber genau das macht sie mir ja so sympathisch, dass die 45 Minuten wie im Flug vergangen sind. Es macht unglaublichen Spaß, ihr dabei zuzusehen und zuzuhören, wie sie die Dinge wie ein einfaches Puzzle zusammensetzt, als sei es das einfachste der Welt und so kommt es, dass sich ihre Korrektur am Anfang als absolut richtig erweist und sie den wahren Täter bzw. das zweite Opfer tatsächlich finden. So locker-lustig Morgan aber auch ist, schafft es die erste Episode dennoch, auch ihre verletzliche Seite zu zeigen, die deutlich macht, wie einfühlsam sie auch als Mutter ist. Ihr Mann ist vor 15 Jahren verschwunden und sie ist sich sicher, dass er nicht einfach abgehauen ist. Es dürfte interessant werden, da Selena darauf eingegangen ist, Morgan bei der Suche zu helfen. Die anderen Charaktere waren zwar etwas im Hintergrund, aber das wird sicher noch. Auf jeden Fall hatte "High Potential" einen tollen Start und ich freue mich auf mehr.

#1.02 Tanz am Rande des Abgrunds

Foto: Daniel Sunjata & Kaitlin Olson, High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Nicole Weingart
Daniel Sunjata & Kaitlin Olson, High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Nicole Weingart

Nach einer gelungenen Auftaktfolge erleben wir Morgan nun bei ihren ersten offiziellen Ermittlungen mit ihrem Team und siehe da, der gute Karadec scheint schon etwas gelernt zu haben. Zumindest scheint er seiner neuen Kollegin nicht mehr allzu kritisch gegenüber zu stehen, aber das hat ja nun auch kurzzeitig jemand anderes übernommen. Ich finde es allgemein schade und traurig, wenn Reinigungskräfte immer irgendwie herablassend behandelt werden und man ihnen dadurch schon den Stempel aufdrückt: Kann sowieso nicht so viel. Gut, dass Morgan mal wieder gezeigt hat, dass es bei ihr nicht so ist und auch Selena hat sich sofort vor sie gestellt. Die beiden könnten auch ein interessantes Duo werden. Der Fall an sich war auch interessant, auch wenn mir schnell bewusst war, dass die Dinge anders scheinen als sie sind. Man hat hier damit gespielt, nicht alle Straffälligen können sich ändern. Besonders bei Griff (Carlin James) fand ich es schade, weil er schon bei Damian (Alaman Diadhiou) ein schlechtes Gewissen hatte und echt mitgenommen wirkte. Hier hätte ich mir doch gewünscht, es würde alles anders kommen. Nachdem er aber schon Damian verletzt hatte, hatte ich gehofft, das eigentliche Opfer – Roland (CJ Salvador) - würde verschont bleiben. Toll fände ich es aber, wenn man Damian noch einmal wiedersehen würde, wenn er genesen ist und sein Versprechen gegenüber Karadec und Morgan einlösen wird. Selena hat ihr Versprechen definitiv gehalten und sich dahinter geklemmt, etwas über das Verschwinden zu Morgans Mann und Avas (Amirah J) Vater in Erfahrung zu bringen. Da die erste Staffel nur 13 Episoden umfasst, gehe ich davon aus, dass am Ende das Verschwinden aufgeklärt wird. Mich überrascht weder, dass ABC so schnell eine zweite Staffel bestellt hat, noch dass "High Potential" auch hierzulande bei Disney+ die Watchlist anführt. Es ist ein wahrer Genuss, Kaitlin Olson in dieser Rolle zu sehen.

#1.03 Komplizenschaft

Foto: Kaitlin Olson, High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Pamela Littky
Kaitlin Olson, High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Pamela Littky

Ein Mordopfer, eine betrogene Ehefrau, die auch noch gleich Witwe wird, falsche Identitäten, Streit, Kündigungen, Entschuldigungen, Versöhnungen und Kekse... klingt nach einer interessanten Episode. War es auch, auch wenn ich diesmal fand, dass Morgan etwas arg drüber war und man hier schnell mal das Klischee im Ansatz erfüllt hat, dass eine Putzfrau es nicht besser weiß, dass man erst Handschuhe tragen sollte, bevor man (potenzielle) Beweise anfasst oder sie eben nicht mit heimwärts schleppt. Karadec müsste sie im Gegenzug aber langsam besser kennen und wissen, dass sie eben manchmal im Denken ein paar Schritte 'vergisst', die aber für ihn als 'Laie' bzw. als jemand, der nicht so denkt wie sie, wichtig sein können. Dennoch fand ich die Kampfszene in der Küche großartig und es hat bewiesen, dass er eben nicht nur der typische Anzugträger und Polizeiroboter ist. Der Fall an sich hatte mir ab etwa der Mitte zeitweise nicht so gefallen, weil ich das Gefühl hatte, man springt wieder auf den Zug 'Einmal Täter, immer Täter' auf. Da wir das aber erst letzte Woche hatten, war ich froh, dass es doch anders war. Interessant war für mich auch, Melinda Page Hamilton erneut in solch einer eher undurchsichtigen Rolle zu sehen. Irgendwie ist sie der Typ dafür. Den eigentlichen Täter kann ich sogar im Ansatz verstehen, zumindest, dass es ihn unfassbar wütend gemacht hat, wie seine Mutter (Audrey Wasilewski), seine demenzkranke Mutter, ausgenutzt wurde, wenn das auch nicht im Geringsten seine Tat rechtfertigt. Ich fand es aber gut, dass Karadec doch Herz gezeigt hat und Kyle (Graham Rogers) die Möglichkeit gegeben hat, sich von seiner Mutter zu verabschieden. Morgan hat sich gleich bei zwei Männern entschuldigt und ich denke, sie wird mit Karadec noch ein Dreamteam werden... Aber: in langsamen Schritt. Ihre Verbindung zu Selena gefällt mir aber verdammt gut und wer weiß, vielleicht bringen Romans wirklich noch etwas mehr Licht in den Fall. Zumindest hat Selena ihre Wette gewonnen. Kann man bitte mehr sowas in der Art sehen?

#1.04 Überleben in der Wildnis

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Kaitlin Olson, High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/David Bukach

Der Ton der Serie hat sich mit dieser Episode verändert und das heißt nicht, dass es schlechter geworden ist, sondern viel mehr, dass man Morgans Fähigkeiten im Team offiziell anerkennt und sich nun auch daran gewöhnt hat, wie sie den Täter*innen auf die Spur kommt. Ohnehin war es eine Episode, bei der man den Humor wirklich gut setzen musste, da es um Kindesentführung ging. Es ist ein Thema, wo es jedem Elternteil eiskalt über den Rücken läuft. Kinder sind unschuldig und sollten ihre Kindheit genießen und nicht mit so etwas konfrontiert werden, wie wir es hier erlebt haben. Hier hat auch Morgan noch einmal ganz anders agiert, als sie es sonst tut. Da sie selbst Mutter von drei Kindern ist, wobei Tochter Ava aus noch immer ungeklärten Gründen ohne Vater aufwachsen muss, fühlte sich Morgan diesmal auch nicht in Topform. Ich denke nicht, dass es etwas mit dem Schlafmangel zu tun hatte, das wird sie schon öfters gehabt haben und ihren geistigen Fähigkeiten hat es sicherlich keinen Abbruch getan. Es war in meinen Augen die Tatsache, dass sie als Mutter selbst zu sehr emotional zu sehr involviert war und zum großen Teil sich auch selbst die Frage gestellt hat oder die bildliche Vorstellung hatte, wie es ihr ergehen würde, würden ihre Kinder entführt werden. Mia (Madeline Zima) tat mir sooo leid und ähnlich wie Morgan habe ich keine Sekunde geglaubt, sie könnte ihre eigenen Kinder entführt haben und ich bin froh, dass Morgan sich nicht von den anderen hat beirren lassen, sondern auf ihr Gefühl gehört hat. Den richtigen Täter finde ich sogar plausibel, zumindest wenn ich seine Perspektive einnehme. Ansonsten habe ich für Curtis (Mark Dancewicz) kein Verständnis, da es für mich unterstrichen hat, wie egoistisch er gehandelt hat. Jede*r verdient Glück in der Liebe, aber nicht auf diese Weise. Nicht wenn man die Kinder von der Frau entführt, die man angeblich so sehr liebt und dabei im Sinn hat, ihr einen angemessenen und für sie gewohnten Standard zu bieten. Das Traurige an dieser Geschichte ist auch, dass Wendell (Scott Kuza) sterben musste. Durch seinen Ökotrip und das Überleben in der Wildnis hat er seinen Kindern das Leben gerettet, weil sie durch ihn wussten, wie sie im Wald überleben, bis Hilfe da ist. Ich konnte vollkommen verstehen, dass Morgan durch diesen Fall nochmal erkannt hat, wie wichtig ihr ihre Kinder sind und sie ihnen das öfter zeigen will, auch wenn Ava das ungewohnt fand und hier der Humor wirklich gut gesetzt war.

#1.05 Vergiftete Liebe

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Amirah Johnson, High Potential
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Für mich war das eine der besten Episoden der bisherigen Staffel! Morgan wird immer besser ins Team eingebunden und vor allem werden ihre Fähigkeiten nicht mehr so hervorgehoben wie in den ersten Episoden. Das soll gar nicht heißen, dass es anfangs zu viel war oder dass die Serie jetzt schlechter wird (die Verlängerung für Staffel 2 ist ja schon durch). Ich finde nur, dass es besser eingebettet ist und man es immer normaler behandelt. Diesen Fall fand ich sehr interessant, da er so verstrickt-emotional und gleichzeitig auch schockierend gewesen ist, wie weit jemand geht bzw. zu was er in der Lage ist, wenn es um verletzte Gefühle geht. Hier muss ich auch mal ein Hoch auf die Technik aussprechen. Durch Monicas (Rosslyn Luke) sprechenden Drucker wurde klar, dass es sich um Mord handelt und sie körperlich durch eine Lähmung gar nicht mehr in der Lage war, zu sprechen. Die Vorgehensweise war echt krass und eigentlich von langer Hand geplant. Mord im Affekt sieht anders aus. Bei diesem Mord ging es aber nicht nur um verletzte Gefühle oder ausgenutzt worden zu sein, es ging auch um Mutterliebe. Monica als biologische Mutter von Gavin (Cary Christopher) musste ihn aber zur Adoption wegen ihres jungen Alters freigeben und hat sich an Bethany (Kathleen Munroe), die Adoptivmutter, herangemacht, hat ihr die große Liebe vorgespielt, doch das eigentliche Ziel war, Gavin bei sich zu haben. Ich finde es wirklich schwierig, da beide den Jungen geliebt haben und ich sogar noch mehr Mitleid mit Bethany habe. Ihre Tat ist nicht gut zu heißen, doch sie hat quasi drei Menschen verloren, die sie (ge-)liebt (hat): Monica, Gavin und ihren Mann (Lukas Kavner). Diesem rechne ich es hoch an, dass er nach allem die Schuld auf sich genommen hat, damit Gavin nicht ohne Mutter aufwachsen muss, wie es bei ihm der Fall war. Das zeigt mal wieder, dass man nicht will, dass andere das durchmachen, was man selbst durchlebt hat. Aufgelockert wurde diese Episode durch die Pillen-Sache von Ava, über die ich doch grinsen musste und gleichzeitig wieder festgestellt habe, was für eine tolle Dynamik Mutter und Tochter haben. Ein kleiner Tipp an Karadec noch: Besser das nächste Mal auf Morgan hören, wenn sie eine Waffe in der Hand hat, sonst gehst du wieder zu Boden.

#1.06 Für die Ewigkeit

Foto: Kaitlin Olson, High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/David Bukach
Kaitlin Olson, High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/David Bukach

Ich sagte es zwar schon in der letzten Episode, aber die jetzige war wirklich die beste, weil sie alles beinhaltet, was ich mir als Serienfan erwarte. Ich muss zugeben, dass ich hier mehrfach meinen potenziellen Verdächtigen gewechselt habe, da wirklich jede*r der Erwähnten ein Motiv hatte, Elaine (Katie Ryan) zu töten und ich dachte auch für einen kurzen Moment, Morgan würde mit ihrer Annahme falsch liegen, dass es Assistentin Sam (Allison Jaye) nicht gewesen ist. Es wäre wirklich mal interessant, wenn ein Mord passiert, an den man sich nicht mehr erinnert, weil man so dicht war. Ich bin aber froh, dass es Sam nicht gewesen ist, weil sie so unschuldig gewirkt hat und für mich da auch nicht das Sprichwort "Stille Wasser sind tief" herrscht. Man hat Sam meiner Meinung nach einfach total angemerkt, dass sie nicht wusste, was los war und ich glaube ganz einfach, an einen Mord könnte man sich trotz allem irgendwie erinnern, eben auch weil es die besagten Schlüsselmomente gibt, bei denen einem nach und nach wieder alles einfällt und das war bei Sam nicht. Bei Eric (Derek Richardson) und auch Nina (Lynn Chen) hätte ich das Motiv für einen Mord viel zu klischeehaft empfunden und für mich arbeitet diese Serie auch nicht nach diesem Schema. Wenn man Elaine aber so betrachtet, dann kann man Eric ehrlich gesagt auch keine Affäre übelnehmen. Ich fand aber auch spannend, dass man Carmen (Natasha Elías) als mögliche Täterin eingebunden hat. Ihre Wut kann wahrscheinlich jede Mutter, aber auch jede Nicht-Mutter verstehen und warum sie zumindest so wütend auf das Mordopfer war, dass sie zumindest alles kaputt geschlagen hat. Es ist für mich vollkommen nachvollziehbar, dass Carmen an ihren Sohn gedacht hat, was mit ihm wäre, wenn sie ins Gefängnis wandern müsste. Das ist eine gute Spiegelung zu der Episode der vergangenen Woche und emotional war es das auch. Die Auflösung fand ich auch interessant und ich würde es nicht mal als 'herkömmliche' Notwehr bezeichnen. Da Elaine so paranoid wurde, ist es eigentlich ihr eigenes Verschulden gewesen, da sie ja nicht hätte ausflippen müssen. Gut gefallen hat mir auch Morgans kleiner Flirt mit dem Hausmeister, woraus sicherlich auch mehr wird, auch wenn ich das Gefühl habe, sie kommt zum Ende der Staffel mit Karadec zusammen. Zum Abschluss dieser Episode gab es noch einen tollen Moment zwischen Morgan und Selena. Ich finde ja sowieso, die beiden sollten Freundinnen werden. Man hat richtig gemerkt, welches Vertrauen die beiden zueinander haben und sich auch beidseitig respektieren und zu schätzen wissen.

#1.07 Einer von uns

Foto: Daniel Sunjata, High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/David Bukach
Daniel Sunjata, High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/David Bukach

Eigentlich mag ich keine Episoden, die sich um die Armee oder das Militär drehen, obwohl sie natürlich wichtig sind und vor allem, weil sie zum Großteil auch zeigen, was so ein Einsatz oder sogar mehrere Einsätze mit Menschen und deren Psyche machen. Diese Episode fand ich aber wirklich toll. Bisher haben ja vor allem Morgan und Karadec gemeinsam geseehn. Dieses Mal war es aber eine Geiselnahme direkt im Revier und ich fand sie spannend, eben weil so viele involviert waren und es auch die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Morgan und Ava gestärkt hat. Ich hoffe, es gibt nochmal einen Ja-Tag, den ich nämlich ziemlich interessant finde. Aber angesichts dessen, was die beiden diesmal erlebt haben, ist es völlig verständlich, dass es nicht weiter ausgeführt worden ist. Bevor ich zu dem Fall komme, muss ich mal sagen, dass es manchmal doch Polizisten gibt, die mit ihren unüberlegten Äußerungen die Situationen nur noch schlimmer machen. Ein solcher Trottel war auch unter den Geiseln und ich kann verstehen, dass es eine schwierige Situation war und er selbst um sein Leben gefürchtet hat (wie alle anderen eben auch). Mich würde es aber nicht wundern, wenn es da ein paar Konsequenzen gibt, auch wenn ich daran nicht glaube. Der Fall war insofern interessant, da er von der Polizei schon abgeschlossen und aufgeklärt war, dachten sie zumindest. Mit Brooke (Addison Timlin) und Jeremy (Michael Trotter) haben wir zwei aus der Armee, die versuchen bzw. darauf schwören, dass mit ihrem Partner und Lebensgefährten Logan (Maurice Marvel Meredith) der Falsche verhaftet worden ist. Bei der Herangehensweise kam mir öfters mal der Gedanke, wie viele Fälle es dieser Art gibt. Ich fand auch, dass Selena diesmal nicht ganz so in sich gefestigt war wie sonst. Dabei kommt natürlich auch die Tatsache hinzu, dass es eine Ausnahmesituation war und genau in dieser erkennt Karadec das wirkliche Potenzial von Morgan. Ich war allerdings erstaunt, dass Brooke so aufgeschlossen für Morgans Theorien war. Ich denke, sie wollte wirklich kein Blutvergießen, sondern dass sie auch geschützt wird und mit Logan irgendwann wirklich eine Familie gründen kann. Ich fand auch gut, dass Morgan Brooke helfen konnte, indem sie von ihren eigenen Ängsten als Mutter berichtet hat und auch Ava erkennen konnte, wie sehr sie von ihrer Mutter geliebt wird und das auch andersrum gilt. Ich bin gespannt, inwieweit sich nun auch die Mutter-Tochter-Beziehung entwickeln wird. Zwischen Morgan und Karadec wird sich auch etwas ändern. Ich denke, er entwickelt Gefühle für sie. An sich würde ich mich ja freuen, wenn da nicht noch Tom (JD Pardo) wäre, den ich auch mag.

#1.08 Besessen

Foto: High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Pamela Littky
High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Pamela Littky

Es war mal wieder allerhand los. Bei "High Potential" fasziniert mich immer wieder, wie man mit der Aufklärung der Ermordeten umgeht. Wobei es diesmal anders war, als es uns bisher bekannt war und das ist wahrscheinlich auch die unfassbare Stärke dieser Serie. Am Strand wird eine Leiche entdeckt oder zumindest denkt man das, aber tatsächlich lebt diese Frau noch, was man auch schon Morgan zu verdanken hat und ihrem Hirn, was sämtliche Informationen speichern kann, die dann abrufbereit sind, wenn sie diese braucht und das ist schon irgendwie genial. Ich muss aber gestehen, dass mir dieses Phänomen bei der vermeintlichen Leiche schon mal über den Weg gelaufen ist und ich durchaus etwas damit anfangen konnte. Umso interessanter fand ich, warum sie ein Opfer wurde, zumal man aus jeder Episode mit einer Mordaufklärung entlassen wird. Die Dame, die sich dann als Penny (Nona Parker Johnson) herausgestellt hat, hat eine falsche Identität gehabt – weil sie selbst ermittelt hatte und erfahren wollte, warum ihr Freund Lucas (Christopher Phi) ermordet wurde. Somit sind wir wieder einmal bei der Tatsache, dass man Antworten braucht, um etwas abschließen zu können. Das macht den Verlust um Lucas zwar nicht weniger schmerzhaft und weniger traurig, doch Penny hat Gewissheit. Dass sie dafür eine falsche Identität annimmt und sich dafür in einen Country Club begibt, kann man ihr irgendwie nicht verdenken. Ich persönlich halte von solchen Clubs auch nicht viel, weil auch ich der Meinung bin, die Reichen (und Schönen) haben oft was zu verbergen, allerdings auch genügend Geld, damit man ihnen nicht allzu schnell auf die Schliche kommt. Die, die in solch einer Liga spielen, müssen aber auch ein gewisses Bild wahren und dass das nicht ohne Hilfe geht, ist fast logisch. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob der Episodentitel sowohl im Original als auch in der übersetzten Version so passend ist. Mit Blaine (David Gridley) und Edward (Charles McElveen) haben wir zwei Brüder, bei denen ich unweigerlich an die berüchtigten Melendez-Brüder denken musste und natürlich war die Auflösung, wer Lucas ermordet hat, erschreckend... weil Edward eben dazu in der Lage war, allerdings hat er seinen Bruder geschützt, der offenbar schon genug durchgemacht hat. Zwar war Edward durchaus irgendwie besessen, seinen Bruder zu schützen, allerdings habe ich auch eine etwas andere Vorstellung von Besessenheit. Dennoch war die Fallaufklärung durch Morgans scharfem Verstand und ihrer Kombinationsgabe genial. Vor allem fiel mir mal wieder auf, dass Karadec ihre Denk- und Vorgehensweise immer mehr annimmt. Ich mag Morgan und Tom unglaublich gerne. Ich glaube dennoch, man arbeitet langsam immer mehr darauf zu, die beiden als Paar zusammenzubringen und abgeneigt bin ich davon nicht. Spannend ist dann auch, was Selena über Roman herausgefunden hat. Vielleicht war er doch nicht so unschuldig, wie man bisher dachte. Es hat aber auch mal wieder unterstrichen, was Morgan für eine gute Mutter ist, weil sie weiß, dass ihre Tochter Ava Antworten braucht. Und es zeigt, welch gute Chefin Selena ist, die Wort hält und Morgan damit Vertrauen schenkt.

#1.09 Luftnummer

Foto: Judy Reyes, High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/David Bukach
Judy Reyes, High Potential
© 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/David Bukach

Den Fall an sich fand ich diesmal ehrlich gesagt nicht so gut bzw. auch nicht so gut durchdacht, obwohl er wie immer verstrickt war und der eigentliche Mörder auch wieder zum Ende enthüllt wurde. Daher fand ich es auch ein bisschen lachhaft, als man mal wieder dachte, man habe den Mörder, die Episode aber erst halb um war. Ich hätte mir sogar ein anderes Ende für Tiana (Melanie Liburd) gewünscht. Für mich hatte die Figur durchaus Potenzial, auch wenn mir natürlich klar ist, dass sie nur für eine Episode dabei ist. Interessant war für mich aber, was es mit dem Wort Luftnummer auf sich hat. Ich hatte etwas mit Flugzeug im Sinn auch wenn mir das für diese Serie fast schon zu simpel erschien. Spannend bleibt auch weiterhin, was mit Roman vor mehr als 15 Jahren passiert ist und dass nun auch Karadec eingebunden wurde. Ich glaube ja immer noch, dass er und Morgan als Paar enden werden, zumal man jetzt auch Tom aus dieser Konstellation genommen hat. Schade wie sich das geändert hat, dabei hat mir die Verbindung zwischen den beiden gut gefallen. Mit Gio (Domenick Lombardozzi) haben wir auch eine Verbindung, die zu Roman führen könnte. Aber mir ist Gio nicht ganz geheuer, weswegen ich denke, die verbleibenden Episoden dieser Staffel werden noch explosiv.

#1.10 Rufmord

Foto: Matthew Lamb, High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Pamela Littky
Matthew Lamb, High Potential
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Diese Episode war mal wieder voll nach meinem Geschmack und hat gleich mehrere Handlungsstränge miteinander vereint. Man merkt zwar auch diesmal sehr deutlich, dass Morgan und Karadec ins Zentrum gerückt werden und vor allem Oz und Daphne eher nettes Beiwerk sind. Aber okay, vielleicht wird das in der zweiten Staffel ja besser. Ein Mord auf dem Spielplatz... da musste ich doch ziemlich schlucken, denn das ist nicht ohne, weil das vielleicht auch die zu betreuenden Kinder in Gefahr bringen könnte. Vor allem fand ich brutal, wo man das Mordopfer Tara Foley (Kate Boyer) gefunden hat... in der Rutsche. Irgendwie durchaus unheimlich, was manche so auf sich nehmen, um die Tat zu vertuschen. Tara erschien mir in den Rückblenden freundlich und als jemand, der Kinder mag. Die Verstrickung, von wem und warum sie umgebracht worden ist, fand ich wieder spannend, denn auch diesmal war es Morgans Superhirn, was hervorragende Arbeit geleistet hat. Es hat aber auch mal wieder unterstrichen, dass manche Ermittler*innen einfach nicht aufmerksam vorgehen. Ich gebe zu, Oksana (Irina Dubova) als Täterin zu überführen, war nicht leicht, jedoch war es wirklich interessant etwas über Russland zu erfahren und wie man dort mit der Rechtschreibung umgeht. Ich denke mir ja immer, wer viel liest oder auch viel (mit jemandem) schreibt, der erkennt an der Wortwahl und die Art des Schreibens ziemlich schnell, wenn was nicht in Ordnung ist. Bei den Nannys musste ich dann doch für einen kurzen Augenblick an "Devious Maids" denken. Da ging es zwar um Hausmädchen, aber die hatten auch Kinderbetreuung. Aber vor allem haben sie sich nicht gegenseitig umgebracht. Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass ein Gefängnisaufenthalt in den Staaten für Oksana angenehmer ist. Dennoch ist es schrecklich, zu was sie fähig war und das, obwohl sie Schuld auf sich geladen hat. In doppelter Hinsicht eigentlich auch noch. Ich fand es aber wirklich toll, Eliza Coupe in der Rolle der Geschäftsfrau Carina Wilson zu sehen. Als ich ihren Namen in den Credits gelesen habe, überlegte ich schon, welche Rolle sie spielen könnte. Eigentlich schade, dass sie nur so kurz zu sehen war, aber als Carina hat sie eine gewisse Coolness ausgestrahlt, die großartig und wichtig für das war, was man ihr vorgeworfen hat. Neben der Aufklärung des Nanny-Mords tat mir Elliot leid. Er hat sicherlich schon eine ganze Weile bemerkt, anders als die anderen zu sein und deshalb nicht zu Feiern eingeladen wird, es aber direkt ins Gesicht geschleudert zu bekommen, ist einfach hart und auch, dass er bemerkt, wie viel sich verändert hat – insbesondere Ava. Deshalb fand ich die letzte Szene großartig.

#1.11 Die Sauna am Ende der Treppe

Foto: High Potential - Copyright: 2024 Disney und seine verbundenen Unternehmen; Disney/Pamela Littky
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Nur noch zwei Episoden, dann sind wir auch schon wieder am Staffelfinale angelangt. Ich dachte ja, wir befassen uns noch etwas mit dem Verschwinden von Roman, weil wir da weiter vorangekommen sind, doch dem ist nicht so. Stattdessen ist diesmal Selenas Beförderung in Gefahr, da sie einen Fall von über zehn Jahren wieder aufrollt. Grund dafür ist zum einen das Geständnis des sterbenden George Donovan (Lawrence Pressman), aber auch Selenas Bauchgefühl, was ihr schon damals etwas anderes gesagt hat. Bekanntlich soll man auf das Bauchgefühl hören. Es ist die innere Stimme, die nur allzu oft richtig liegt. Ich konnte aber auch verstehen, warum sie damals anders gehandelt hat. Wieder dreht es sich darum, dass man Frauen früher weder solche Positionen zugetraut hat, noch dass die Männer falsch gelegen haben könnten. Aber Selena hat sich verändert, weiß was sie kann und hat mit Morgan eben eine echte Geheimwaffe. Ich fand es aber auch gut und wichtig, dass auch Morgan trotz Superhirn ebenso Details vergessen kann, aber dass eben auch aufgegriffen wird, wie gut ihre Fähigkeiten funktionieren, wenn sie nicht im Stress ist und warum sie nicht funktionieren, wenn sie im Stress ist oder zu viele Infos einmal auf sie einströmen. Es geht um die angesehene Familie Donovan und einen Mordfall, der zwar abgeschlossen wurde, der angebliche Täter hat aber ein Geständnis auf dem Sterbebett abgelegt und eben Selenas Bauchgefühl sagt was anderes. Diesmal fand ich die Vorgehensweise in der Ermittlung wirklich toll. Ich meckere ja immer ein bisschen, dass weder Oz noch Daphne was zu tun haben, aber diese doppelte bzw. zeitgleiche Befragung hat mir echt gefallen. Während Selena, Morgan und Karadec die Donovans nach der Mordnacht von Barry (TJ Thyne) befragt haben, tauchte Nedda (Nasim Pedrad), die einst mit einem der Donovans verheiratet war, bei Daphne und Oz auf und trägt ebenfalls dazu bei. Ich finde solche Fäden, die so zusammenlaufen, dass sie ein Gesamtbild geben, immer wieder interessant und spannend. Dass es letztlich Cody (Sutton Waldman) war, ergibt für mich durchaus Sinn. Auch wenn man immer wieder sagt, Teenager neigen zu Übersprungshandlungen und Sonstigem dieser Art, kann man seine Tat durchaus verstehen, was ja nicht heißt, dass man sie gut findet. Es zeigt aber, wie sehr er seine Mutter liebt und keinen anderen Weg wusste und dass George die Tat auf sich genommen hat bzw. nehmen wollte, zeigt die Liebe zu seiner Tochter und seinem Enkel. Dass Cody gestanden und zugegeben hat, wie sehr ihn dieses Geheimnis belastet hat, unterstreicht für mich auch mal wieder, wie wichtig es ist, über Dinge zu sprechen und nicht in sich reinzufressen. Ebenso wichtig ist die Wertschätzung und die hat Morgan gleich doppelt bekommen: Von Selena und Karadec. Ich bin sehr auf das Staffelfinale gespannt. Ich denke, dann wird was enthüllt, womit wir nicht gerechnet haben.

#1.12 ???

Review folgt...

#1.13 ???

Review folgt...

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Daniela S. - myFanbase

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