Bewertung

Review: #9.14 Gefangen

Kevin kehrt als Geist zurück und obwohl der Zeitpunkt für dieses Wiedersehen nicht passender hätte sein können, wäre aus dieser Storyline durchaus mehr zu machen gewesen. Und auch Castiels Part weiß nicht zu überzeugen.

Forgiveness

Der Anfang der Folge wurde wunderbar inszeniert. Die Serie hat schon des Öfteren bewiesen, wie gut sie eine gruselige Atmosphäre kreieren kann. Dean, der Musik hörend auf dem Bett liegt und realisiert, dass das Hauptquartier der "Men of Letters" von einem Geist heimgesucht wird, hat für eine guten Start gesorgt. Das flackernde Licht, die komischen Geräusche und der Kälteschauer haben im Laufe der Jahre nicht an Wirkung eingebüßt. Wie wir jedoch in der Vergangenheit bereits erfahren haben, müssen solche Anzeichen nicht zwangsläufig für einen gefährlichen Geist stehen. Hier ist es nämlich Kevin, der bloß versucht, mit den Brüdern zu kommunizieren. Der junge Prophet konnte also noch nicht in den Himmel, da die Tore selbst für die Seelen verstorbener Menschen geschlossen sind. Somit stecken alle Seelen auf der anderen Seite fest, wo es ziemlich eng werden müsste, wodurch die Gefahr besteht, dass es bald zu viele Geister auf der Erde gibt, die durchdrehen, da keiner seinen Frieden finden kann. Kevin konnte aber sowieso nicht loslassen, da er unbedingt seine Mutter finden möchte, die tatsächlich noch am Leben ist.

Da Sam und Dean sich daher hauptsächlich damit beschäftigen, Mrs. Tran aufzuspüren und sie zu ihrem Sohn zu bringen, gibt es nicht gerade viel Zeit für die Brüder, sich mit Kevin auseinandersetzen. Dean hält zwar einen Monolog und betont, wie sehr es ihm leid tut, Kevin nicht gerettet zu haben, doch selbst wenn die schauspielerische Leistung von Jensen Ackles großartig ist, wird dem Zuschauer dabei nichts Neues geboten. Dean hat Schuldgefühle, das wissen wir, und ebenso wie Kevin möchte ich auch kein Selbstmitleid mehr hören. An Kevins Verhalten hat mich jedoch auch etwas gestört, denn als frischgebackener Geist ging er er mir zu gefasst mit seiner Situation um. Er hätte ruhig etwas Dampf ablassen und irgendeine Form von Wut ausdrücken können. Mir geht es nicht darum, die Brüder zwangsläufig noch mehr leiden zu sehen, aber Kevin hat das Recht dazu, stinkig zu sein.

Der Großteil dieser Storyline fokussiert jedoch die Rettungsaktion von Mrs. Tran, die ein ganzes Jahr in Gefangenschaft überlebt hat. Und obwohl Crowley für ihre Situation verantwortlich ist, glaube ich nicht, dass er wollte, dass sie so behandelt wurde. Eine lange Zeit war er ja selbst ein Gefangener der Winchesters und konnte somit keine Kontrolle über den Dämon Del ausüben. Mit diesem Dämon, der Mrs. Tran in einem Abstellraum gefangen hielt, hatten die Brüder letztlich ein leichtes Spiel und Kevin konnte endlich seine Mutter wiedersehen. Natürlich hat dieses Wiedersehen einen bitteren Beigeschmack, denn keine Mutter hat es verdient, ihr Kind zu überleben, doch da mir Kevin als Charakter nie ans Herz gewachsen ist, wurde ich emotional nicht mitgerissen. Er hätte schließlich auch etwas Tiefgründiges zu dem Streit der Brüder sagen können, anstatt diesen bloß als dämlich abzutun. Verständlicherweise sind seine Worte dadurch beeinflusst, dass er tot ist und selbst keine Möglichkeit mehr hat, etwas in seinem Leben zu verändern, aber Sam und Dean sollten nicht nur ihm zur Liebe ihren Streit beenden. Hier geht es schließlich nicht um irgendeine Kleinigkeit.

Leadership

Castiel hat eine separate Storyline und agiert somit völlig losgelöst von den Brüdern. Er führt die Storyline rund um die Engelsgruppierungen weiter und es war nur eine Frage der Zeit, bis er Bartholomew über den Weg läuft. Dabei fand ich es sehr interessant, dass sich die beiden Engel bereits kannten und eine gemeinsame Hintergrundgeschichte teilen. Damals waren beide noch loyale Krieger, die Befehle befolgt haben. Diese Zeiten sind allerdings vorbei und die jeweils entstandenen Gruppierungen zeigen offensichtlich, dass sich viele Engel nach Macht sehnen und die Situation auf der Erde zu ihrem Gunsten ausnutzen wollen. Vielleicht haben alle Anführer dasselbe Ziel, welches darin besteht, die Tore des Himmels zu öffnen, doch die Herangehensweisen unterschieden sich erheblich voneinander. In Bezug darauf wird bei Castiel eine Entwicklung gezeigt, da er einsieht, dass das Ziel nicht die Mittel rechtfertigt und er somit Bartholomew in seinem Handeln nicht unterstützen kann. Leider macht es aber einen sehr überhasteten Eindruck, wie schnell seine Entwicklung in dieser Folge vollzogen wurde beziehungsweise wie schnell Castiel eine Art Anführerrolle eingenommen hat. Ohne große Probleme hat er sich gegen Barthomolew verteidigen und den angeblich so mächtigen Engel töten können. Und kurze Zeit später ist Castiel bereits ein Anführer in den Startlöchern.

Fazit

Die Folge wird bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der tragische Tod von Kevin wurde jetzt dadurch abgemildert, dass er den Brüdern nichts übel nimmt und noch ein wenig Zeit mit seiner Mutter verbringen kann. Dadurch sind Sams und Deans Gewissen sicherlich etwas beruhigt, was für ihren weiteren Umgang miteinander wichtig sein sollte. Castiel wird derweil eine Rolle zuteil, um die er gar nicht gebeten hat und hier wird sich noch zeigen, ob er tatsächlich einmal der Held sein darf.

Lukas Ostrowski - myFanbase

Die Serie "Supernatural" ansehen:


Vorherige Review:
#9.13 Das große Fressen
Alle ReviewsNächste Review:
#9.15 Thinman

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "Supernatural" über die Folge #9.14 Gefangen diskutieren.