Review: #5.01 Sterben verändert alles
Wie nach dem vierten Staffelfinale nicht anders zu erwarten war, steht die Auftaktepisode der fünften Season ganz im Zeichen der tragischen Ereignisse um Amber und ebenso um Dreizehn, die nun weiß, dass ihr Körper und ihr Verstand in den nächsten zwölf Jahren langsam zerfallen werden, falls die Medizin nicht noch größere Fortschritte macht.
Wilson verlässt das Krankenhaus, da ihn hier zuviel an Amber erinnert und weil er Abstand von House braucht. Auch wenn Wilson klarstellt, dass er House nicht die Schuld an Ambers Tod gibt, haben die Ereignisse in ihm dennoch Zweifel an seiner Freundschaft zu House geweckt. Die zynische, unglückliche Art von House, die manipulativen Spiele, die nächtlichen Anrufe, wenn sich House mal wieder die Kante gegeben hat, all dies kann Wilson nach Ambers Tod nicht mehr ertragen, es belastet ihn und er braucht eine Pause. In meinen Augen ist es aber wirklich (nur) das: eine Pause. Ich glaube nicht, dass die Freundschaft von House und Wilson endgültig zerbrochen ist, auch wenn es zwischen den beiden vielleicht nie mehr ganz so sein wird wie früher, denke ich doch, dass Wilson zurückkehren wird, denn letztlich hat er schon sehr viel mit House mitgemacht und konnte ihn doch nie fallen lassen, da sie sich einfach gegenseitig brauchen und ergänzen. Im Moment kann Wilson die Art von House vielleicht nicht ertragen, aber im Endeffekt wird er ohne House nicht leben können, denn der freundliche, verantwortungsbewusste Gegenpol zu House zu sein, ist zum Teil von Wilsons Persönlichkeit geworden.
Dreizehn lebt seit zwei Monaten mit dem Wissen an Huntington zu leiden und will in der Zeit, die ihr noch als vitaler Mensch bleibt, etwas erreichen und bewirken. Sie projiziert sich selbst in die Patientin der Woche, die, wie Dreizehn auch, einen dominanten (in diesem Fall weiblichen) Boss hat. Dreizehn erwartet, dass die Patientin nach der Erfahrung, beinahe gestorben zu sein, ihr Leben umkrempelt, sich neue Ziele setzt und ihren untergeordneten Posten aufgibt, um selbst eine Führungsrolle einzunehmen, doch das tut die Frau nicht. Sie kehrt zu ihrer Chefin zurück und führt ihr bisheriges Leben weiter. Das kann Dreizehn nur schwer akzeptieren, doch letztlich sollte man erstens seine Wünsche und Hoffnungen nie auf andere Menschen übertragen und zweitens werden zwei sehr wahre Zitate in diesem Zusammenhang gesprochen. Von House kommt der Satz "Sterben verändert nichts. Der Tod verändert alles". Da ist was Wahres dran. Wenn man stirbt, oder glaubt zu sterben, fasst man viele Entschlüsse und lässt sich vielleicht zu Kurzschlussreaktionen hinreißen, aber letztlich ist man immer noch der gleiche Mensch, der man vor der Diagnose schon war, und so lange man lebt, wird man dieser Mensch auch bleiben. Das zweite Zitat kommt von der Patientin selbst: "Ich verbringe mein Leben lieber in der Nähe der Vögel, als Zeit damit zu verschwenden, mir Flügel zu wünschen". Auch wahr. Nicht alle Menschen können Macher sein, nicht alle Menschen sind dazu geschaffen, die Führung zu übernehmen und die Karriereleiter hochzuschießen, manche Menschen finden ihre Aufgabe darin, solchen Karrieremenschen zu assistieren. Das bringt weniger Geld und weniger Ruhm, ist oftmals härtere Arbeit und sieht von außen nicht so glanzvoll aus, aber wenn man gut darin ist, kann man zufrieden sein.
Das Highlight dieser Episode ist für mich jedoch letztlich Cuddy, deren Versuche, House und Wilson miteinander zu versöhnen, sowohl witzig, wie auch ehrlich und emotional waren. Für Cuddy sind House und Wilson wichtige Stützen des Krankenhauses und sie weiß, dass die beiden Männer einander brauchen. Die Dynamik zwischen House und Wilson kennt wohl kein Außenstehender besser als Cuddy.
Maret Hosemann - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Dying Changes EverythingErstausstrahlung (US): 16.09.2008
Erstausstrahlung (DE): 03.03.2009
Regie: Deran Sarafian
Drehbuch: Eli Attie
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